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Datencheck Einbauleuchten

Paulmann Nova Plus 93684: IP65 gilt nur nach unten

Bei Einbauspots entscheiden Ausschnitt, Hohlraumtiefe und Dimmer über den Erfolg. Bei diesem Dreierset kommt eine Angabe dazu, die viele Käufer falsch verstehen.

Stand: 28. Juli 2026

Passt, wenn: Du drei flache Einbauspots in eine Decke mit mindestens 30 Millimetern Hohlraum setzen willst, warmweißes Licht mit einem Ausschnitt von 83 Millimetern brauchst und den 230-Volt-Anschluss von einer Elektrofachkraft ausführen lässt. Wer eine Leuchte für den ungeschützten Außenbereich oder einen einfachen Leuchtmitteltausch per GU10 sucht, ist hier falsch.

Was Paulmann belegt

Paulmann führt das Set unter der Artikelnummer 93684 als LED Einbauleuchte Nova Plus Coin Basisset, schwenkbar, IP65, rund, 93 Millimeter, 30 Grad, Coin, 3x6W, 3x470lm, 230V, dimmbar, 2700K, Chrom. Die Produktseite des Herstellers nennt einen Außendurchmesser von 93 Millimetern, einen Einbaudurchmesser von 83 Millimetern, eine Einbautiefe von 45 Millimetern und eine benötigte Hohlraumtiefe von 30 Millimetern. Das Nettogewicht des Sets liegt bei 718 Gramm, das Material ist Aluminium in Chrom. Lichttechnisch sind belegt: 2700 Kelvin, ein Nennlichtstrom von 470 Lumen je Spot, ein Farbwiedergabeindex über 80 Ra, ein Ausstrahlwinkel von 120 Grad und eine Farbkonsistenz von SDCM 6. Die Lebensdauer gibt Paulmann mit 30.000 Stunden an, den Verbrauch mit 6 Kilowattstunden je 1000 Stunden und die Energieeffizienzklasse des LED-Moduls mit G. Als Glühlampenäquivalent nennt der Hersteller 43 Watt je Spot. Der Schwenkbereich beträgt 30 Grad, die Spannung 230 Volt Wechselstrom bei 50 Hertz, die Schutzklasse ist II. Das Angebot bei Amazon deckt sich damit an den wichtigen Stellen: Es nennt eine mögliche Hohlraumtiefe von 30 bis 35 Millimetern, den 230-Volt-Direktanschluss und eine enthaltene Lichtquelle der Energieeffizienzklasse G.

IP65 gilt nur nach unten

Auf der Produktseite steht bei der Schutzart der Zusatz IP65 Deckenmontage. Die Montageanleitung zu 93684 macht daraus eine eindeutige Grafik: Von unten, also auf der sichtbaren Seite, gilt IP65. Oberhalb der Decke, wo Einbaukörper und Betriebsgerät sitzen, gilt IP20. Das ist der Unterschied zwischen einer Leuchte, die von unten Spritz- und Strahlwasser aushält, und einer Leuchte, die von oben trocken bleiben muss. Für Bad, Dusche und geschlossene Deckenaufbauten ist das die passende Bauart, für eine offene Terrassendecke ohne dichten Aufbau nicht automatisch. Die Anleitung nennt zusätzlich klare Einbaumaße: Ausschnitt 83 Millimeter, Deckenstärke 3 bis 20 Millimeter, mindestens 5 Zentimeter Abstand zu Wänden und mindestens 20 Zentimeter zwischen zwei Leuchten. Das Anschlusskabel darf 8 bis 12 Millimeter Durchmesser haben. Eine eigene Abbildung zeigt außerdem falsche und richtige Einbausituationen in der Decke und verweist dafür auf die Sicherheitshinweise Nummer 15 und 16. Dieselbe Anleitung gilt für mehrere Artikelnummern der Reihe, unter anderem 936.81 bis 936.86 sowie 930.82 und 924.59. Achte beim Lesen deshalb darauf, welche Abbildung für das Dreierset gilt und welche für eine Einzelleuchte.

Dimmen, Leuchtmitteltausch und der 230-Volt-Anschluss

Bei der Dimmbarkeit schreibt Paulmann nicht einfach ja, sondern: mit Dimmer R+C für elektronische Trafos und 230-Volt-Lampen. Gemeint sind Dimmer, die sowohl mit ohmscher als auch mit kapazitiver Last umgehen, also Phasenanschnitt und Phasenabschnitt. Ein alter Drehdimmer aus Glühlampenzeiten fällt oft nicht in diese Kategorie. Dazu kommt die geringe Last: Drei Spots ergeben zusammen 18 Watt, und viele ältere Dimmer verlangen eine deutlich höhere Mindestlast, damit sie sauber arbeiten. Wer dimmen will, klärt deshalb besser vor dem Kauf, welcher Dimmertyp in der Wand sitzt, statt später über Flackern zu rätseln. Beim Leuchtmittel ist die Lage besser als bei vielen Einbauspots, hat aber einen Haken: Paulmann führt das Leuchtmittel als enthalten und wechselbar, als Bauform und Fassung steht jedoch Coin und nicht GU10. Du tauschst also kein handelsübliches Leuchtmittel aus dem Baumarktregal, sondern ein Coin-Modul aus dem Paulmann-System. Die Tauschbarkeit ist zudem ausdrücklich eingestuft als Lichtquelle, die durch eine Elektrofachkraft ohne dauerhafte Beschädigung der Leuchte austauschbar ist. Genau dieser Punkt zieht sich durch das ganze Produkt: Die Leuchten hängen direkt an 230 Volt, und die beiliegenden Sicherheitshinweise von Paulmann halten fest, dass Montage- und Reparaturarbeiten nur von einer Elektrofachkraft nach den örtlichen Sicherheitsvorschriften ausgeführt werden dürfen und dass vor allen Arbeiten die Spannungsversorgung abzuschalten ist.

Was die Daten nicht beantworten

Kein Datenblatt sagt dir, wie viele Spots deine Decke braucht. Drei Leuchten mit je 470 Lumen ergeben zusammen 1410 Lumen, und das ist in einem normalen Badezimmer eine Grundausstattung, in einer offenen Küche eher der Anfang. Ebenso wenig steht dort die Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche, denn die hängt an Deckenhöhe, Schwenkwinkel, Möblierung und Wandfarbe. Beachtenswert ist die angegebene Farbkonsistenz von SDCM 6: Je höher dieser Wert, desto größer die zulässige Farbabweichung zwischen einzelnen Lichtquellen. Bei drei Spots, die nebeneinander in einer Reihe sitzen, kann ein Unterschied im Weißton deshalb sichtbar werden. Unter derselben Artikelnummer 93684 kursiert im Handel außerdem eine Bezeichnung mit 3x6,8 Watt und 3x425 Lumen. Die aktuell abrufbare Paulmann-Produktseite nennt 3x6 Watt und 3x470 Lumen, und darauf beziehen sich die Zahlen in diesem Datencheck. Prüfe im Zweifel die Angaben auf der Verpackung, die du tatsächlich in der Hand hältst. Paulmann selbst bewirbt die Reihe auf der Produktseite als ideal für den Einbau in Feuchträumen oder im Außenbereich. Nach der Montageanleitung gilt das nur, solange der Einbaukörper oberhalb der Decke trocken bleibt, denn dort ist die Leuchte nur IP20.

Die 30 Millimeter gelten für den Einbaukörper selbst. Die Montageanleitung zeigt daneben eine zweite Maßkette von über 45 Millimetern für den Bereich, in dem das Betriebsgerät liegt. Plane den Hohlraum also nicht auf die kleinste genannte Zahl, sondern auf den Platz, den der Treiber zusätzlich braucht.

Unsere Einordnung

Das Set ist eine brauchbare Lösung für flache Decken, weil 30 Millimeter Hohlraum in abgehängten Decken und in Trockenbau oft die reale Grenze sind. Der Schwenkbereich von 30 Grad hilft zusätzlich, wenn Licht auf eine Wand oder eine Arbeitsplatte fallen soll statt senkrecht nach unten. Rechne aber ehrlich: Die Energieeffizienzklasse G des LED-Moduls ist kein Auszeichnungsmerkmal, sie zeigt, dass hier Bauhöhe und Bauform wichtiger waren als Effizienz. Wer die Decke ohnehin öffnet, entscheidet deshalb sinnvollerweise zuerst über die Anzahl der Auslässe und über den Dimmer und erst danach über die konkrete Leuchte. Und plane die Elektrofachkraft von Anfang an ein, nicht als Notlösung, wenn das Kabel schon aus der Decke hängt.

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