Start/Datenchecks/HOFTRONIC S-Series Feuchtraumleuchte 120 cm, 36 Watt, 4320 Lumen, IP65, Viererpack

Datencheck Feuchtraumleuchte

HOFTRONIC Feuchtraumleuchte 120 cm: flimmerfrei laut Shop, SVM 0,9 laut EU-Register

Der Shop des Herstellers führt diese Leuchte als flimmerfrei. Im EU-Produktregister hat dasselbe Unternehmen für dieselbe Modellkennung eine Flimmer-Messgröße Pst LM von 1,0 und eine Stroboskop-Messgröße SVM von 0,9 hinterlegt, also mehr als das Doppelte des allgemeinen Grenzwerts von 0,4. Über drehenden Maschinen ist das ein Praxisthema und keine Randnotiz. Die 4320 Lumen bei 36 Watt gelten je Leuchte, nicht für den Viererpack, und ergeben nachgerechnet 120 Lumen je Watt.

Stand: 27. August 2026

KI-gestützter Text redaktionell geprüft · Bilder sind echte Produktfotos, keine KI-Bilder · Details

Passt, wenn: Du willst Keller, Garage, Werkstatt oder Lagerraum in einem Zug hell bekommen, ohne für jede Leuchte eine eigene Zuleitung zu ziehen. Genau dafür ist dieser Viererpack gebaut, und die Unterlagenlage ist ungewöhnlich gut: Es gibt ein Datenblatt, ein Handbuch mit deutschem Abschnitt, zwei Produktinformationsblätter nach der Energielabelverordnung und zwei Eintragungen im EU-Produktregister. Die beworbenen 4320 Lumen bei 36 Watt gelten je Leuchte und ergeben nachgerechnet exakt 120 Lumen je Watt und damit Energieeffizienzklasse E. Der schärfste Fund steckt jedoch nicht in der Effizienz, sondern beim Flimmern: Der Shop des Herstellers führt die Leuchte in seiner Datenliste als flimmerfrei, während dasselbe Unternehmen im EU-Produktregister eine Flimmer-Messgröße von 1,0 und eine Stroboskop-Messgröße von 0,9 hinterlegt hat. Für eine Werkstatt mit drehenden Maschinen ist das der entscheidende Punkt. Und noch vor allen Zahlen steht der Anschluss: Diese Leuchte wird über Klemmen fest an 230 Volt gelegt, einen Stecker gibt es nicht, und das Handbuch verlangt dafür ausdrücklich einen qualifizierten Elektriker.

Was HOFTRONIC an Unterlagen liefert

Vorweg das, was bei dieser Warengruppe selten ist: Die Unterlagenlage ist hier gut. HOFTRONIC ist eine niederländische Marke der HOF Trading B.V. mit Sitz in Weert, die Markenadressen lösen auf, und zu genau dieser Leuchte liegen vier Unterlagen des Herstellers vor. Ein Datenblatt zur Baureihe S-Series S01 in der Fassung V.01 vom 17. Januar 2023, ein Handbuch mit eigenem deutschem Abschnitt, und zwei Produktinformationsblätter nach der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015, eines für die Einzelleuchte und eines für den Viererpack. Dazu kommen zwei Eintragungen im EU-Produktregister, und das Unternehmen tritt dort selbst als Hersteller auf, nicht über einen Bevollmächtigten.

Genauso wichtig ist die Kette, über die man von diesem Angebot zu diesen Unterlagen kommt, denn sie ist ungewöhnlich sauber. Der Viererpack trägt beim Hersteller die Artikelnummer 2706289 mit der Strichcodenummer 8720722706289. Die einzelne Leuchte darin trägt die Artikelnummer 2700904 mit der Strichcodenummer 8720722700904. Das Datenblatt führt genau diese Nummer neben ihrer Schwester 2700898, und das ist die identische Leuchte in 4000 Kelvin. Wer prüfen will, ob eine gelieferte Leuchte die richtige ist, findet diese Nummern auf dem Typenschild.

Die zweite gute Nachricht betrifft eine Frage, an der Mehrfachpackungen sonst regelmäßig scheitern: Gelten die beworbenen Zahlen je Leuchte oder für das ganze Paket? Hier ist es eindeutig, weil beide Einheiten getrennt registriert sind. Der Datensatz zur Einzelleuchte 2700904 und der Datensatz zum Viererpack 2706289 nennen exakt dieselben Werte: 4320 Lumen, 36 Watt, Klasse E. Wären es Werte für das Paket, müsste der Viererpack das Vierfache tragen. Die 4320 Lumen und 36 Watt gelten also je Leuchte. Für das ganze Paket sind es 17.280 Lumen bei 144 Watt.

Was das Datenblatt dagegen nicht enthält, ist ausgerechnet die Zahl, die den Kaufgrund trägt: Wie viele Leuchten in Reihe geschaltet werden dürfen, steht dort nicht. Sie steht im Handbuch, unter der Überschrift MAXIMAL KOPPELBARE, und lautet für die 120-Zentimeter-Leuchten maximal 10 Stück. Zu dieser Zahl kommen wir weiter unten ausführlich zurück, denn sie beantwortet weniger, als sie auf den ersten Blick verspricht.

Wir zählen deshalb vier Herstellerunterlagen zu genau diesem Modell: Datenblatt, Handbuch und die beiden Produktinformationsblätter. Die zwei Registereinträge führen wir getrennt als Register und nicht als Unterlagen, und die Shopseiten der Marke führen wir als Quelle, aber nicht als technisches Dokument. Diese Trennung ist wichtig, weil sich Shop und Register an einer entscheidenden Stelle widersprechen.

4320 Lumen bei 36 Watt: die Effizienzklasse nachgerechnet

Die Rechnung ist kurz und geht auf: 4320 Lumen geteilt durch 36 Watt gleich genau 120,0 Lumen je Watt. Auf diesen Quotienten kommt der Faktor FTM, und der hängt an zwei Merkmalen. Der Registereintrag führt die Leuchte als netzbetrieben und als ungebündelt, und für diese Kombination beträgt der Faktor 1,000. Der Korrekturfaktor 0,926 gilt ausdrücklich nur für nicht netzbetriebene Lichtquellen und wäre hier falsch. Die Gesamtnetzlichtausbeute bleibt also bei 120 Lumen je Watt. Nach der Klassentabelle der Verordnung (EU) 2019/2015 beginnt Klasse E bei 110 und Klasse D bei 135. Damit landet die Rechnung bei Klasse E, und genau diese Klasse weist der Hersteller aus. Die Angaben sind in sich stimmig, und das ist ausdrücklich ein Pluspunkt.

Interessant wird es beim zweiten Merkmal. Der Registereintrag führt die Leuchte als ungebündelt, gibt den Nutzlichtstrom aber im Weitkegel von 120 Grad an, und das Datenblatt nennt einen Abstrahlwinkel von 110 Grad. Nach der Definition der Verordnung wird der Lichtstrom einer ungebündelten Lichtquelle in der Vollkugel bestimmt, der einer gebündelten mit einem Halbwertswinkel ab 90 Grad dagegen im 120-Grad-Kegel. Die Registrierung mischt hier also zwei Einordnungen. Rechnet man mit der anderen Zuordnung, also gebündelt und netzbetrieben, gilt der Faktor 1,176, und aus 120 Lumen je Watt werden 141,1 Lumen je Watt und damit Klasse D. Der Hersteller hat sich also für die Einstufung entschieden, die ihm den schlechteren Buchstaben einbringt. Das ist eine Einordnung von uns und keine Beanstandung: Für den Käufer bedeutet es, dass das E auf dem Etikett hier eher zu streng als zu großzügig ist.

Für den Verbrauch heißt das konkret Folgendes. Vier Leuchten ziehen zusammen 144 Watt. Die folgende Tabelle rechnet das in Kilowattstunden je Jahr um, für drei typische Nutzungen. Die Vergleichsspalte nimmt die 62-Watt-Leuchtstofflampe, die der Anbieter selbst als Vergleich nennt, ebenfalls viermal.

Nutzungvier LED-Leuchten, 144 Wattvier Leuchtstofflampen, 248 WattErsparnis
1 Stunde am Tag, Kellerrund 53 kWh im Jahrrund 91 kWh im Jahrrund 38 kWh
3 Stunden am Tag, Garagerund 158 kWh im Jahrrund 272 kWh im Jahrrund 114 kWh
8 Stunden am Tag, Werkstattrund 421 kWh im Jahrrund 724 kWh im Jahrrund 303 kWh

Damit lässt sich auch eine Werbeaussage prüfen. Der Angebotstext verspricht gegenüber einer 62-Watt-Leuchtstofflampe bis zu 50 Prozent Ersparnis. Rechnet man mit den beiden Zahlen des Anbieters selbst, ergibt sich 62 minus 36 gleich 26, geteilt durch 62 gleich 41,9 Prozent. Die 50 Prozent folgen aus dem eigenen Vergleich also nicht. Und es kommen zwei weitere Zahlen ins Spiel. Der eigene Shop des Herstellers wirbt auf der Seite zu diesem Viererpack mit einer Ersparnis von bis zu 75 Prozent gegenüber alten Leuchtstofflampen, und das Datenblatt desselben Herstellers nennt in der Zeile Equivalent watts 200 Watt, während die beiden regulierten Produktinformationsblätter bei den Feldern zur Gleichwertigkeitsbehauptung und zum Ersatz einer Leuchtstofflampe ausdrücklich nicht zutreffend eintragen. Vier Unterlagen desselben Unternehmens, vier verschiedene Aussagen, und die formal strengste sagt: keine Gleichwertigkeitsbehauptung. Nachrechnen lässt sich davon nur der Vergleich mit den 62 Watt, und der endet bei 41,9 Prozent. Wie du deinen eigenen Verbrauch durchrechnest, steht in unserem Artikel zu LED-Stromverbrauch und Kosten.

Und was heißt das für den Raum? Vier Leuchten bringen zusammen 17.280 Lumen. Auf eine Garage mit 30 Quadratmetern verteilt sind das rechnerisch 576 Lux, auf einen Keller mit 20 Quadratmetern 864 Lux. Beides sind reine Divisionen ohne Abzüge für Leuchtenwirkungsgrad, Abstrahlwinkel, Wandreflexion und Verschmutzung, und in der Praxis kommt auf der Fläche deutlich weniger an, oft die Hälfte. Selbst dann liegt man mit vier Leuchten in einer normalen Garage über dem, was man zum Arbeiten braucht, und für einen reinen Lagerkeller sind vier Stück eher großzügig als knapp. Richtwerte für einzelne Raumarten stehen in unserem Artikel wie viel Lumen pro Raum.

IP65 heißt Strahlwasser, nicht wasserdicht

Der Angebotstext benutzt das Wort wasserdicht mehrfach, gleich im ersten Aufzählungspunkt und in der Überschrift dazu. Das ist die häufigste Fehldeutung überhaupt, deshalb hier die Auflösung. Die erste Ziffer der IP-Kennzahl beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper, und eine 6 bedeutet staubdicht. Das ist der höchste Wert und für Keller, Garage und Werkstatt genau der richtige. Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz gegen Wasser, und eine 5 bedeutet Schutz gegen Strahlwasser aus beliebiger Richtung. Nicht Untertauchen, nicht Hochdruck, nicht wasserdicht. Wasserdicht wäre erst ab der zweiten Ziffer 7 zutreffend, also ab zeitweiligem Untertauchen.

Wofür reicht das? Für alle Räume, in denen es feucht wird, Wasser spritzt oder Staub anfällt: Keller, Waschküche, Garage, Werkstatt, Lagerraum, Schuppen, Carport unter einem Dach. Das Handbuch formuliert die Grenze selbst, und zwar präziser als der Angebotstext: Das Produkt sei für die Standardanwendung in feuchten Räumen und überdachten Außenbereichen geeignet. Ein paar Zeilen weiter steht dagegen der allgemeinere Satz, die Leuchte könne im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Bei zwei unterschiedlich weiten Aussagen in derselben Unterlage gilt sinnvollerweise die engere: unter ein Dach ja, frei bewittert an einer Hauswand ohne Überstand eher nicht.

Wofür reicht es nicht? Für alles, was über Strahlwasser hinausgeht. Eine Garage, die mit dem Hochdruckreiniger ausgespritzt wird, ist ein Grenzfall, denn Hochdruck ist ausdrücklich eine andere Prüfung als Strahlwasser. Ein Dampfbad oder eine Sauna scheidet ohnehin aus, und zwar wegen der Temperatur: Das Datenblatt nennt einen Betriebsbereich von minus 20 bis plus 40 Grad. Die obere Grenze ist der Punkt, den man bei einer ungedämmten Garage oder einem Blechschuppen im Hochsommer im Blick behalten sollte, denn direkt unter dem Dach werden 40 Grad schneller erreicht, als man denkt. Die untere Grenze ist dagegen ein echter Vorteil gegenüber alten Leuchtstoffröhren, die bei Kälte nur zögerlich zünden.

Eine Formulierung im Angebot verdient noch eine Korrektur. Dort steht, die Leuchte sei gegen Vandalismus geschützt, mit dem Zusatz Schutzklasse IK07. IK ist keine Schutzklasse, sondern ein Stoßfestigkeitsgrad, und die beiden Begriffe bedeuten Verschiedenes. IK07 entspricht einer Schlagenergie von 2 Joule, das ist ein halbes Kilogramm aus rund 40 Zentimetern Höhe. Für eine Leuchte, die in einer Werkstatt gelegentlich etwas abbekommt, ist das ein sinnvoller Wert. Von echtem Vandalismusschutz spricht man am Markt üblicherweise erst ab IK08 mit 5 Joule oder IK10 mit 20 Joule. HOFTRONIC selbst führt eine Schwesterbaureihe mit IK08. Wer die Leuchte in einem öffentlich zugänglichen Bereich montieren will, sollte diesen Unterschied kennen.

Verknüpfbar: zehn Leuchten und 24,8 Ampere Einschaltstrom

Verknüpfbar ist das Wort, das dieses Angebot verkauft, und ausnahmsweise steht dahinter eine echte Zahl. Das Handbuch nennt sie unter einer eigenen Überschrift: 120-Zentimeter-Leuchten maximal 10 Stück, 150-Zentimeter-Leuchten maximal 8 Stück. Der Angebotstext gibt das korrekt mit bis zu 10 Leuchten wieder, und die Datenliste des Herstellershops bestätigt es mit der Zeile anschließbare Menge 10. Drei Quellen, eine Zahl. Das ist mehr Übereinstimmung, als man in dieser Warengruppe gewohnt ist.

Nur beantwortet diese Zahl nicht, was man von ihr erwartet. Die naheliegende Vermutung wäre, dass die Grenze aus dem Strom folgt. Das tut sie nicht. Eine Leuchte mit 36 Watt zieht bei 230 Volt und einem Leistungsfaktor über 0,9 rund 0,17 Ampere. Zehn Leuchten kommen damit auf 1,7 Ampere. Das ist für einen üblichen Stromkreis mit 16 Ampere Absicherung eine Kleinigkeit. Nach dem Dauerstrom wären nicht zehn, sondern deutlich mehr Leuchten möglich. Die Zehn ist also keine Strombegrenzung, sondern eine Vorgabe des Herstellers, und ihr Grund steht in keiner Unterlage.

Eine Zahl im Datenblatt zeigt allerdings, wo die eigentliche Belastung liegt: der Einschaltstrom von 24,8 Ampere je Leuchte. LED-Treiber laden beim Einschalten einen Kondensator auf, und das erzeugt einen kurzen, sehr hohen Stromstoß. Vier Leuchten an einem Schalter ergeben rechnerisch 99 Ampere, zehn Leuchten 248 Ampere im Einschaltmoment. Ob ein Leitungsschutzschalter das verkraftet, hängt nicht nur von der Höhe ab, sondern von der Dauer des Stromstoßes, und genau die nennt das Datenblatt nicht. Damit lässt sich die zulässige Stückzahl je Sicherungsautomat nicht ausrechnen. Was du daraus mitnehmen solltest: Wenn beim Einschalten der Automat fällt, liegt das nicht an einem Defekt, sondern am Einschaltstrom. Die Abhilfe heißt dann, die Kette auf zwei Schalter oder zwei Stromkreise aufzuteilen.

Anzahl Leuchten in ReiheAnschlussleistungDauerstrom bei 230 Voltrechnerischer Einschaltstrom
136 Wattrund 0,17 Ampere24,8 Ampere
272 Wattrund 0,35 Ampererund 50 Ampere
4 (dieser Pack)144 Wattrund 0,70 Ampererund 99 Ampere
8288 Wattrund 1,39 Ampererund 198 Ampere
10 (Maximum laut Handbuch)360 Wattrund 1,74 Ampererund 248 Ampere

Der zweite Punkt ist praktischer Natur und wird gerne übersehen: Verbindungskabel liegen nicht bei. Das Handbuch bildet in seinen vier Zeichnungen eine Endkappe mit einer verschraubten Kabeldurchführung, eine dreipolige Klemme und eine Abisolierlänge von 8 Millimetern ab. Es zeigt, wie eine Leuchte angeschlossen wird, und nennt die Höchstzahl. Es zeigt nicht, wie zwei Leuchten miteinander verbunden werden, und es führt kein Verbindungskabel im Zubehör. Verknüpfbar heißt hier also: Du legst von einer Leuchte zur nächsten selbst eine Leitung, und die muss nach Handbuch mindestens 1,0 Quadratmillimeter Querschnitt haben und der Norm 60245 IEC 57 entsprechen. Das ist eine gummiisolierte Schlauchleitung, keine gewöhnliche Installationsleitung.

Die verschraubte Kabeldurchführung ist zugleich die Zugentlastung und die Abdichtung. Genau hier entscheidet sich die IP65-Schutzart in der Praxis: Eine Verschraubung, die nicht fest genug angezogen ist oder auf einem zu dünnen Kabel sitzt, dichtet nicht, und dann nützt das dichte Gehäuse nichts. Ein Anzugsmoment oder ein zulässiger Kabeldurchmesserbereich steht in keiner Unterlage. Und der Anschluss selbst ist ein fester 230-Volt-Anschluss über Klemmen, ohne Stecker. Das Handbuch sagt dazu in seinem ersten Sicherheitspunkt selbst, dass das Produkt von einem qualifizierten Elektriker zu installieren ist. Diesen Satz solltest du ernst nehmen: Wenn du keine Elektrofachkraft bist und keine hast, ist das der Punkt, an dem dieser Kauf scheitert.

6500 Kelvin und der Flimmerwert, den der Shop nicht nennt

6500 Kelvin ist sehr kaltes Licht, deutlich kälter als das neutralweiße Licht eines Büros. Für einen Keller, eine Garage, eine Werkstatt oder einen Lagerraum ist das eine sinnvolle Wahl: Kaltes Licht wirkt bei gleicher Beleuchtungsstärke heller, hält wach und lässt Farben und Beschriftungen kontrastreich erscheinen. Für alles, in dem man sich länger aufhält und entspannt, ist es die falsche Wahl. Ein Hobbyraum, in dem auch mal gesessen wird, ein Partykeller, eine Werkstatt, die zugleich Rückzugsort ist: Dort wird 6500 Kelvin als kalt und ungemütlich empfunden. Die gute Nachricht ist, dass du dich nicht festlegen musst. HOFTRONIC führt dieselbe Leuchte in 4000 Kelvin unter der Artikelnummer 2700898, mit identischen 4320 Lumen, identischen 36 Watt und identischer Klasse E. Der einzige nennenswerte Unterschied im Register ist der R9-Wert für Rottöne: 16 bei der kalten Fassung, 1 bei der neutralweißen. Wo genau die Kelvinskala welche Wirkung hat, steht in unserem Artikel zu Lichtfarbe und Kelvin.

Und jetzt der Fund, der diesen Datencheck trägt. Die Datenliste im Shop des Herstellers führt eine Zeile mit der Überschrift Flimmerfrei, und der Eintrag dazu lautet Ja. Der Beschreibungstext derselben Seite geht noch weiter und verspricht ein zu 100 Prozent flickerfreies Licht, das bei längerem Aufenthalt weder Ermüdung noch Kopfschmerzen verursache, ausdrücklich empfohlen für Werkstätten. Dasselbe Unternehmen hat für dieselbe Modellkennung in seinem eigenen Produktinformationsblatt und im EU-Produktregister zwei Zahlen hinterlegt: die Flimmer-Messgröße Pst LM gleich 1,0 und die Stroboskop-Messgröße SVM gleich 0,9. Beide Werte stehen im Datensatz zur Einzelleuchte und im Datensatz zum Viererpack, also zweimal identisch.

Was diese Zahlen bedeuten, ist in der Verordnung selbst definiert, und zwar unmissverständlich. Ein Wert Pst LM gleich 1 heißt, dass ein durchschnittlicher Betrachter das Flimmern mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent bemerkt. Es ist zugleich der Höchstwert, den die Verordnung seit dem 1. September 2021 zulässt. Die Leuchte liegt bei diesem Wert also exakt an der Obergrenze, nicht darunter. Für die Stroboskop-Messgröße nennt dieselbe Verordnung einen allgemeinen Grenzwert von 0,4. Der hinterlegte Wert von 0,9 ist mehr als das Doppelte davon.

Bevor daraus ein Vorwurf wird, gehört die andere Hälfte der Vorschrift dazu: Der Verordnungstext nennt für die Stroboskop-Anforderung ausdrücklich Ausnahmen, unter anderem für Lichtquellen, die für Außenanwendungen, industrielle Anwendungen oder andere Anwendungen bestimmt sind, bei denen die Beleuchtungsnormen einen Farbwiedergabeindex unter 80 zulassen. Eine Feuchtraumleuchte für Keller, Garagen, Lagerhallen und Parkhäuser fällt sehr plausibel unter diese Beschreibung. Ob HOFTRONIC sich auf diese Ausnahme stützt, steht in keiner der vier Unterlagen. Unsere Einordnung lautet deshalb: Der Wert von 0,9 ist mit der Verordnung vermutlich vereinbar. Flimmerfrei, wie es im Shop steht, ist die Leuchte damit trotzdem nicht.

Praktisch heißt das Folgendes, und hier wird es wichtig. Der Stroboskopeffekt betrifft nicht das Wohlbefinden, sondern die Wahrnehmung von Bewegung. Bei einem hohen SVM-Wert kann ein drehendes Teil unter dieser Beleuchtung langsamer oder sogar stillstehend erscheinen, obwohl es sich mit voller Drehzahl bewegt. Über einer Drehbank, einer Kreissäge, einer Standbohrmaschine oder einem Winkelschleifer ist das kein theoretisches Problem. Wenn in deiner Werkstatt drehende Maschinen stehen, nimm diese Leuchte nicht als einzige Lichtquelle darüber. Setze eine zweite Leuchte anderer Bauart daneben, am besten mit einem eigenen Schaltkreis, oder arbeite mit einer zusätzlichen Maschinenleuchte. Für die reine Grundbeleuchtung eines Kellers, eines Lagerraums oder einer Garage ohne laufende Maschinen ist der Wert dagegen kein Hinderungsgrund.

Es gibt einen technischen Hinweis darauf, woher der Wert kommen könnte, und wir schreiben ihn als das hin, was er ist: eine Vermutung aus den Zahlen des Herstellers. Die Datenliste des Shops nennt 138 LED und einen Ausgangsstrom von 85 Milliampere. 36 Watt geteilt durch 0,085 Ampere ergibt rund 423 Volt, und 423 Volt geteilt durch 138 LED ergibt rund 3,07 Volt je LED. Das ist genau die Durchlassspannung einer einzelnen weißen LED. Die Zahlen passen also zu einer einzigen langen Reihenschaltung an einer hohen Gleichspannung, und solche einfachen Schaltungen glätten die Netzwelligkeit erfahrungsgemäß weniger gut als aufwendigere Treiber. Belegt ist dieser Zusammenhang nicht, und die 85 Milliampere passen ihrerseits nicht zur Netzseite: 230 Volt mal 0,085 Ampere ergeben rund 20 Watt und nicht 36.

Was keine Quelle beantwortet

Die Dauer des Einschaltstromstoßes fehlt. Das Datenblatt nennt 24,8 Ampere, aber ohne eine Zeitangabe lässt sich nicht ausrechnen, wie viele Leuchten ein Leitungsschutzschalter eines bestimmten Typs verkraftet. Ebenso fehlt eine Aussage dazu, warum die Höchstzahl bei zehn Leuchten liegt, denn aus dem Dauerstrom folgt sie nicht.

Ein Lieferumfang wird nirgends vollständig aufgezählt. Ob an beiden Enden eine Kabelverschraubung sitzt, ob ein Blindstopfen für die ungenutzte Öffnung beiliegt, ob Schrauben und Dübel für die Befestigungsschellen dabei sind und ob Aufhängeschnüre mitgeliefert werden, sagt weder das Datenblatt noch das Handbuch noch die Shopseite. Verbindungskabel liegen jedenfalls nicht bei, und ein Anzugsmoment sowie ein zulässiger Kabeldurchmesserbereich für die Verschraubung werden ebenfalls nicht genannt.

Die Zeile Ausgangsstrom 85 mA auf der Shopseite bleibt unerklärt. Zusammen mit den ebenfalls dort genannten 220 bis 240 Volt Ausgangsspannung ergibt sie rund 20 Watt und passt damit nicht zu den 36 Watt, die alle anderen Unterlagen nennen. Welche Größe dort tatsächlich gemeint ist, sagt keine Quelle.

Zur Blendung gibt es keine Zahl. Der Angebotstext behauptet, das diffuse Licht blende nicht, und empfiehlt die Leuchte deshalb sogar für Parkhäuser. Ein UGR-Wert steht in keiner Unterlage, und das Produktinformationsblatt führt ausdrücklich keinen Blendschutz. Bei einer milchigen Wanne über einer Werkbank ist der Blendeindruck erfahrungsgemäß gering, belegt ist er nicht.

Was zuerst zu Ende geht, die Betriebsstunden oder die Schaltzyklen, ist eine Frage, die keine Unterlage stellt, obwohl sie über die Nutzungsdauer entscheidet. Das Datenblatt nennt 25.000 Stunden Lebensdauer und 15.000 Schaltzyklen. Bei einer Kellerleuchte, die täglich sechsmal für fünf Minuten eingeschaltet wird, sind die 15.000 Schaltzyklen nach rund sieben Jahren erreicht, während bei dieser Nutzung erst gut 1.200 Betriebsstunden zusammengekommen sind, also gerade einmal fünf Prozent der genannten Lebensdauer. Bei einer Werkstatt, in der das Licht morgens an und abends aus geht, liegt es genau umgekehrt. Welcher der beiden Werte in deinem Fall bindet, musst du selbst abschätzen.

Und es bleiben zwei kleinere Punkte offen. Die Breite wird im Datenblatt mit 66 Millimetern und im Registereintrag mit 65 Millimetern angegeben, eine unbedeutende, aber unnötige Abweichung. Und weil die Lichtquelle laut Datenliste nicht austauschbar ist, gibt es zu Ersatzteilen keine Angabe: Fällt der Treiber aus, geht die ganze Leuchte, und ob HOFTRONIC einzelne Leuchten dieser Baureihe über die zwei Jahre Garantie hinaus nachliefert, sagt keine Unterlage.

Für wen die vier Leuchten passen und für wen nicht

Passend sind sie, wenn du einen Nutzraum in einem Zug hell bekommen willst und eine Elektrofachkraft an der Hand hast oder selbst eine bist. Keller, Garage, Werkstatt, Lagerraum, Schuppen, Waschküche, Carport unter einem Dach: Für alle diese Räume ist IP65 die richtige Größenordnung, staubdicht und strahlwassergeschützt. Vier Leuchten mit zusammen 17.280 Lumen decken eine übliche Doppelgarage oder einen mittleren Kellerraum souverän ab, und die geringe Bauhöhe von 5,8 Zentimetern macht sie auch unter einer niedrigen Decke oder als Unterbauleuchte über einer Werkbank brauchbar.

Passend sind sie auch als Ersatz für alte Leuchtstoffbalken, wenn du die alte Leuchte ohnehin abnehmen willst. Der Verbrauch sinkt gegenüber einem 62-Watt-System um rund 42 Prozent, das Zündverhalten bei Kälte ist besser, und es gibt keine Starter und keine Röhren mehr zu wechseln. Wenn du dagegen nur die Röhre tauschen und die vorhandene Fassung behalten willst, ist das eine ganz andere Bauform, und dazu passt eher unser Datencheck zur LEDVANCE Smart Wifi T8-Röhre.

Passend sind sie schließlich für alle, die eine Unterlagenlage schätzen. Datenblatt, Handbuch, zwei Produktinformationsblätter und zwei Registereinträge unter der eigenen Firma sind für diese Preisklasse ungewöhnlich viel, und dass die Werte je Leuchte und für den Pack getrennt registriert sind, nimmt eine typische Unklarheit von vornherein heraus.

Nicht passend sind sie für Wohnräume. 6500 Kelvin sind sehr kalt, die Leuchte ist nicht dimmbar, und die Bauform ist eine reine Nutzleuchte. Wer dieselbe Robustheit in wärmerem Licht möchte, greift zur Fassung in 4000 Kelvin. Nicht passend sind sie außerdem für den frei bewitterten Außenbereich: Das Handbuch spricht von überdachten Außenbereichen, und IP65 ist Strahlwasserschutz, kein Schutz gegen dauerhafte Bewitterung mit stehendem Wasser.

Nicht passend sind sie als einzige Lichtquelle über drehenden Maschinen. Die Stroboskop-Messgröße von 0,9 aus der Herstellererklärung ist der Grund, und diese Einordnung ist uns wichtiger als jede Effizienzzahl. Wenn du an Drehbank, Kreissäge oder Standbohrmaschine arbeitest, brauchst du zusätzliches Licht anderer Bauart. Eine bewegliche Arbeitsleuchte, die man genau dorthin richtet, wo man arbeitet, ist dafür oft die einfachere Lösung als eine zweite feste Leuchte; wie eine solche aussieht, zeigt unser Datencheck zum Sufuya LED-Baustrahler.

Nicht passend sind sie außerdem, wenn du eine Steckerlösung suchst. Es gibt keinen Stecker, es gibt Klemmen hinter einer Endkappe, und das Handbuch verlangt in seinem ersten Sicherheitspunkt eine Elektrofachkraft. Und nicht passend sind sie dort, wo das Licht sehr häufig für kurze Zeit geschaltet wird, denn die 15.000 Schaltzyklen sind bei dieser Nutzung die engere Grenze als die 25.000 Betriebsstunden.

Unterm Strich: eine ehrlich dokumentierte Nutzleuchte in der günstigen Mittelklasse, deren Effizienzangaben sich sauber nachrechnen lassen und deren Kopplungsgrenze der Hersteller ausdrücklich benennt. Zwei Aussagen halten der Gegenprobe nicht stand, nämlich die 50 Prozent Ersparnis und das Wort flimmerfrei, und beide widerlegt der Hersteller mit seinen eigenen Unterlagen. Wer das weiß, den Anschluss von einer Fachkraft machen lässt und keine drehenden Maschinen darunter stellt, bekommt für wenig Geld sehr viel Licht.

Dass die Zusage flimmerfrei in dieser Warengruppe die Regel und nicht die Ausnahme ist, zeigen drei weitere Leuchten derselben Bauform: die LEOEU Feuchtraumleuchte mit 120 Zentimetern, die Tobeter Feuchtraumleuchte derselben Länge und der Gimisgu Viererpack. Bei allen dreien liegen die dokumentierten Flimmerwerte auf oder nahe an den gesetzlichen Höchstwerten, und alle drei nennen dieselben 36 Watt bei unterschiedlich beworbenem Lichtstrom.

Quellen und Transparenz

Diese Seite entsteht aus Unterlagen, nicht aus einem eigenen Labor. Unten stehen alle Quellen, die dafür geöffnet wurden, und daneben ausdrücklich jede Aussage, die eine eigene Rechnung oder Einordnung ist.

Geprüfte Quellen

Eigene Rechnung, Auslegung oder Zuordnung

  • manufacturerDocCount steht auf 4. Gezählt sind das Datenblatt der Baureihe S-Series S01, das Handbuch mit deutschem Abschnitt und die beiden Produktinformationsblätter nach der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 für die Modellkennungen 2700904 und 2706289. Die beiden EPREL-Datensätze führen wir getrennt als Registereinträge, die Shopseiten der Marke als Quelle, aber nicht als technisches Dokument.
  • Die Rechnung 4320 Lumen geteilt durch 36 Watt gleich 120,0 Lumen je Watt ist unsere eigene. Sie nutzt ausschließlich die Zahlen des Registereintrags und den Faktor 1,000, der laut Verordnung für ungebündelte netzbetriebene Lichtquellen gilt. Der Korrekturfaktor 0,926 wurde bewusst nicht angewandt, weil der Datensatz die Lichtquelle als netzbetrieben führt.
  • Die Gegenrechnung mit dem Faktor 1,176 und dem Ergebnis 141,1 Lumen je Watt sowie Klasse D ist unsere eigene Auslegung. Sie stützt sich darauf, dass der Registereintrag den Lichtstrom im 120-Grad-Weitkegel angibt und das Datenblatt einen Abstrahlwinkel von 110 Grad nennt, obwohl die Lichtquelle als ungebündelt eingetragen ist. Welche Einstufung richtig ist, entscheidet der Hersteller, nicht wir.
  • Die Verbrauchstabelle mit 53, 158 und 421 Kilowattstunden ist eine reine Rechnung mit 144 Watt und den angegebenen Betriebsstunden. Sie enthält keine Kosten, weil dafür ein Arbeitspreis angenommen werden müsste.
  • Die Vergleichsspalte mit 248 Watt beruht auf der 62-Watt-Leuchtstofflampe, die der Anbieter selbst als Vergleich nennt, viermal genommen. Sie beschreibt kein bestimmtes Produkt und ist kein gemessener Verbrauch.
  • Die Feststellung, dass sich aus 62 und 36 Watt eine Ersparnis von 41,9 Prozent und nicht von 50 Prozent ergibt, ist unsere eigene Rechnung mit den beiden Zahlen des Anbieters. Die 75 Prozent aus dem Herstellershop und die 200 Watt Gleichwertigkeit aus dem Datenblatt lassen sich mit keiner Zahl dieses Anbieters nachrechnen; wir geben sie nur als abweichende Aussagen desselben Unternehmens wieder.
  • Die Umrechnung von 17.280 Lumen auf 576 beziehungsweise 864 Lux ist eine reine Division ohne Abzüge für Leuchtenwirkungsgrad, Abstrahlwinkel, Reflexion und Verschmutzung. Die Werte sind als Obergrenze zu lesen, der Hinweis auf etwa die Hälfte in der Praxis ist eine Erfahrungsgröße und kein Messwert.
  • Die Auslegung der IP-Ziffern, also 6 gleich staubdicht und 5 gleich Schutz gegen Strahlwasser, folgt der Systematik der Schutzarten. Eine Unterlage dieses Herstellers, die diese Ziffern in Worte fasst, gibt es nicht.
  • Die Zuordnung von IK07 zu einer Schlagenergie von 2 Joule und die Einordnung, dass am Markt üblicherweise erst ab IK08 von Vandalismusschutz gesprochen wird, ist allgemeines Leuchtenwissen und keine Angabe dieses Herstellers.
  • Der Dauerstrom von rund 0,17 Ampere je Leuchte ist unsere eigene Rechnung aus 36 Watt, 230 Volt und einem Leistungsfaktor über 0,9. Der Hersteller nennt diesen Wert nicht.
  • Die Einschaltstromwerte für zwei, vier, acht und zehn Leuchten sind eine reine Multiplikation der Datenblattangabe von 24,8 Ampere je Leuchte. Ob sich Einschaltströme mehrerer Leuchten in der Praxis vollständig addieren, hängt vom zeitlichen Verlauf ab, und dazu gibt es keine Angabe.
  • Die Aussage, dass eine Kette bei ausgelöstem Automaten auf zwei Stromkreise aufgeteilt werden sollte, ist ein redaktioneller Praxishinweis. Belegt ist nur der Einschaltstrom je Leuchte.
  • Die Einordnung des Stroboskopwerts von 0,9 im Verhältnis zum Grenzwert 0,4 und zur Ausnahme für Außen- und Industrieanwendungen ist unsere Lesart des Verordnungstextes. Wir behaupten damit ausdrücklich keinen Verstoß: Ob die Ausnahme greift, hat der Hersteller zu erklären, und er tut es in keiner Unterlage.
  • Die Warnung vor dem Stroboskopeffekt über drehenden Maschinen ist unsere Auslegung der Messgröße SVM. Eine Aussage des Herstellers zu Maschinen oder zu Sicherheitsabständen gibt es nicht.
  • Die Rechnung 36 Watt geteilt durch 85 Milliampere gleich rund 423 Volt und 423 Volt geteilt durch 138 LED gleich rund 3,07 Volt je LED ist unsere eigene und dient nur der Einordnung. Dass daraus eine bestimmte Treibertopologie folgt, ist eine Vermutung und kein Beleg.
  • Die Rechnung zu Schaltzyklen und Betriebsstunden, also sechsmal fünf Minuten am Tag gegen 15.000 Zyklen und 25.000 Stunden, ist ein eigenes Rechenbeispiel mit frei gewähltem Nutzungsprofil.
  • Die Angabe L70B50 bedeutet, dass nach der genannten Zeit die Hälfte der Leuchten noch mindestens 70 Prozent ihres anfänglichen Lichtstroms abgibt. Diese Auslegung folgt der üblichen Schreibweise und steht nicht in Worten in einer Unterlage dieses Herstellers.
  • Der Preis wird nur als Klasse genannt. Die Einordnung günstige Mittelklasse bezieht sich auf die Preislage von Viererpacks dieser Bauform, nicht auf einen bestimmten Betrag.

Was offen bleibt

  • Die Dauer des Einschaltstromstoßes fehlt. Das Datenblatt nennt 24,8 Ampere je Leuchte, aber ohne Zeitangabe lässt sich nicht bestimmen, wie viele Leuchten ein Leitungsschutzschalter eines bestimmten Typs verkraftet.
  • Warum die Höchstzahl bei zehn gekoppelten Leuchten liegt, sagt keine Unterlage. Aus dem Dauerstrom folgt sie nicht, denn zehn Leuchten ziehen zusammen nur rund 1,7 Ampere.
  • Ein vollständiger Lieferumfang wird nirgends aufgezählt. Ob Schrauben, Dübel, Aufhängeschnüre, ein Blindstopfen für die zweite Kabelöffnung und eine zweite Verschraubung beiliegen, ist offen.
  • Verbindungskabel für die Kopplung liegen nach Aktenlage nicht bei und werden im Handbuch nicht abgebildet. Wie zwei Leuchten konkret miteinander verdrahtet werden, zeigt keine Zeichnung.
  • Ein Anzugsmoment und ein zulässiger Kabeldurchmesserbereich für die Kabelverschraubung fehlen. Genau an dieser Stelle entscheidet sich in der Praxis, ob die Schutzart IP65 erhalten bleibt.
  • Die Zeile Ausgangsstrom 85 mA auf der Shopseite bleibt unerklärt. Zusammen mit 220 bis 240 Volt ergibt sie rund 20 Watt und passt damit nicht zu den 36 Watt aller anderen Unterlagen.
  • Ein UGR-Wert oder eine andere Blendungskennzahl fehlt, obwohl der Angebotstext ausdrücklich behauptet, das diffuse Licht blende nicht, und die Leuchte für Parkhäuser empfiehlt.
  • Ob HOFTRONIC sich für den Stroboskopwert von 0,9 auf die Ausnahme der Verordnung für Außen- und Industrieanwendungen stützt, steht in keiner der vier Unterlagen. Die Erklärung selbst nennt nur die Zahl.
  • Die Breite wird im Datenblatt mit 66 Millimetern und im Registereintrag mit 65 Millimetern angegeben. Welcher der beiden Werte gilt, klärt keine Quelle.
  • Zu Ersatzteilen und zur Nachlieferbarkeit einzelner Leuchten dieser Baureihe über die zwei Jahre Garantie hinaus gibt es keine Angabe. Weil die Lichtquelle nicht austauschbar ist, betrifft ein Treiberdefekt die ganze Leuchte.
  • Wie sich die Leuchte bei Umgebungstemperaturen nahe der oberen Grenze von 40 Grad verhält, also unter einem ungedämmten Garagen- oder Blechdach im Hochsommer, sagt keine Unterlage. Angegeben ist nur der Betriebsbereich, keine Lichtstromminderung bei Wärme.
  • Ob die 15.000 Schaltzyklen oder die 25.000 Betriebsstunden zuerst erreicht werden, hängt vollständig vom Nutzungsprofil ab. Eine Empfehlung des Herstellers dazu gibt es nicht.

Geprüft und nicht erreichbar

  • hoftronic.de: Die Adresse löst zwar auf, liefert aber eine dauerhafte Umleitung auf die englischsprachige Fassung der Markenseite. Eine eigenständige deutsche Markenseite unter diesem Namen gibt es nicht.
  • Ein deutschsprachiges Produktinformationsblatt zu dieser Modellkennung ist nicht auffindbar. Der Hersteller liefert die Blätter nach der Energielabelverordnung in englischer Sprache aus, die Modellkennung und alle Zahlen sind darin allerdings sprachunabhängig lesbar.
  • Eine EPREL-Abfrage nach den Kennungen 2700904-4PACK und ähnlichen Schreibweisen für Mehrfachpackungen liefert null Treffer. Der Viererpack ist ausschließlich unter der eigenständigen Modellkennung 2706289 registriert, was ohne die Artikelnummer des Herstellershops nicht auffindbar wäre.
  • Ein Datenblatt, das sich ausdrücklich auf den Viererpack bezieht, existiert nicht. Der Hersteller verlinkt von der Viererpack-Seite dasselbe Datenblatt, das die Einzelleuchten 2700898 und 2700904 beschreibt.