Was EACLL dokumentiert
Eine Markenseite existiert nicht. Geprüft und ohne Ergebnis geblieben sind eacll.com, www.eacll.com, eacll.de, eacll.eu, eacll.net, eacll.shop und eacll.co.uk: Keine dieser Domains löst auf, es gibt keine Herstellerseite, kein Impressum mit europäischer Anschrift, kein PDF-Datenblatt und keine Anleitung zum Herunterladen. Belastbar ist deshalb ausschließlich das EU-Produktregister, und dort steht überraschend viel. Unter der Handelsmarke EACLL sind 211 Lichtquellen eingetragen, gemeldet über die DEIFUA SARL in Paris als Bevollmächtigte. Genau sieben davon tragen den Eintrag Dimmbar Ja, und zwei passen auf dieses Angebot: Eintrag 2271310 zur Modellkennung EAC00408WW und Eintrag 2322674 zur Modellkennung 1A0603000K120YP1P.
Beide Einträge nennen Zeile für Zeile dieselben Werte. Sockel GU10 im Netzspannungsbetrieb bei 230 Volt und 50 Hertz, 6 Watt Leistungsaufnahme im Ein-Zustand, 0 Watt im Bereitschaftszustand, 585 Lumen Nutzlichtstrom im Kegel bei einem Gesamtlichtstrom von 685 Lumen, 3000 Kelvin als einzelner Farbwert, 120 Grad Abstrahlwinkel, 260 Candela Spitzenlichtstärke, Farbwiedergabeindex 83, R9-Wert 5, Farbkonsistenz 6 MacAdam-Ellipsen, Flimmer-Messgröße Pst LM 0,5, Stroboskop-Messgröße SVM 0,4, Verschiebungsfaktor 0,9, Energieverbrauch 6 Kilowattstunden je 1000 Stunden, Lebensdauerfaktor 0,90, Lichtstromerhalt 0,96, Abmessungen 53 Millimeter Höhe bei 50 Millimetern Breite und Tiefe, eine äquivalente Leistung von 80 Watt, gerichtete Lichtquelle, nicht vernetzt, nicht farbig abstimmbar, ohne Blendschutzschild und Energieeffizienzklasse E. Der Eintrag Dimmbar steht in beiden Fällen auf Ja. Damit ist die Kernaussage des Angebots belegt, und das ist bei einer Marke ohne eigene Webseite alles andere als selbstverständlich. Die im Angebot genannten 585 Lumen, 3000 Kelvin und 120 Grad stimmen mit der Unterlage überein, anders als in unserem Datencheck zur Linkind GU10, wo der Angebotstitel 36 Grad nennt und jede Unterlage 110 Grad.
Dimmbar ist belegt, der Dimmer nicht
Die eigentliche Kaufhürde steht dort, wo nichts steht. Keine der beiden Registrierungen nennt einen freigegebenen Dimmertyp, keine unterscheidet zwischen Phasenanschnitt und Phasenabschnitt, keine gibt eine Mindestlast an, keine nennt eine Höchstzahl an Lampen pro Dimmer. Das Register sieht für diese Angaben schlicht kein Feld vor, und weil es keine Herstellerseite gibt, gibt es auch keinen Ort, an dem sie stehen könnten. Genau daran scheitert der Tausch in der Praxis. Sechs Lampen mit je 6 Watt ergeben zusammen 36 Watt Anschlussleistung. Viele Dimmer, die noch aus der Glühlampenzeit in der Wand sitzen, brauchen deutlich mehr Last, um sauber zu arbeiten. Wird die Mindestlast unterschritten, flackert das Licht, brummt der Dimmer, startet die Lampe verzögert oder bleibt im unteren Stellbereich ganz aus.
Der zweite Fallstrick ist das Dimmprinzip. Ein Phasenanschnittdimmer schneidet die Netzhalbwelle vorne ab und ist auf induktive Lasten ausgelegt, ein Phasenabschnittdimmer schneidet hinten ab und passt in der Regel besser zu elektronischen Vorschaltgeräten. Welches von beiden diese Lampe verträgt, sagt niemand. Ohne Freigabe bleibt der Betrieb am vorhandenen Dimmer ein Versuch auf eigene Rechnung, und du solltest einkalkulieren, dass der Dimmer mitgetauscht werden muss. Dazu kommt eine kleine Unschärfe: Das Register führt zwei Einträge mit identischen Werten, aber unterschiedlichen Modellkennungen und unterschiedlichen Daten des Inverkehrbringens. Welche Kennung auf deiner Packung steht, siehst du vorher nicht, und beim Nachkauf schon gar nicht. Wer die Helligkeit lieber ohne jeden Eingriff in die Wand regeln möchte, findet in der smarten Beleuchtung den Weg, bei dem die Regelung in der Lampe selbst sitzt und der Dimmer im Stromkreis entfällt.
Nachgerechnet: 36 Watt, Klasse E und der Jahresverbrauch
Bei der Effizienz lohnt das eigene Nachrechnen, weil zwei Zahlen im Umlauf sind. Teilst du die beworbenen 585 Lumen durch 6 Watt, kommst du auf 97,5 Lumen pro Watt. Das läge in der Spanne der Energieeffizienzklasse F, denn F beginnt bei 85 und E erst bei 110 Lumen pro Watt. Im Register steht trotzdem E. Der Grund steht dort ebenfalls: Neben den 585 Lumen im 120-Grad-Kegel führt der Eintrag einen Gesamtlichtstrom von 685 Lumen, und 685 geteilt durch 6 sind rund 114 Lumen pro Watt. Beide Zahlen stammen aus derselben Unterlage, im Angebot steht nur die kleinere. Welche Rechnung die regelkonforme ist, entscheiden wir hier nicht, aber du weißt jetzt, warum das Label eine Klasse besser ausfällt, als die Angebotszahlen vermuten lassen.
Für den Verbrauch ist die Rechnung eindeutig. Sechs Lampen mit je 6 Watt ziehen zusammen 36 Watt. Bei drei Stunden täglich sind das rund 39 Kilowattstunden im Jahr, bei fünf Stunden rund 66. Das Register bestätigt die Größenordnung von der anderen Seite: 6 Kilowattstunden je 1000 Stunden und Lampe ergeben für sechs Lampen 36 Kilowattstunden je 1000 Betriebsstunden. Die beworbene Ersparnis von rund 90 Prozent bezieht sich auf die im Register eingetragene äquivalente Leistung von 80 Watt je Lampe. Sechs Halogenspots mit je 80 Watt wären 480 Watt gegenüber 36 Watt, also rund 92 Prozent weniger Leistungsaufnahme. Diese Prozentzahl ist damit keine Messung, sondern eine Umrechnung der Äquivalenzangabe, und als solche nachvollziehbar. Wichtig für die Dimmerplanung: Die 36 Watt sind der Höchstwert bei voller Helligkeit. Dimmst du herunter, sinkt die Last weiter, und damit steigt das Risiko, unter die Mindestlast des Dimmers zu rutschen. Was solche Werte auf der Stromrechnung bedeuten, ordnet unsere Seite zu LED-Stromverbrauch und Kosten ein.
Welche EACLL GU10 du wirklich vor dir hast
EACLL führt im Register allein bei GU10 dutzende Varianten, und sie unterscheiden sich stärker, als die fast gleichen Angebotstitel vermuten lassen. Wer nur auf Watt und Kelvin schaut, greift schnell daneben. Der direkteste Vergleich ist Eintrag 2482535: dieselben 585 Lumen, dieselben 3000 Kelvin, derselbe Abstrahlwinkel von 120 Grad, aber 5 Watt statt 6 und damit Energieeffizienzklasse D. Der Haken steht in derselben Zeile, denn dort trägt der Hersteller Dimmbar Nein ein. Die Dimmbarkeit kostet bei dieser Marke also ein Watt und eine Effizienzklasse. Die zweite dimmbare Lampe in 3000 Kelvin ist Eintrag 2307012 mit 7 Watt, 605 Lumen und Klasse F, also mehr Verbrauch für kaum mehr Licht.
Zwei weitere Einträge zeigen, wo die Grenzen dieser Lampe liegen. Eintrag 2544393 nennt 1,9 Watt bei 340 Lumen und Energieeffizienzklasse A, der Schwestereintrag mit 2,7 Watt kommt auf 485 Lumen und ebenfalls Klasse A. Beide sind nicht dimmbar und strahlen mit 36 statt 120 Grad, aber sie belegen, dass dieselbe Marke GU10-Lampen mit einem Bruchteil der Leistungsaufnahme registriert hat. Und Eintrag 2504080 zeigt dasselbe bei der Farbwiedergabe: 4,9 Watt, 420 Lumen, Farbwiedergabeindex 98 und ein R9-Wert von 96. Gegen diese Zahlen wirken der Farbwiedergabeindex 83 und der R9-Wert 5 der hier besprochenen Lampe blass, und der R9-Wert ist es, der über die Darstellung von gesättigtem Rot entscheidet, also über Holz, Haut und Lebensmittel. Der einzige verlässliche Prüfpunkt bleibt die Modellkennung auf der Packung: Steht dort etwas anderes als EAC00408WW oder 1A0603000K120YP1P, gelten die Werte dieser Kennung und nicht die hier genannten.
Fassung, Einbautiefe und der Nachkauf einzelner Lampen
Vor der Bestellung gehören drei Dinge geprüft. Erstens der Sockel. GU10 ist ein Netzspannungssockel mit zwei kräftigen Stiften im Abstand von 10 Millimetern, der mit einer Vierteldrehung verriegelt wird. Dazu passt die Registerangabe von 230 Volt und 50 Hertz: Die Lampe hängt direkt am Hausnetz und braucht keinen Trafo. GU5.3 sieht von unten ähnlich aus, hat aber zwei dünne Stifte im Abstand von 5,3 Millimetern, wird nur gesteckt und arbeitet an 12 Volt hinter einem Trafo oder elektronischen Konverter. Schau in eine leere Fassung und zähle die Stifte, nicht die Watt. Eine GU10-Lampe gehört niemals in eine für 12 Volt verdrahtete Fassung.
Zweitens der Platz. Die Lampe baut laut Register 53 Millimeter hoch bei 50 Millimetern Durchmesser, dazu kommt die Fassung. In flachen Zwischendecken oder direkt unter einer Dämmschicht wird das eng, und ob der Betrieb in geschlossenen oder gedämmten Einbauleuchten überhaupt zulässig ist, sagt keine Unterlage. Wenn du ohnehin neu bohrst, lohnt der Blick auf komplette Einbauleuchten statt auf einen reinen Leuchtmitteltausch, dazu unser Datencheck zur Paulmann Nova Plus Einbauleuchte. Drittens der Kegel. 120 Grad sind kein Spotkegel, sondern Flächenlicht: Bei 1,50 Metern Abstand zwischen Decke und Arbeitsfläche zeichnet ein 120-Grad-Kegel einen Kreis von rund 5,2 Metern Durchmesser, ein 36-Grad-Kegel dagegen nur rund einen Meter. Dazu passt die niedrige Spitzenlichtstärke von 260 Candela, während die eng gebündelte Lampe in unserem Datencheck zur Philips LED Classic GU10 auf 700 Candela kommt. Wer Spots gekauft hat, um einzelne Zonen zu betonen, bekommt hier Grundlicht. Und für den Nachkauf einzelner Lampen ist die Farbkonsistenz von 6 MacAdam-Ellipsen der kritische Wert: Je größer diese Zahl, desto weiter dürfen die Lampen im Farbort auseinanderliegen. Bei sechs Spots nebeneinander an einer Decke kann das auffallen, bei einer später nachgekauften siebten erst recht.
Was keine Quelle beantwortet
Die Lücken sind bei dieser Lampe sortierbar, und die wichtigste steht ganz oben. Erstens: Welcher Dimmertyp freigegeben ist, Phasenanschnitt oder Phasenabschnitt, sagt keine Unterlage. Zweitens: Eine Mindestlast oder eine Höchstzahl an Lampen je Dimmer nennt ebenfalls niemand, obwohl genau das über den Betrieb entscheidet. Drittens fehlt eine Nennlebensdauer in Stunden. Das Register führt nur einen Lebensdauerfaktor von 0,90 und einen Lichtstromerhalt von 0,96, die im Angebot genannten 30.000 Stunden haben dort keine Entsprechung. Viertens ist nirgends dokumentiert, ob die Lampe in geschlossenen oder gedämmten Einbauleuchten betrieben werden darf, und fünftens fehlt jede Angabe zu Betriebstemperatur oder maximaler Gehäusetemperatur.
Sechstens bleibt offen, welche der beiden Modellkennungen auf der gelieferten Packung steht, denn beide Registrierungen sind gültig und tragen dieselben Werte. Siebtens fehlt eine Angabe zur Schaltfestigkeit, also zur Zahl der Schaltzyklen, die gerade in Fluren und Bädern über die tatsächliche Lebensdauer entscheidet. Und achtens ist die Werbeaussage flimmerfrei nicht dasselbe wie die Registerwerte: Pst LM 0,5 und SVM 0,4 sind Messgrößen mit Zahlenwert, keine Bestätigung eines flimmerfreien Betriebs, und beide gelten für die ungedimmte Lampe. Wie sich eine Lampe im gedimmten Zustand verhält, ist bei keinem der beiden Einträge dokumentiert, und genau dort entsteht Flimmern in der Praxis. Was hinter Angaben wie 3000 Kelvin steckt, erklären wir unter Lichtfarbe und Kelvin.
Unsere Einordnung
Für vorhandene GU10-Fassungen mit einem modernen, LED-tauglichen Dimmer ist dieses Sechserpack eine brauchbare Einstiegslösung, und das aus einem Grund, der bei Angeboten dieser Preisklasse selten ist: Die entscheidende Eigenschaft steht in einer offiziellen Unterlage und nicht nur im Angebotstext. Zwei EU-Registrierungen tragen Dimmbar Ja, und sie widersprechen sich nicht, anders als die beiden Blätter in unserem Datencheck zur Linkind GU10. Auch Lumen, Kelvin und Abstrahlwinkel stimmen zwischen Angebot und Unterlage überein. Wer sechs Fassungen auf einen Schlag bestückt und dabei dieselbe Charge bekommt, hat außerdem den praktischen Vorteil eines einheitlichen Farbeindrucks.
Die Grenzen sind ebenso klar. Ohne Dimmerfreigabe und ohne Mindestlast planst du auf gut Glück, und bei 36 Watt Gesamtlast an einem alten Dimmer ist das kein theoretisches Risiko. Wer gar nicht dimmt, bekommt bei derselben Marke dieselbe Lichtmenge mit einem Watt weniger und einer Klasse besser. Wer Farben genau sehen will, ist mit Farbwiedergabeindex 83 und R9-Wert 5 nur im Standard unterwegs, während dieselbe Marke eine Variante mit Farbwiedergabeindex 98 registriert hat. Und wer den Verbrauch ernsthaft senken will, sollte wissen, dass EACLL selbst GU10-Lampen in Energieeffizienzklasse A führt, dort allerdings ohne Dimmfunktion und mit engem Kegel. Klasse E ist der ehrliche Kritikpunkt an dieser Lampe: solide Mittelklasse, mehr nicht. Gekauft wird sie wegen der Menge, des breiten Kegels und der belegten Dimmbarkeit. Passende Leuchten und Raumideen sammeln wir im Bereich Wohnlicht, und wer die Lichtmengen für einen ganzen Raum sortieren will, startet mit unserem Licht-Planer.
Weiterlesen: Philips LED Classic GU10, ausdrücklich nicht dimmbar, Osram Superstar Plus E27 als dimmbares E27-Gegenstück und Watt und Lumen umrechnen.