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Datencheck Leuchtmittel

Philips LED Classic GU10 im Zehnerpack: warmweiß, eng gebündelt, nicht dimmbar

Zehn GU10 Spots auf einmal klingt nach einer schnellen Entscheidung. Zwei Zeilen im Philips-Datenblatt, der Eintrag Dimmbar Nein und die Betriebsspannung von 220 bis 240 Volt, entscheiden aber darüber, ob die Lampen in deine Decke gehören.

Stand: 29. Juli 2026

Passt, wenn: Du zehn GU10 Spots auf einen Schlag ersetzen willst, die Fassungen direkt am 230-Volt-Netz hängen und in keinem der betroffenen Stromkreise ein Dimmer sitzt. Passt nicht, wenn die Spots über einen Wanddimmer laufen oder in 12-Volt-Fassungen mit Trafo stecken. Philips führt diese Lampe im eigenen Datenblatt mit dem Eintrag Dimmbar Nein und mit einer Betriebsspannung von 220 bis 240 Volt.

Was Philips belegt

Philips beziehungsweise der Mutterkonzern Signify dokumentiert dieses Zehnerpack unter dem Produkttitel LEDClassic 50W GU10 WW 36D ND 10PK mit der EAN 8718696778265 und der Artikelnummer 871869677826500. Die deutsche Produktseite nennt in den technischen Daten zum Zehnerpack 2700 Kelvin, 355 Lumen und 15.000 Stunden Lebensdauer. Das ausführliche Produktdatenblatt von Signify liefert den Rest: 4,6 Watt Leistungsaufnahme bei einer äquivalenten Wattleistung von 50, eine Nennlichtausbeute von 77 Lumen pro Watt, den Farbcode 827, einen Strahlwinkel von 36 Grad, einen Farbwiedergabeindex von 80, eine Nennlebensdauer von 15.000 Stunden und 50.000 Schaltzyklen. Unter Lampeneigenschaften stehen Sockel GU10, Lampenform ausgerichteter Reflektor, Kolbenausführung klar, Kolbenmaterial Glas, Verwendungszweck Innenbeleuchtung und eben der Eintrag Dimmbar Nein. Beim Stromverbrauch nennt Signify das Energieeffizienz-Label F, einen Verbrauch von 5 Kilowattstunden je 1000 Stunden, einen Leistungsfaktor von 0,5, eine Spannung von 220 bis 240 Volt und eine Frequenz von 50 bis 60 Hertz. Die Aufwärmzeit bis 60 Prozent Licht liegt bei 0,5 Sekunden, die Spitzenintensität des Strahlmittelpunkts bei 700 Candela. Die Lampe misst 54 Millimeter in Höhe und Länge bei 50 Millimetern Breite, die Packung wiegt netto 0,45 Kilogramm. Als Garantie führt das Blatt 2 Jahre auf, als EPREL-Registrierungsnummer 387358. Einen Quecksilberwert nennt dieses Datenblatt nicht, obwohl Philips ihn auf anderen Blättern der Classic-Reihe ausdrücklich mit 0 Milligramm angibt. Dasselbe Leuchtmittel führt Philips auch in kleineren Packungen, das Dreierpack nennt identisch 2700 Kelvin, 355 Lumen und 15.000 Stunden.

Nicht dimmbar, und bei zehn Lampen wiegt das schwerer

Der Produkttitel sagt es schon vor dem Datenblatt: WW steht für warmweiß, 36D für den Abstrahlwinkel, 10PK für die Packungsgröße und ND für nicht dimmbar. Im Datenblatt steht der Eintrag Dimmbar Nein noch einmal ausgeschrieben. Bei einer einzelnen Lampe ist ein Fehlkauf ärgerlich, aber schnell behoben. Bei zehn Lampen betrifft er meist gleich einen ganzen Raum oder eine ganze Schiene, und die Chance, dass irgendwo im Haushalt doch ein Dimmer sitzt, steigt mit jeder Fassung. Ein nicht dimmbares Leuchtmittel an einem Phasenanschnitt- oder Phasenabschnittdimmer kann flackern, brummen, verzögert starten oder im unteren Stellbereich ganz ausbleiben, und auch der Dimmer selbst ist dafür nicht ausgelegt. Zehn Lampen ziehen zusammen 46 Watt, was elektrisch etwas anderes ist als eine einzelne Lampe mit 4,6 Watt. Selbst wenn ein vorhandener Dimmer damit scheinbar zurechtkommt, ändert das nichts daran, dass Philips die Lampe für den Dimmerbetrieb nicht freigibt. Wer wirklich dimmen will, findet bei Philips ein Gegenstück in derselben Bauform: Das WarmGlow Sechserpack mit dem Produkttitel LED CLA 50W GU10 C90 WW 36D WGD 6CT/4 nennt laut zugehörigem Datenblatt 3,8 Watt, 345 Lumen, einen Farbwiedergabeindex von 90, einen Farbbereich von 2200 bis 2700 Kelvin, einen Leistungsfaktor von 0,84 und den Eintrag Dimmbar Ja. Wer die Helligkeit lieber ohne Eingriff in die Wand regeln möchte, sollte statt eines Dimmers gleich über eine smarte Beleuchtung nachdenken, bei der die Regelung in der Lampe sitzt. Für Fassungen mit E27 statt GU10 haben wir dieselbe Frage im Datencheck zur Osram Superstar Plus E27 aufgedröselt.

GU10, GU5.3 und MR16: der häufigste Fehlkauf beim Spot-Tausch

GU10 ist ein Netzspannungssockel. Zwei kräftige Stifte im Abstand von 10 Millimetern werden in die Fassung gesteckt und mit einer Vierteldrehung verriegelt. Genau dazu passt die Datenblattangabe von 220 bis 240 Volt und 50 bis 60 Hertz: Die Lampe hängt direkt am Hausnetz und braucht keinen Trafo. GU5.3 sieht von unten fast identisch aus, hat aber zwei dünne Stifte im Abstand von 5,3 Millimetern, wird nur gesteckt statt gedreht und arbeitet an 12 Volt hinter einem Trafo oder elektronischen Konverter. Die Bezeichnung MR16 ist streng genommen gar keine Sockelangabe, sondern die Bauform des Reflektors, wird im Handel aber häufig mit den 12-Volt-Spots gleichgesetzt. Philips selbst nennt die Bauform dieser Lampe PAR16, und das passt zur Datenblattbreite von 50 Millimetern. Praktisch heißt das: Schau vor der Bestellung in eine leere Fassung und zähle nicht die Watt, sondern die Stifte. Passt der Sockel nicht, hilft auch die schönste Lichtfarbe nicht weiter, und eine GU10-Lampe gehört niemals an eine für 12 Volt verdrahtete Fassung. Ein zweiter Punkt betrifft den Platz über der Decke: Die Lampe baut 54 Millimeter hoch, dazu kommt die Fassung selbst. In flachen Zwischendecken oder direkt unter einer Dämmschicht kann das eng werden. Wenn du ohnehin neu bohrst, lohnt der Blick auf komplette Einbauleuchten statt auf einen reinen Leuchtmitteltausch, dazu unser Datencheck zur Paulmann Nova Plus Einbauleuchte.

36 Grad und die Frage, wie viele Spots ein Raum braucht

36 Grad ist ein mittlerer Abstrahlwinkel: enger als eine normale Lampe, die den Raum in alle Richtungen füllt, und deutlich breiter als ein Akzentstrahler mit 10 oder 24 Grad. Rechnen lässt sich damit gut. Bei 2,40 Meter Deckenhöhe und einer Arbeitsplatte auf 0,90 Meter beträgt der Abstand 1,50 Meter, und der Lichtkegel misst dort rund 0,98 Meter im Durchmesser. Auf dem Fußboden, also 2,40 Meter unter der Decke, sind es rund 1,56 Meter. Damit keine dunklen Streifen zwischen den Kreisen entstehen, sollten sich die Kegel überlappen, was in der Praxis auf Spotabstände von etwa einem Meter hinausläuft. Zehn Lampen mit je 355 Lumen ergeben zusammen 3550 Lumen, sofern sie tatsächlich alle im selben Raum sitzen. Das ist für eine mittelgroße Küche eine solide Grundausstattung und für ein großes Wohnzimmer eher die Grundhelligkeit, die durch Steh- und Tischleuchten ergänzt gehört. Wichtig ist dabei die Spitzenintensität von 700 Candela: Direkt unter dem Spot ist es hell, zum Rand des Kegels fällt die Helligkeit ab. Eine Reihe aus Spots ersetzt also keine flächige Deckenleuchte, sie erzeugt ein Muster aus hellen und weniger hellen Zonen. Wie viel Licht dein Raum insgesamt braucht, steht in unserer Übersicht zu Lumen pro Raum, und wer noch in Watt denkt, findet die Umrechnung in der Lumen-Watt-Tabelle. Die 2700 Kelvin sind dabei bewusst warm gehalten und passen zu Wohnräumen, wie wir es unter Lichtfarbe und Kelvin einordnen.

Welche Philips GU10 du wirklich vor dir hast

Kaum eine Lampenfamilie ist so leicht zu verwechseln wie die GU10-Spots von Philips. Alle heißen irgendwie 50 Watt, alle haben 36 Grad, und die Werte gehen trotzdem auseinander. Das hier besprochene Zehnerpack ist die einfache Consumer-Variante mit 4,6 Watt, 355 Lumen, 2700 Kelvin, Klasse F, 15.000 Stunden und nicht dimmbar. Der professionelle Zwilling, der Corepro LEDspot 4.6-50W GU10 827 36D mit der Materialnummer 929001215232, nennt exakt dieselben 355 Lumen, 2700 Kelvin, 36 Grad, Farbwiedergabeindex 80, Klasse F und ebenfalls Dimmbar Nein. Der Essential LED 4.6-50W GU10 827 36D mit der Materialnummer 929001215208 dagegen hat identische 4,6 Watt, identische 2700 Kelvin und identische 36 Grad, kommt aber auf 395 Lumen statt 355. Wer nur auf Watt und Kelvin schaut, übersieht diesen Unterschied vollständig. Noch weiter auseinander liegen die Spezialisten: Der MASTER LED ExpertColor 5.5-50W GU10 927 36D liefert dieselben 355 Lumen bei 2700 Kelvin, erreicht aber einen Farbwiedergabeindex von 97 und 40.000 Stunden, rutscht dafür mit 64 Lumen pro Watt auf die Energieklasse G. Und die ultraeffiziente Linie zeigt, wie viel Technik inzwischen möglich ist: Das Blatt zum LEDClassic 50W GU10 WH 36D ND UE SRT4 nennt 2,1 Watt, 375 Lumen, 178 Lumen pro Watt, Energieklasse A, 50.000 Stunden Nennlebensdauer, 5 Jahre Garantie und 3000 Kelvin statt 2700. Der schnellste Prüfpunkt bleibt deshalb der aufgedruckte Produkttitel: WW gegen WH gegen CW für die Lichtfarbe, ND gegen DIM für die Dimmbarkeit, UE für die ultraeffiziente Bauart und die Zahl vor PK oder CT für die Stückzahl. Eine Zuordnung bleibt allerdings offen: Philips druckt keine Amazon-Nummern auf seine Datenblätter. Dass dieses Angebot dem Zehnerpack mit der EAN 8718696778265 entspricht, stützt sich darauf, dass alle im Angebot genannten Merkmale, also zehn Stück, 50 Watt Ersatz, warmweiß, 36 Grad, 15.000 Stunden und ausdrücklich nicht dimmbar, genau auf dieses eine Philips-Produkt passen. Wenn auf deiner Packung ein anderer Produkttitel steht, gelten die Werte dieser Packung.

Was die Daten nicht beantworten

Das Datenblatt ist für ein Consumer-Produkt ungewöhnlich vollständig, aber ein paar Lücken bleiben. Erstens fehlt der Quecksilbergehalt, den Philips bei anderen Classic-Lampen ausweist. Zweitens steht zwar EyeComfort im Blatt, aber kein einziger Zahlenwert zum Flimmern oder zum stroboskopischen Effekt, an dem sich diese Aussage überprüfen ließe. Drittens sagt das Consumer-Blatt nichts darüber, ob die Lampe in geschlossenen oder in gedämmten Einbauleuchten betrieben werden darf. Das professionelle Datenblatt der gleich spezifizierten Corepro-Variante nennt immerhin eine maximale Gehäusetemperatur von 72 Grad Celsius, was zeigt, dass Wärmeabfuhr auch bei 4,6 Watt ein Thema ist. Viertens fällt der Leistungsfaktor von 0,5 auf. Für die Stromrechnung im Haushalt spielt er keine Rolle, für die Belastung des Stromkreises bei vielen parallel geschalteten Lampen schon. Und fünftens lohnt ein Blick auf die Werbeaussagen: Die Formulierung von bis zu 15 Jahren steht nicht nur im Angebotstext, sondern auf dem Philips-Datenblatt selbst. Sie ist eine Umrechnung der belegten 15.000 Stunden und setzt eine bestimmte tägliche Brenndauer voraus, die Philips an keiner Stelle nennt. Die Angabe von 90 Prozent Energieersparnis ist eine Rechnung gegen den Halogen-Vorgänger: 4,6 statt 50 Watt entsprechen rund 91 Prozent weniger Leistungsaufnahme, aber als geprüfter Einzelwert taucht diese Prozentzahl im Datenblatt nicht auf. Wie wir mit solchen Angaben umgehen, steht in unserer Arbeitsweise.

Unsere Einordnung

Für den häufigsten Fall, nämlich eine Küche, einen Flur oder ein Wohnzimmer mit fest verbauten GU10-Spots ohne Dimmer, ist dieses Zehnerpack eine unaufgeregt passende Lösung. Du bekommst zehnmal denselben Farbort, was gerade beim Nachkaufen einzelner Lampen der eigentliche Vorteil ist: Nichts sieht bunt gemischt aus, wenn alle Spots aus derselben Charge kommen. Die 355 Lumen entsprechen dem, was ein 50-Watt-Halogenspot geliefert hat, der Umstieg fällt also optisch kaum auf. Zehn Lampen mit je 4,6 Watt ergeben 46 Watt Anschlussleistung, bei drei Stunden täglich sind das rund 50 Kilowattstunden im Jahr, und wie sich das einordnen lässt, zeigt unsere Seite zu LED-Stromverbrauch und Kosten. Wer allerdings dimmt, sollte die Finger davon lassen und zur dimmbaren WarmGlow-Variante greifen. Wer in der Küche Lebensmittel, Holz und Textilien wirklich farbecht sehen will, ist mit dem Farbwiedergabeindex 80 nur im Standard unterwegs und findet bei der ExpertColor-Linie mit Ra 97 die deutlich bessere Farbwiedergabe, zahlt das aber mit der Energieklasse G. Und wer den Verbrauch ernsthaft senken möchte, sollte prüfen, ob die ultraeffiziente Linie mit 2,1 Watt und Klasse A für die gewünschte Lichtfarbe verfügbar ist, denn dort liegt der Sprung nicht bei ein paar Prozent, sondern bei mehr als der Hälfte. Die Energieklasse F ist bei diesem Zehnerpack der ehrlichste Kritikpunkt: 77 Lumen pro Watt sind heute solide Mittelklasse, mehr nicht. Gekauft wird dieses Pack also nicht wegen Spitzenwerten, sondern wegen der Menge, der einheitlichen Lichtfarbe und der Tatsache, dass 36 Grad und PAR16 in nahezu jede vorhandene GU10-Fassung passen. Passende Leuchten und Raumideen dazu sammeln wir im Bereich Wohnlicht.

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