Welche Aufgabe soll das Licht draußen erfüllen?
Bei Außenbeleuchtung lohnt es sich, nicht mit der Leuchte zu beginnen, sondern mit der Frage: Wo gehst du abends entlang, wo soll das Licht automatisch angehen, und wo soll es einfach angenehm sein? Draußen gibt es keine Wände und keine Decke, die Licht zurückwerfen. Ein großer Teil der Lichtmenge verschwindet im Dunkeln, und eine Leuchte, die im Wohnzimmer hell wirkt, deckt im Garten oft nur einen kleinen Bereich ab. Umgekehrt ist jede unabgeschirmte Lichtquelle ein Blendpunkt, weil sich das Auge an die Dunkelheit angepasst hat.
Sinnvoll ist eine Einteilung in drei Aufgaben. Das Orientierungslicht begleitet Wege, Stufen und Hauseingang und muss nicht stark, aber gut platziert sein. Das Sicherheitslicht schaltet sich bei Bewegung ein und leuchtet Einfahrt, Hof oder Garagenvorplatz aus. Das Stimmungslicht gehört zu Terrasse, Balkon und Garten und soll warm und blendfrei sein. Mit Zonenlicht bezeichnen wir hier genau diese Trennung nach Aufgabe. Eine einzige Leuchte, die alle drei Aufgaben erfüllt, gibt es kaum, und wer die Zonen trennt, vermeidet unnötige Dauerbeleuchtung.
Wie viel Licht welche Fläche braucht, hängt von Montagehöhe, Abstrahlwinkel und Untergrund ab. Eine Orientierung liefert der Licht-Planer, die Grundlagen zur Helligkeit erklärt die Wissensseite zu Lumen pro Raum. Draußen gelten dieselben Begriffe, nur verteilst du die Lichtmenge auf einzelne Zonen, statt die ganze Fläche zu fluten. Einen Überblick über weitere Lichtzonen im Haus findest du unter Wohnlicht.
Netzstrom oder Solar: Was passt zu welchem Ort?
Die erste Entscheidung ist die Energiequelle. Netzleuchten werden entweder fest an 230 Volt angeschlossen oder hängen über ein Netzteil an einer Steckdose. Sie liefern Licht unabhängig vom Wetter und von der Jahreszeit. Der Preis dafür ist der Anschluss: Wo keine Zuleitung liegt, braucht ein Festanschluss eine Elektrofachkraft, und im Außenbereich solltest du hier nicht improvisieren.
Solarleuchten kommen ohne Kabel aus, hängen aber von Ladeertrag und Akku ab. Ein Beispiel für die Rechnung: Die spqment Solar-Wandleuchte mit Bewegungsmelder nennt im Angebot einen Akku mit 1800 Milliamperestunden. Bei einer Zellspannung von 3,7 Volt sind das rechnerisch rund 6,7 Wattstunden, und diese Menge begrenzt, wie viel Licht pro Nacht möglich ist. Zur Leistung des Panels und zur Spannung nennt das Angebot nichts, und zum Erfassungswinkel widerspricht es sich mit 270 und 120 Grad. Eine Herstellerunterlage haben wir nicht gefunden.
Die GIGALUMI Solarlampen für außen werden laut Angebot als Sechserset geliefert, schalten sich in der Dämmerung ein und laufen laut Angebot bis zu acht Stunden. Solche Erdspießleuchten zeichnen Beetkanten und Wegränder nach, sie leuchten keinen Weg aus. Für die dunkle Jahreshälfte, wenn das Panel wenig lädt, solltest du keine verlässliche Leuchtdauer erwarten. Wenn eine Solarleuchte gar nicht mehr leuchtet, hilft die Seite Solarlampe leuchtet nicht bei der Fehlersuche.
IP-Schutzart und Anschluss richtig lesen
Die erste Ziffer des IP-Codes beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Genormt ist das System in DIN EN 60529. IP44 steht für Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen, IP54 ist zusätzlich staubgeschützt, aber nicht staubdicht, und IP65 ist staubdicht mit Schutz gegen Strahlwasser. Wasserdicht im Sinne von Untertauchen ist keine dieser Stufen. Mehr zur Logik der Schutzarten steht auf der Seite zur IP-Schutzart.
Das ist bei Angeboten wichtig, denn Händler schreiben mitunter wasserdicht neben eine IP44 oder IP45. Beim GHUSTAR LED-Lichterkette 30 Meter ist IP44 laut Anbieter angegeben, die Zeile wasserdicht passt dazu nicht. Die HeiPard Lichterkette außen mit 15 G40-Glühbirnen nennt im Angebot IP45, das ist Schutz gegen Strahlwasser und keine Freigabe für Dauerregen an jedem Ort. Die EGLO Calpino 3 Außen-Wandleuchte hat laut Hersteller IP54, also Spritzwasser, nicht Strahlwasser. Für eine freie Wand ohne Dachüberstand ist eine höhere Schutzart die vorsichtigere Wahl.
Beim Anschluss gilt: 230-Volt-Festanschluss gehört im Zweifel in die Hand einer Elektrofachkraft. Die Comely Außenwandleuchte 24 W empfiehlt laut Angebot die Montage durch einen Elektriker. Lichterketten mit 24-Volt-Netzteil und Steckdosenstecker brauchen diesen Eingriff nicht, sie brauchen aber eine erreichbare Steckdose.
Hauswand und Eingang: Leuchten mit Bewegungsmelder
Am Hauseingang soll das Licht automatisch angehen, damit du den Schlüssel nicht im Dunkeln suchst. Bei der Wahl des Modells zählt weniger die Lumenzahl als die Frage, wohin der Sensor schaut. Die Steinel XLED home 2 S erfasst laut Hersteller über 180 Grad, tangential, also quer zum Sensor, bis 10 Meter und radial, also direkt darauf zu, bis 5 Meter. Laut Hersteller sind es 1550 Lumen bei 13,7 Watt, die Schutzart ist IP44, der Anschluss erfolgt am 230-Volt-Netz. Das Angebot nennt nur 10 Meter und verschweigt damit den Unterschied zwischen quer und frontal.
Die Steinel Außenleuchte L 12 S arbeitet laut Hersteller mit einem 180-Grad-Sensor mit bis zu zehn Metern Reichweite, IP44 und E27-Fassung. Das Leuchtmittel gehört laut Angebot nicht zum Lieferumfang, du bestimmst die Lichtfarbe also selbst. Die empfohlene Montagehöhe nennt Steinel mit zwei Metern. Die Oktaplex Rio Außenleuchte mit Bewegungsmelder erfasst laut Hersteller 140 Grad bis 9 Meter bei 1,8 bis 2,5 Meter Montagehöhe und wird an 230 Volt angeschlossen. Die Schutzart IP54 steht nur im Angebot. Beim Lichtstrom widersprechen sich Angebot und Herstellerseite mit 750 und 800 Lumen, auch bei den Maßen gibt es unterschiedliche Angaben, prüfe sie vor dem Kauf.
Die Comely Außenwandleuchte 24 W ist eine Alternative zu den Steinel-Modellen mit fest verbauter LED. Das Angebot nennt 24 Watt, 2650 Lumen, 3000 Kelvin, IP65, einen Erfassungswinkel von 120 Grad und 3 bis 5 Meter Reichweite. Zu diesem Modell liegt keine Herstellerunterlage vor, alle Werte sind Angebotsangaben. Die EGLO Calpino 3 Außen-Wandleuchte ist dagegen kein Sensorlicht: Sie leuchtet laut Hersteller mit 840 Lumen bei 3000 Kelvin nach oben und unten und eignet sich als Akzent an der Fassade, ist aber laut Produktseite nicht als Wegbeleuchtung mit Bewegungsmelder gedacht.
Setze Sensorlicht sparsam ein. Eine kurze Leuchtdauer genügt für Orientierung, Dauerlicht die ganze Nacht kostet Strom und stört Nachbarn. Wie sich Betriebskosten abschätzen lassen, steht auf der Seite zu den LED-Stromkosten.
Terrasse und Garten: Lichterketten und Lichtband
Für Terrasse, Pergola oder Zaun sind Lichterketten üblich. Entscheidend sind Strecke, Netzteil und Schutzart. Die GHUSTAR LED-Lichterkette 30 Meter nennt im Angebot 35 Birnen im Strang mit 1 Watt je Birne, also rund 35 Watt bei 24 Volt, dazu ein Verlängerungskabel von 3 Metern. Ob die 30 Meter die beleuchtete Strecke sind oder Strang plus Zuleitung, lässt das Angebot offen. Die Netzteilleistung steht dort nicht, und eine Herstellerunterlage haben wir nicht gefunden.
Die HeiPard Lichterkette außen mit 15 G40-Glühbirnen hat laut Angebot 10 Meter Gesamtlänge, davon 3 Meter Zuleitung, bleiben 7 Meter mit 15 Birnen. Laut Hersteller liegt die Lichtfarbe bei 2200 Kelvin. Die Kette läuft nach den Unterlagen der Reihe mit 24 Volt über ein Netzteil am Stecker. Beim Lichtstrom widersprechen sich Datenblatt und EU-Produktregister, ein Modell mit genau dieser Kennung ist nicht eindeutig dokumentiert. Rechne daher mit Dekolicht, nicht mit Licht zum Sehen.
Das Philips Hue Flux Outdoor LED-Lightstrip 10 m ist ein Lichtband für Kante, Pergola oder Mauer. Laut Hersteller ist das Band IP67, das Netzteil nur IP55, die Länge von 10 Metern ist fest, Kürzen und Verlängern sind ausgeschlossen. Der Hersteller nennt 3000 Lumen bei 6500 Kelvin, das ist der Maximalwert im kältesten Weiß, für warmes Weiß nennt das Datenblatt keinen Wert. Das Netzteil braucht eine trockene Steckdose, die Zuleitung ist laut Hersteller 1500 lang, vermutlich in Millimetern.
Für Stimmung wirken mehrere kleine warme Lichtpunkte in verschiedener Höhe ruhiger als eine einzelne helle Quelle. Warme Töne um 2700 bis 3000 Kelvin gelten als einladend, Kaltweiß um 6000 Kelvin als funktional. Was Kelvin bedeutet, erklärt die Seite zur Lichtfarbe in Kelvin. Das ist eine Einordnung nach Bauform und üblicher Lichtplanung, wir haben nichts gemessen.
Die Modelle im Vergleich
Die Tabelle fasst die genannten Modelle zusammen. Alle Werte stammen laut Hersteller oder laut Angebot von der jeweiligen Produktseite, leere Felder bedeuten, dass dort keine Angabe steht.
| Modell | Typ und Anschluss | Schutzart | Sensor | Weitere Angaben |
|---|---|---|---|---|
| Steinel XLED home 2 S | Strahler, 230 V | IP44 (Hersteller) | 180 Grad, 10 m quer, 5 m frontal | 1550 lm, 13,7 W (Hersteller) |
| Steinel Außenleuchte L 12 S | Wandleuchte, E27 | IP44 (Hersteller) | 180 Grad, bis 10 m | Leuchtmittel nicht im Lieferumfang |
| Oktaplex Rio Außenleuchte mit Bewegungsmelder | Wandleuchte, 230 V | IP54 (Angebot) | 140 Grad, bis 9 m | 3000 K, 10 W (Angebot) |
| Comely Außenwandleuchte 24 W | Wandleuchte, LED | IP65 (Angebot) | 120 Grad, 3 bis 5 m | 24 W, 2650 lm, 3000 K (Angebot) |
| EGLO Calpino 3 Außen-Wandleuchte | Wandleuchte, Up- und Downlight | IP54 (Hersteller) | 840 lm, 3000 K (Hersteller) | |
| spqment Solar-Wandleuchte mit Bewegungsmelder | Solar, Wandmontage | Winkel widersprüchlich | Akku 1800 mAh (Angebot) | |
| GIGALUMI Solarlampen für außen | Solar, 6er-Set | Dämmerungsschalter | bis 8 Stunden (Angebot) | |
| GHUSTAR LED-Lichterkette 30 Meter | Lichterkette, 24 V | IP44 (Anbieter) | 35 Birnen, 1 W je Birne (Angebot) | |
| HeiPard Lichterkette außen mit 15 G40-Glühbirnen | Lichterkette, 24 V | IP45 (Angebot) | 10 m, 15 Birnen, 2200 K (Hersteller) | |
| Philips Hue Flux Outdoor LED-Lightstrip 10 m | Lichtband, 10 m fest | IP67 Band, IP55 Netzteil (Hersteller) | 3000 lm, 6500 K (Hersteller) |
Daraus ergibt sich eine einfache Zuordnung nach Aufgabe. Für Hauswand und Eingang kommen die Modelle mit Sensor in Frage, bei der Wahl nach Anschluss und Montagehöhe. Für Akzentlicht an der Fassade ist die Calpino gedacht, für Stimmung auf der Terrasse Kette oder Lichtband, für Wegränder ohne Kabel die Solarleuchten. Eine Rangfolge ergibt sich nicht, weil die Aufgaben verschieden sind.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
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Welche Schutzart brauche ich für Außenleuchten?
IP44 ist das Minimum für geschützte Stellen, für frei bewitterte Wände ist IP65 die vorsichtigere Wahl. IP44 schützt vor Spritzwasser, IP65 ist staubdicht und schützt vor Strahlwasser. Die Schutzart steht auf dem Datenblatt der jeweiligen Leuchte.
Darf ich eine Außenleuchte selbst anschließen?
Bei 230-Volt-Festanschluss im Zweifel nein, das gehört an eine Elektrofachkraft. Das gilt besonders im Außenbereich und in Mietwohnungen. Lichterketten mit Steckernetzteil und Solarleuchten kommen ohne diesen Eingriff aus.
Wie hoch montiere ich einen Bewegungsmelder?
Etwa zwei Meter sind die übliche Empfehlung. Steinel nennt zwei Meter für die L 12 S, die Oktaplex Rio 1,8 bis 2,5 Meter laut Hersteller. Prüfe immer die Angabe der konkreten Leuchte.
Reichen Solarleuchten als Wegbeleuchtung?
Als Markierung ja, als Nutzlicht für dunkle Treppen nein. Die Leuchtdauer hängt von Akku und Sonnenertrag ab. Das Angebot der GIGALUMI-Leuchten nennt bis zu acht Stunden, gemessen haben wir das nicht.
Ist eine Lichterkette mit IP44 oder IP45 regenfest?
Nur eingeschränkt. IP44 schützt vor Spritzwasser, IP45 zusätzlich vor Strahlwasser, beides ist nicht wasserdicht. Hänge Ketten bei Dauerregen nur nach Prüfung der Herstellerangaben auf.
Welche Lichtfarbe passt zu Eingang und Terrasse?
Warmweiß um 2700 bis 3000 Kelvin ist die übliche Wahl für Eingang und Terrasse. Es wirkt einladender und blendet weniger. Für Hof und Einfahrt wird häufig Kaltweiß genutzt, das hängt von der Aufgabe ab.