Die Formel: Watt mal Stunden, geteilt durch 1000, mal Strompreis
Kaum eine Frage rund um Beleuchtung lässt sich so sauber beantworten wie die nach den Stromkosten. Du brauchst nur drei Zahlen: die Leistungsaufnahme des Leuchtmittels in Watt, die Brenndauer in Stunden und deinen Strompreis je Kilowattstunde. Die Formel lautet: Watt mal Stunden, geteilt durch 1000, ergibt den Verbrauch in Kilowattstunden. Multipliziert mit dem Strompreis steht am Ende der Betrag in Euro. Die Wattzahl findest du auf der Verpackung oder direkt auf dem Sockel des Leuchtmittels, den Arbeitspreis auf deiner letzten Stromrechnung.
Für alle Beispielrechnungen in diesem Artikel nehmen wir einen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde an. Das ist eine bewusst gewählte Annahme in der Größenordnung typischer Haushaltstarife, kein Messwert und kein aktueller Marktpreis: Dein tatsächlicher Arbeitspreis kann darunter oder darüber liegen. Zahlst du etwa 30 Cent, ziehst du von unseren Ergebnissen rund ein Siebtel ab; bei 40 Cent legst du entsprechend drauf. Die Verhältnisse zwischen Glühbirne, Halogen und LED bleiben davon unberührt.
Ein Rechenbeispiel zum Warmwerden: Eine LED mit 9 Watt brennt drei Stunden. Das sind 9 mal 3 gleich 27 Wattstunden, also 0,027 Kilowattstunden. Bei 35 Cent je Kilowattstunde kostet dieser Abend nicht einmal einen Cent. Genau daran zeigt sich, warum die LED die Diskussion um Lichtkosten so entspannt hat: Bei modernen Leuchtmitteln entscheidet nicht mehr die einzelne Stunde, sondern die Summe aus vielen Lampen und vielen Jahren.
Beispielrechnung: eine 9-Watt-LED im Alltag
Rechnen wir ein realistisches Jahr durch. Eine LED mit 9 Watt, etwa als Ersatz für die klassische 60-Watt-Glühbirne, brennt im Schnitt vier Stunden am Tag: morgens im Bad, abends im Wohnzimmer. Das ergibt 9 Watt mal 1460 Stunden, also rund 13,1 Kilowattstunden im Jahr. Bei unserem angenommenen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 4,60 Euro. Eine sparsamere 8,5-Watt-LED landet bei rund 4,35 Euro. Zum Vergleich: Die 60-Watt-Glühbirne käme bei identischer Nutzung auf 87,6 Kilowattstunden und damit auf rund 30,70 Euro.
Wichtig für die Einordnung: Entscheidend für die Helligkeit ist nicht die Wattzahl, sondern der Lumenwert. Eine gute LED liefert die 806 Lumen der alten 60-Watt-Birne mit rund 8 bis 9 Watt. Wer beim Neukauf nur auf Watt schaut, vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen. Welche Lumenzahl welcher alten Wattklasse entspricht, zeigt unsere Lumen-Watt-Tabelle auf einen Blick; sie ist das passende Werkzeug zu allen Rechnungen hier.
Vergleichstabelle: Glühbirne, Halogen und LED im Jahr
Die folgende Tabelle rechnet drei Helligkeitsklassen einmal quer durch alle Techniken. Annahmen: vier Stunden Licht am Tag, 365 Tage, angenommener Strompreis 35 Cent je Kilowattstunde, Werte gerundet:
| Leuchtmittel | Helligkeit | Leistung | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Glühbirne 40 W | ca. 470 lm | 40 W | 58,4 kWh | ca. 20,45 € |
| LED, 470-lm-Klasse | ca. 470 lm | ca. 5 W | 7,3 kWh | ca. 2,55 € |
| Glühbirne 60 W | ca. 806 lm | 60 W | 87,6 kWh | ca. 30,70 € |
| Halogen, 806-lm-Klasse | ca. 806 lm | ca. 42 W | 61,3 kWh | ca. 21,45 € |
| LED, 806-lm-Klasse | ca. 806 lm | ca. 8,5 W | 12,4 kWh | ca. 4,35 € |
| Glühbirne 100 W | ca. 1521 lm | 100 W | 146,0 kWh | ca. 51,10 € |
| LED, 1521-lm-Klasse | ca. 1521 lm | ca. 14 W | 20,4 kWh | ca. 7,15 € |
Von Warmweiß bis Tageslichtweiß: Die Kelvin-Zahl verändert die Stimmung deines Lichts, nicht den Verbrauch. Sparen musst du also nie an der Lichtfarbe.
Das Muster ist eindeutig: Die LED braucht für dieselbe Helligkeit grob ein Siebtel des Stroms einer Glühbirne und rund ein Fünftel eines Halogenleuchtmittels. Auf eine einzelne Lampe gerechnet klingt das nach Kleingeld, auf einen Haushalt mit 15 bis 25 Leuchtmitteln und mehreren Jahren gerechnet nach einem dreistelligen Betrag. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf jede einzelne Fassung.
Wann sich der Austausch wirklich lohnt
Die kurze Antwort: fast immer, sobald die Lampe regelmäßig brennt. Eine LED der 806-Lumen-Klasse spart gegenüber der 60-Watt-Glühbirne in unserer Beispielrechnung gut 26 Euro pro Jahr, gegenüber dem 42-Watt-Halogenleuchtmittel rund 17 Euro. Da Marken-LEDs für E27 und E14 in der Einstiegs- bis Mittelklasse nur wenige Euro kosten, ist der Kaufpreis bei vier Stunden Brenndauer am Tag typischerweise nach wenigen Wochen bis Monaten wieder eingespielt. Danach spart die Lampe jedes Jahr weiter, und das über eine Lebensdauer, die Hersteller meist mit 15.000 Stunden und mehr angeben.
Es gibt aber auch die ehrliche Gegenprobe: In Leuchten, die nur wenige Minuten pro Woche laufen, etwa im Abstellraum oder auf dem Dachboden, spielt der Verbrauch kaum eine Rolle. Dort kannst du ein funktionierendes Altleuchtmittel guten Gewissens bis zum Ausfall weiterbetreiben. Priorität haben die Dauerbrenner: Wohnzimmer, Küche, Flur und der Schreibtisch. Welche LED in welche Fassung gehört und worauf du bei E27, GU10 und E14 achten solltest, erklärt unser Ratgeber zu LED-Leuchtmitteln.
Ein oft übersehener Posten ist das Licht rund ums Haus: Wegeleuchten und Fassadenlampen laufen mit Dämmerungsschalter schnell auf sechs bis zwölf Stunden pro Nacht und damit auf deutlich mehr Jahresstunden als jede Wohnzimmerlampe. Hier zahlt sich die LED am schnellsten aus, und zwar in jeder Jahreszeit. Passende Optionen von der Wandleuchte bis zum Strahler mit Bewegungsmelder findest du in unserer Übersicht zur Außenbeleuchtung.
Smarte Lampen und Standby: ehrlich gerechnet
Smarte Leuchtmittel haben eine Eigenschaft, die in kaum einem Prospekt steht: Sie sind nie ganz aus. Damit die Lampe auf App, Sprachbefehl oder Routine reagieren kann, bleibt ihr Funkmodul dauerhaft empfangsbereit und zieht dabei typischerweise etwa 0,2 bis 0,5 Watt. Aufs Jahr gerechnet sind das pro Lampe grob 1,8 bis 4,4 Kilowattstunden, also rund 60 Cent bis 1,50 Euro bei unserem angenommenen Strompreis. Für eine einzelne Lampe ist das verschmerzbar; bei 15 bis 20 smarten Leuchtmitteln im Haushalt können so aber gut 10 bis 25 Euro im Jahr zusammenkommen, ganz ohne eine einzige Stunde Licht.
Ehrlich bleibt die Bilanz trotzdem meist positiv: Wer smarte Lampen für Routinen, Anwesenheitssimulation oder präzises Dimmen nutzt, holt den Standby über die gesparte Brennzeit oft wieder herein. Wichtig ist nur, den Effekt zu kennen. Wer eine smarte Lampe am Wandschalter komplett stromlos macht, spart zwar den Standby, verliert aber die Erreichbarkeit per App und Routine; die Lampe ist dann bis zum nächsten Einschalten schlicht offline. Was smarte Systeme von Hue bis Matter im Alltag können und wo ihre Grenzen liegen, zeigt unsere Kaufberatung zur smarten Beleuchtung.
Dimmen, Lichtfarbe und Verbrauch
Dimmen ist bei LEDs ein echter Sparhebel, kein Placebo. Reduzierst du die Helligkeit, sinkt auch die Leistungsaufnahme, grob in der Größenordnung der eingestellten Stufe. Eine auf die Hälfte gedimmte Lampe verbraucht wegen der Verluste im Treiber zwar nicht exakt die Hälfte, aber spürbar weniger als im Vollbetrieb. Wer abends ohnehin lieber bei gedämpftem, warmem Licht sitzt, bekommt die Ersparnis also geschenkt. Voraussetzung ist ein dimmbares Leuchtmittel und ein dazu passender Dimmer; nicht dimmbare LEDs quittieren den Versuch mit Flackern oder frühem Ausfall.
Bei der Lichtfarbe gibt es dagegen Entwarnung: Ob du 2700 Kelvin Warmweiß oder 6500 Kelvin Tageslichtweiß wählst, macht für den Verbrauch keinen nennenswerten Unterschied. Die Kelvin-Zahl beschreibt den Farbton des Lichts, nicht seine Leistungsaufnahme. Du kannst deine Lichtstimmung also frei nach Raum und Tageszeit planen, ohne auf die Stromrechnung zu schielen. Mehr Effizienz holst du stattdessen über die passende Helligkeit heraus: Ein Raum, der mit 400 Lumen gemütlich ausgeleuchtet ist, braucht keine 1500-Lumen-Lampe im Dauerbetrieb.
Fazit: kleine Watt, kleine Rechnung
LED-Licht ist im Betrieb so günstig, dass sich die Frage nach den Stromkosten fast immer zugunsten des Lichts entscheidet. Eine einzelne LED kostet in unserer Beispielrechnung wenige Euro im Jahr, der Austausch alter Glüh- und Halogenlampen amortisiert sich in häufig genutzten Leuchten binnen Monaten, und selbst der Standby smarter Lampen bleibt überschaubar, solange du ihn kennst. Die Reihenfolge für Sparfüchse: erst die Dauerbrenner tauschen, dann die Außenbeleuchtung, zuletzt die Selten-Lampen. Wie viel Licht deine Räume überhaupt brauchen, ermittelst du am schnellsten mit unserem Licht-Planer; weitere Grundlagen von Lumen bis Lichtfarbe versammelt unser Ratgeber-Bereich.