Was belegt ist, und was nicht
Eine Herstellerunterlage zu genau diesem Modell gibt es nicht, und das ist bei diesem Produkt der Ausgangspunkt für alles Weitere. Eine Markenseite existiert zwar: filiyano.com ist erreichbar, aber es handelt sich um eine englischsprachige Werbeseite für Außenleuchten mit Dämmerungs- und Bewegungssensor, also Wandlaternen, Sensorleuchten und Stehleuchten. Unterbauleuchten führt sie überhaupt nicht. Es gibt dort keine Anleitung, kein Datenblatt, keinen Download, kein Impressum und keine Anschrift, als Kontakt steht nur eine Support-Adresse. Verwiesen wird auf einen Marktplatz-Shop, und Marktplatz-Listings verlinken wir grundsätzlich nicht. Ebenfalls geprüft: filiyano.de leitet per Skript auf eine Parkseite weiter und zeigt keine Produktinhalte, filiyano.eu, filiyano.net und filiyano.shop lösen gar nicht auf. Damit steht der Zähler für Herstellerunterlagen zu diesem Modell auf null.
Belastbar ist allein das EU-Produktregister. Unter der Handelsmarke FILIYANO stehen dort acht Lichtquellen, eingetragen für die Donghuababa, als Bevollmächtigte tritt die MARWAY Consulting UG (haftungsbeschränkt) in Gelsenkirchen auf. Zwei davon sind 200 Millimeter lang und damit die einzigen, die zur beworbenen Länge von 20 Zentimetern passen: Eintrag 2478307 zur Modellkennung CM-CGD20-01 und Eintrag 2478311 zur Modellkennung CM-CGD20-02. Beide nennen dieselben Werte: nicht netzbetriebene, nicht gerichtete Lichtquelle, 1,3 Watt Leistungsaufnahme im Ein-Zustand, 0 Watt Bereitschaftsleistung, 100 Lumen, 2700 Kelvin als einzelner Farbwert, nicht farbig abstimmbar, Farbwiedergabeindex 80, R9-Wert 8, Lebensdauerfaktor 1, Lichtstromerhalt 0,90, Energieverbrauch 2 Kilowattstunden je 1000 Stunden, Energieeffizienzklasse G, Eintrag Dimmbar Ja, in Verkehr seit dem 19. September 2025. Eine Modellkennung nennt das Angebot allerdings nicht, die Zuordnung über Handelsmarke und Länge bleibt deshalb eine begründete Wahrscheinlichkeit und keine Bestätigung.
Nachgerechnet: Dauerlicht gegen Bewegungsmodus
Die beiden beworbenen Laufzeiten lassen sich nachrechnen, und sie fallen unterschiedlich aus. Zuerst der Energieinhalt: 1100 Milliamperestunden ergeben bei den in solchen Zellen üblichen 3,7 Volt rund 4,1 Wattstunden. Sollen daraus 7 Stunden Dauerlicht werden, darf die Leiste im Mittel höchstens rund 0,6 Watt aufnehmen. Beide registrierten 20-Zentimeter-Einträge nennen 1,3 Watt, also mehr als das Doppelte. Mit 1,3 Watt reicht dieselbe Ladung für gut 3 Stunden. Die 7 Stunden sind damit nicht unmöglich, aber sie gelten erkennbar nicht für volle Helligkeit, sondern für eine deutlich abgesenkte Stufe. Das Angebot verspricht 7 Stunden helles Dauerlicht, und genau das Wort hell trägt die Rechnung nicht.
Die zweite Angabe geht dagegen auf. Im Bewegungsmodus nennt das Angebot bis zu 30 Tage bei etwa zehn Auslösungen am Tag und 25 Sekunden Nachlauf. Zehn mal 25 Sekunden sind 250 Sekunden Brenndauer pro Tag, also rund 0,07 Stunden. Bei 1,3 Watt sind das rund 0,09 Wattstunden am Tag, und 4,1 Wattstunden reichen damit rechnerisch für etwa sechs Wochen. Die beworbenen 30 Tage liegen also innerhalb dessen, was der Akku hergibt, mit Reserve für Selbstentladung und die Elektronik des Sensors. Genau hier steckt allerdings die Unsicherheit: Das Register trägt die Bereitschaftsleistung mit 0 Watt ein, und ein Sensor, der wochenlang wartet, verbraucht in Wirklichkeit etwas. Die sechs Wochen sind deshalb eine Obergrenze und kein Versprechen. Für den Jahresverbrauch ist das alles ohnehin nachrangig: Drei Leisten im Bewegungsmodus kommen zusammen auf etwa 0,1 Kilowattstunden im Jahr. Wer wissen will, wie sich solche Größenordnungen zu fest installiertem Licht verhalten, findet die Einordnung unter LED-Stromverbrauch und Kosten.
Welche FILIYANO-Leiste im Register steht
Die acht Einträge der Marke lassen sich sauber in zwei Gruppen teilen, und die Trennlinie ist aufschlussreich. Die beiden 20-Zentimeter-Einträge sind die einzigen mit dem Vermerk Dimmbar Ja, und sie sind zugleich die einzigen mit einer einzigen Farbtemperatur von 2700 Kelvin. Die sechs längeren Varianten sind das Gegenteil: Eintrag 2478315 mit 256 Millimetern, 2 Watt und 90 Lumen, die 306-Millimeter-Fassung mit 2 Watt und 105 Lumen sowie Eintrag 2478511 mit 406 Millimetern, 2,1 Watt und 110 Lumen. Alle sechs sind farbig abstimmbar mit 2700, 4500 und 6000 Kelvin, alle sechs tragen Dimmbar Nein, und alle sechs erreichen einen R9-Wert von 23 oder 24 statt der 8 bei den kurzen Leisten.
Für dich heißt das: Im Register gibt es keine FILIYANO-Leiste, die gleichzeitig 20 Zentimeter lang, dimmbar und in 6000 Kelvin registriert ist. Das ist relevant, weil das Angebot Dimmbarkeit ausdrücklich bewirbt, während die englische Fassung desselben Angebotstitels 6000 Kelvin nennt und die deutsche Fassung gar keine Lichtfarbe. Welche Lichtfarbe du bekommst, lässt sich aus den Unterlagen deshalb nicht klären, und das ist bei Licht unter einem Küchenschrank kein Detail. Warum zwischen 2700 und 6000 Kelvin Welten liegen, erklären wir unter Lichtfarbe und Kelvin. Auffällig ist übrigens der Eintrag selbst: Für die 20-Zentimeter-Leisten steht als Tiefe 1 Millimeter im Register, während die längeren Varianten dort 14 Millimeter tragen. Ein Gehäuse aus Aluminium mit eingebautem Akku ist keinen Millimeter dick. Das ist kein Messwert, sondern ein offensichtlicher Fehler in der Eintragung, und er zeigt, mit welcher Sorgfalt hier registriert wurde.
Was der Sensor können soll
Das Angebot nennt vier Kennwerte für den Sensor: rund 3 Meter Erfassungsdistanz, einen Bereich von 120 Grad, 25 Sekunden Nachlauf nach der letzten Bewegung und eine Dämmerungsschaltung, die den Automatikmodus nur bei Dunkelheit auslöst. Keine dieser vier Zahlen steht in einer Unterlage. Das EU-Produktregister erfasst Lichtquellen und sieht für Sensordaten kein Feld vor, eine Anleitung des Herstellers gibt es nicht, und die Markenseite führt dieses Produkt nicht. Damit stehen alle vier Werte ausschließlich im Verkaufstext.
Wie sehr solche Angaben auseinandergehen können, zeigen die Geräte, zu denen es Unterlagen gibt. Beim AUVON Nachtlicht mit Bewegungssensor nennt die beiliegende Anleitung eine beste Erfassungsdistanz in Fuß, die Produktseite derselben Marke aber einen anderen Meterwert, und die Anleitung schreibt ausdrücklich dazu, dass Umgebungstemperatur, Körperform und Bewegungsgeschwindigkeit die Reichweite verändern. Bei der Steinel RS 20 S steht im Datenblatt eine Zahl, die sich leicht doppelt so groß liest, wie sie gemeint ist, weil sie den Durchmesser und nicht die Reichweite beschreibt. Ohne Unterlage kannst du hier nicht einmal prüfen, ob die 3 Meter radial oder als Durchmesser gemeint sind. Genauso fehlt jede Helligkeitsangabe zum fertigen Produkt: weder Lumen noch Lux mit Messabstand. Die 100 Lumen aus dem Register beziehen sich auf die eingebaute Lichtquelle, nicht auf das, was auf der Arbeitsplatte ankommt. Zum Vergleich: Eine gewöhnliche alte 60-Watt-Glühlampe liefert rund 806 Lumen, wie es in unserer Lumen-Watt-Tabelle steht. Alle drei Leisten zusammen kommen auf rund 300 Lumen.
Befestigung, Laden und die Grenzen des Magneten
Die Montage ist der Punkt, an dem dieses Produkt seinen eigentlichen Vorteil ausspielt, und zugleich der, an dem die Beschreibung genau gelesen werden will. Das Angebot nennt integrierte Magnete für die Befestigung an Stahlflächen und legt für alle anderen Untergründe sechs magnetische Montagepads und zwei Schraubensätze bei. Genau darin steckt die Einschränkung: Küchenunterschränke bestehen üblicherweise aus beschichteter Spanplatte, Holz oder Glas, und dort hält kein Magnet. Du befestigst also in der Regel zuerst ein Klebepad und setzt die Leiste dann magnetisch darauf. Das ist immer noch bohrfrei, aber es bedeutet, dass die Haftung an der Klebefläche hängt und nicht am Magneten, und dass die Leiste auf einer fettigen oder frisch gereinigten Schrankunterseite in der Küche nicht ewig halten muss. Sechs Pads für drei Leisten heißt zwei Pads je Leuchte.
Beim Laden lohnt der Blick auf die Stückzahl. Geliefert werden drei Leisten und zwei USB-C-Kabel. Drei Akkus mit je 1100 Milliamperestunden ergeben zusammen rund 12 Wattstunden, die regelmäßig zurück in die Zellen müssen. Weder eine Ladedauer noch ein Ladestrom noch eine Zahl an Ladezyklen ist irgendwo dokumentiert, und ob der Akku wechselbar ist, sagt ebenfalls keine Quelle. Bei einem Gerät, dessen Nutzwert vollständig am Akku hängt, ist das die unangenehmste Lücke, denn mit dem Akku endet das Produkt. Praktisch heißt das: Plane einen Platz ein, an dem du die Leisten abnehmen und laden kannst, und rechne damit, dass drei Leuchten an zwei Kabeln nacheinander drankommen. Wer dauerhaft Licht auf der Arbeitsfläche will und ohnehin eine Steckdose in Reichweite hat, ist mit fest versorgtem Unterbaulicht besser bedient, und wer die Beleuchtung im ganzen Raum plant, findet den Einstieg über unseren Licht-Planer.
Was keine Quelle beantwortet
Bei diesem Produkt ist die Liste der offenen Punkte länger als die der belegten, und sie gehört offen auf den Tisch. Erstens: Der Lichtstrom dieses Modells ist nirgends angegeben, weder in Lumen noch in Lux mit einem Messabstand. Zweitens: Die Nennspannung des Akkus wird nicht genannt. Ohne sie lassen sich 1100 Milliamperestunden nicht sicher in Wattstunden umrechnen, und die gesamte Laufzeitrechnung hängt an der üblichen Annahme von 3,7 Volt. Drittens: Erfassungsreichweite, Erfassungswinkel, Nachlaufzeit und die Lux-Schwelle des Dämmerungssensors sind in keiner Unterlage belegt. Viertens: Die Bereitschaftsleistung des Sensors ist mit 0 Watt eingetragen, was für ein wartendes Gerät nicht stimmen kann, weshalb die 30 Tage nur als Obergrenze zu lesen sind.
Fünftens bleibt die Lichtfarbe offen, weil beide registrierten 20-Zentimeter-Einträge 2700 Kelvin nennen, der englische Angebotstitel aber 6000 Kelvin und der deutsche gar nichts. Sechstens ist nicht nachweisbar, ob diese beiden Einträge überhaupt genau dieses Angebot betreffen, denn das Angebot nennt keine Modellkennung. Siebtens fehlen Ladedauer, Ladezyklen und die Frage, ob der Akku wechselbar ist. Achtens gibt es keine Angabe zu einer Schutzart, was in einer Küche mit Wasserdampf über dem Herd durchaus eine Rolle spielt. Und neuntens ist die Werbeaussage flackerfrei durch nichts hinterlegt: Das Register führt für diese Einträge weder eine Flimmer-Messgröße noch einen Stroboskop-Wert. Wer aus dieser Aufzählung den Eindruck mitnimmt, hier werde eine Beschreibung und keine Spezifikation verkauft, liegt richtig.
Unsere Einordnung
Als Orientierungslicht im Schrank, in einer Schublade, im Kleiderschrank oder auf einer Treppenstufe kann so eine Leiste ihren Zweck erfüllen. Die bohrfreie Montage ist der ehrliche Vorteil, ebenso die Tatsache, dass keine Leitung verlegt werden muss und die Leuchte an einer Mietwohnungswand keine Spuren hinterlässt. Auch die Bauform aus Aluminium statt Kunststoff spricht dafür, dass die Leiste unter einem Schrank nicht sofort auffällt. Kaufe sie aber für das, was sie ist: kurzes Licht auf Zuruf beim Öffnen einer Tür, nicht Arbeitslicht für die Küchenzeile. Drei Leisten mit je rund 100 Lumen ersetzen keine Unterbaubeleuchtung am Netz, und die Energieeffizienzklasse G, die alle acht registrierten FILIYANO-Lichtquellen tragen, sagt nichts anderes.
Was gegen den Kauf spricht, ist weniger die Technik als die Beweislage. Es gibt keine Anleitung, keine Lumenangabe zum Produkt, keine belegte Sensorreichweite, keine Schutzart und keine Modellkennung, über die sich das Gerät eindeutig einer Registrierung zuordnen ließe. Die einzige harte Zahl, die sich prüfen lässt, nämlich die Laufzeit, hält der Prüfung nur zur Hälfte stand: Der Bewegungsmodus ist plausibel, das helle Dauerlicht über 7 Stunden nicht. Wenn du damit leben kannst, weil du ohnehin nur Sekunden Licht brauchst, ist das eine vertretbare Anschaffung. Wenn du dich auf Zahlen verlassen musst, ist es keine. Ideen für Licht, das dauerhaft an derselben Stelle gebraucht wird, sammeln wir im Bereich Wohnlicht.
Weiterlesen: AUVON Nachtlicht mit Bewegungssensor, Steinel RS 20 S mit dokumentiertem Erfassungsbereich und Lichtfarbe und Kelvin verstehen.