Was Lepro zu dieser Laterne liefert und was nicht
Bei Campinglaternen aus dem Marktplatzhandel ist die Frage nach dem Hersteller oft schon das Ende der Recherche. Hier nicht. Die Marke betreibt eine deutsche und eine englischsprachige Webseite, hat ein vollständiges Impressum mit Sitz in Bayern, Handelsregisternummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, WEEE-Nummer und einer deutschen Servicerufnummer mit Sprechzeiten, und sie führt im EU-Produktregister 813 Datensätze für Lichtquellen, eingetragen in der Rolle Hersteller mit dem Prüfstatus verifiziert. Das ist eine ordentliche Ausgangslage.
Zu genau dieser Laterne zählen wir trotzdem nur zwei Herstellerunterlagen, und beides sind Produktseiten: die deutsche und die englischsprachige Fassung zur Artikelnummer 330041 mit der EAN 4894495040728. Ein Datenblatt gibt es nicht. Ein Handbuch als PDF gibt es nicht. Einen Downloadbereich auf der Markenseite gibt es nicht, das Impressum verweist lediglich auf eine Seite mit Anleitungsvideos, und diese Seite führt zu dieser Laterne nichts. Für ein Gerät mit Lithiumakku, USB-C-Eingang und Powerbankfunktion ist das wenig.
Der wichtigere Befund ist aber, wie unterschiedlich die beiden Seiten sind. Die deutsche Fassung ist die dünnere und zugleich die widersprüchlichere. Sie nennt 140 Lumen warmweiß und 1000 Lumen kaltweiß, den Drehknopf, die Batterieanzeige, die Schutzart und das Gehäuse. Sie nennt aber keine Akkukapazität, keine Leistungsaufnahme, keine Ladezeit und keine Farbtemperatur in Kelvin, obwohl im Seitentitel 2500 K und 5000 K stehen. Und sie nennt eine Laufzeit für Kaltweiß, die im Angebot anders lautet. Darauf kommen wir gleich zurück.
Die englischsprachige Fassung derselben Artikelnummer liefert genau die Zahlen, die überall sonst fehlen: ein Akkusystem mit 15000 Milliamperestunden aus drei Lithiumzellen der Baugröße 21700, eine Leistungsaufnahme von 15 Watt bei 1000 Lumen, einen stufenlosen Warmweißbereich von 10 bis 140 Lumen und einen Kaltweißbereich von 90 bis 1000 Lumen, dazu 45 Stunden bei maximaler warmweißer Helligkeit und 160 Stunden auf der niedrigsten Stufe. Sie nennt außerdem Gewicht und Maße. Ohne diese Seite ließe sich an dieser Laterne überhaupt nichts nachrechnen.
Was im Angebot selbst steht, ist dagegen bemerkenswert dünn. Die fünf Aufzählungspunkte enthalten drei Laufzeiten und sonst keine einzige technische Zahl: keinen Lichtstrom, keine Farbtemperatur, keine Kapazität, keine Leistungsaufnahme, keine Ladezeit, keine Maße, kein Gewicht, keine Artikelnummer und keine EAN. Wer nur das Angebot liest, kann nicht einmal einordnen, ob 160 Stunden viel oder wenig sind, denn ohne Helligkeit ist eine Laufzeit keine Information.
Ein Punkt zur Farbe gehört dazu. Das Angebot verkauft die Laterne in Schwarz. Die Markenseiten zeigen unter der Artikelnummer 330041 ausschließlich eine Ausführung in antiker Bronze und beschreiben sie auch so. Gehäuseform, Drehknopf am Sockel, Bügelgriff, Markenschild und beiliegendes USB-Kabel stimmen auf beiden Abbildungen überein, die Farbvariante des Angebots ist bei der Marke aber nicht gelistet. Unsere Zuordnung stützt sich deshalb auf die Bauform und auf die übereinstimmende Zahl 160 Stunden, nicht auf eine Artikelnummer im Angebot.
160, 70 und 36 Stunden: welche Zahl zu welcher Stufe gehört
Das Angebot stellt drei Laufzeiten nebeneinander: bis zu 160 Stunden im Warmweiß-Modus bei minimaler Helligkeit, bis zu 70 Stunden im Kaltweiß-Modus, und 3,5 bis 6 Stunden bei maximaler Helligkeit. Die erste Angabe ist vorbildlich, weil sie die Stufe nennt. Die zweite nennt keine Stufe. Die dritte nennt eine Stufe, aber einen Bereich statt eines Wertes. Und die zweite Zahl steht so auf keiner Seite der Marke.
Auf der deutschen Markenseite steht wörtlich, dass bei Verwendung von kaltweißem Licht bis zu 36 Stunden zu erwarten sind. 36 gegen 70 Stunden ist fast der Faktor zwei, und beide Angaben stammen von demselben Anbieter für dieselbe Artikelnummer. Das ist der schärfste Widerspruch dieses Datenchecks, und er lässt sich nachrechnen, statt ihn nur zu benennen.
| Angabe | Quelle | Zugehörige Helligkeit | Folgt daraus |
|---|---|---|---|
| 160 Stunden warmweiß | Angebot und beide Markenseiten | 10 Lumen, kleinste Stufe | 0,34 Watt |
| 45 Stunden warmweiß | Markenseite englisch | 140 Lumen, größte warme Stufe | 1,20 Watt |
| 36 Stunden kaltweiß | Markenseite deutsch | nicht genannt, rechnerisch 90 Lumen | 1,50 Watt |
| 70 Stunden kaltweiß | nur Angebot | nicht genannt | 0,77 Watt |
| 3,5 bis 6 Stunden | nur Angebot | maximale Helligkeit | 15,4 bis 9,0 Watt |
| 15 Watt bei 1000 Lumen | Markenseite englisch | größte kalte Stufe | 3,6 Stunden |
Die letzte Zeile ist die Kontrolle, die alles andere einordnet. Die Marke nennt selbst 15 Watt bei 1000 Lumen. Teilt man die Akkuenergie durch diese 15 Watt, kommt man auf 3,6 Stunden. Die 3,5 Stunden aus dem Angebot sind damit sauber belegt. Die 6 Stunden am anderen Ende desselben Satzes ergeben dagegen 9 Watt, und 9 Watt sind nicht die maximale Helligkeit, sondern etwa 60 Prozent davon. Der Satz bei maximaler Helligkeit beträgt die Laufzeit 3,5 bis 6 Stunden beschreibt also zwei verschiedene Betriebszustände und nennt beide maximal.
Und jetzt die 70 Stunden. Aus der Akkuenergie folgt für 70 Stunden eine mittlere Leistungsaufnahme von 0,77 Watt. Die kleinste kaltweiße Stufe liegt laut Marke bei 90 Lumen. 90 Lumen aus 0,77 Watt wären 117 Lumen je Watt einschließlich aller Verluste des Wandlers und der Bereitschaftselektronik. Aus den beiden warmweißen Angaben derselben Marke lässt sich der Grundverbrauch der Elektronik abschätzen, und er liegt bei rund 0,27 Watt. Zieht man den ab, blieben 0,50 Watt für 90 Lumen, also 180 Lumen je Watt für den kaltweißen Kanal. Derselbe Kanal liefert bei voller Leistung nach Herstellerangabe 1000 Lumen aus 15 Watt, also 67 Lumen je Watt.
Damit steht eine Rechnung im Raum, aber noch keine Entscheidung. Die 70 Stunden verlangen für den kaltweißen Kanal rund 180 Lumen je Watt, die 36 Stunden rund 73. Halten wir beide gegen die Elektronik, die wir weiter unten aus den beiden warmweißen Herstellerpunkten ableiten: Dort ergibt sich eine Steigung von rund 151 Lumen je Watt im schwach gedimmten Betrieb. Gemessen daran ist keine der beiden Zahlen offensichtlich falsch. 180 liegt darüber, 73 deutlich darunter, und kaltweiße Leuchtdioden mit 5000 Kelvin sind bei gleicher Bauart in der Regel etwas ausbeutestärker als warmweiße mit 2500 Kelvin. Der Vergleich allein mit den 67 Lumen je Watt bei Volllast trägt die Sache deshalb nicht, denn eine LED wird beim starken Dimmen erheblich effizienter, und genau diesen Sprung zeigen die warmweißen Herstellerzahlen selbst.
Dazu kommen zwei Lesarten, unter denen die 70 Stunden aufgehen, ohne dass eine Herstellerangabe falsch sein müsste. Die erste betrifft die Helligkeit: Wir haben die 70 Stunden der kleinsten kaltweißen Stufe von 90 Lumen zugeordnet, weil beide Seiten von bis zu sprechen. Aus 0,77 Watt und der abgeleiteten Steigung folgen aber eher 75 Lumen, und eine Stufe knapp unterhalb der genannten Untergrenze würde die Zahl erklären. Die zweite betrifft das Messverfahren: Bei Laternen ist ANSI FL1 üblich, wonach die Messung erst endet, wenn der Lichtstrom auf zehn Prozent des Anfangswertes gefallen ist. Eine so gemessene Laufzeit fällt deutlich länger aus als eine Laufzeit bei geregelter Helligkeit. Messen Angebot und Markenseite verschieden, sind 36 und 70 Stunden zwei Zahlen für denselben Betrieb.
Was belegt bleibt, ist der Widerspruch selbst, und er ist scharf genug: Derselbe Anbieter nennt für dieselbe Artikelnummer zwei kaltweiße Laufzeiten, die fast um den Faktor zwei auseinanderliegen, und beide ohne die zugehörige Helligkeit. Wer eine Laterne kauft, muss also raten, welche der beiden Zahlen sein Gerät beschreibt. Wir sagen deshalb nicht, welche Zahl falsch ist, sondern welche die vorsichtigere ist.
Für dich heißt das: Plane mit der kleineren Zahl, weil sie die vorsichtigere ist, nicht weil die größere widerlegt wäre. Und die 160 Stunden gehören zu 10 Lumen. 10 Lumen sind Orientierungslicht, mit dem du den Reißverschluss findest und niemanden weckst. Zum Lesen reicht das nicht, zum Kochen erst recht nicht. Wie sich Lumen, Fläche und Lux zueinander verhalten und welche Werte im Zelt oder auf dem Tisch wirklich ankommen, steht in unserer Übersicht zu Lumen pro Raum.
Nachgerechnet: was 54 Wattstunden hergeben
Jetzt der Rechenweg im Einzelnen, damit du ihn selbst nachvollziehen kannst. Die englischsprachige Markenseite nennt ein Akkusystem mit 15000 Milliamperestunden aus drei Zellen der Baugröße 21700. Milliamperestunden allein sind keine Energiemenge, erst die Multiplikation mit der Zellspannung macht daraus eine. Drei Lithiumzellen parallel geschaltet haben die Spannung einer einzelnen Zelle, also nominal 3,6 bis 3,7 Volt. 15000 mal 3,6 geteilt durch 1000 ergibt 54 Wattstunden, mit 3,7 Volt gerechnet 55,5 Wattstunden. Wir rechnen im Folgenden mit den vorsichtigeren 54.
Diese 54 Wattstunden sind die gesamte Energie in dieser Laterne, und alles Weitere ist eine Division. 54 geteilt durch 160 Stunden ergibt 0,34 Watt für die kleinste warmweiße Stufe. 54 geteilt durch 45 Stunden ergibt 1,20 Watt für die größte warmweiße Stufe. 54 geteilt durch 36 Stunden ergibt 1,50 Watt für die kleinste kaltweiße Stufe. Und 54 geteilt durch 15 Watt ergibt 3,6 Stunden bei voller Helligkeit. Alle vier Werte stammen aus Herstellerangaben, die Divisionen sind unsere.
Aus den beiden warmweißen Punkten lässt sich der Aufbau der Elektronik abschätzen. Zwischen 10 und 140 Lumen liegen 130 Lumen, zwischen 0,34 und 1,20 Watt liegen 0,86 Watt. Daraus folgt eine Steigung von rund 151 Lumen je Watt für den lichtabhängigen Anteil und ein fester Grundverbrauch von rund 0,27 Watt, der unabhängig von der Helligkeit anfällt. Dieser Grundverbrauch ist der Grund, warum die kleinste Stufe scheinbar nur 30 Lumen je Watt schafft: Von den 0,34 Watt gehen 0,27 Watt an Wandler und Steuerung und nur 0,07 Watt ins Licht.
Diese Aufteilung erklärt auch, warum die 160 Stunden kein besonders guter Wert sind, sondern eher ein Hinweis auf eine sparsame, aber nicht sehr sparsame Elektronik. Zum Vergleich haben wir dieselbe Rechnung für die kleine Ledlenser-Laterne aus unserem Datencheck zur ML4 Warm Light angestellt: Die trägt 2,77 Wattstunden und leuchtet damit 40 Stunden bei 5 Lumen, das sind 14,4 Stunden je Wattstunde. Diese Laterne trägt 54 Wattstunden und leuchtet 160 Stunden bei 10 Lumen, das sind 3,0 Stunden je Wattstunde. Die kleine Laterne holt aus jeder Wattstunde fast das Fünffache an Stunden heraus, allerdings bei der halben Helligkeit. Rechnet man auf Lumenstunden um, bleibt rund das Zweieinhalbfache übrig, und erst dieser Rest geht auf den geringeren Grundverbrauch ihrer Elektronik zurück. Der große Akku gleicht das aus, aber er tut es nicht durch Effizienz.
Wo die große Laterne wirklich vorne liegt, ist die absolute Energiemenge. 54 Wattstunden sind das 19,5-fache der 2,77 Wattstunden der kleinen. Das merkst du überall dort, wo es hell werden soll: 1000 Lumen für dreieinhalb Stunden kann die kleine Laterne nicht einmal ansatzweise, sie kommt auf 300 Lumen für etwa eine Stunde. Wenn du einen Tisch, ein Vorzelt oder ein Zimmer bei Stromausfall beleuchten willst, ist das der Unterschied zwischen Stimmungslicht und Arbeitslicht.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Rechnung, und sie gelten für jede Akkuleuchte. Erstens setzt sie die Nennkapazität an. Die tatsächlich entnehmbare Energie liegt darunter, weil die Schutzelektronik bei niedriger Zellspannung abschaltet, und sie sinkt mit dem Alter der Zellen und bei Kälte. Zweitens sagt keine Herstellerangabe, nach welchem Verfahren die Laufzeiten gemessen wurden. Bei Taschenlampen und Laternen ist die Norm ANSI FL1 üblich, nach der die Messung endet, wenn der Lichtstrom auf zehn Prozent des Anfangswertes gefallen ist. Ob dieser Anbieter so misst, steht nirgends. Wenn ja, bedeuten 36 Stunden nicht 36 Stunden mit 90 Lumen, sondern 36 Stunden, bis nur noch 9 Lumen übrig sind.
Die Powerbank, das Laden und die Zahl, die niemand nennt
Die Powerbankfunktion ist das zweite Verkaufsargument, und sie ist echt: Beide Markenseiten nennen einen Entlademodus, mit dem sich Mobilgeräte über USB laden lassen. Was keine Quelle nennt, ist die Zahl, auf die es ankommt. 15000 Milliamperestunden sind nicht 15000 Milliamperestunden am Handy. Die Kapazitätsangabe bezieht sich auf die Zellspannung von 3,6 Volt, das Handy bekommt aber 5 Volt, und der Wandler dazwischen arbeitet mit Verlusten.
Die Rechnung dazu: 54 Wattstunden mal einem realistischen Wandlerwirkungsgrad von etwa 85 Prozent ergeben rund 46 Wattstunden am USB-Ausgang. Geteilt durch 5 Volt sind das etwa 9200 Milliamperestunden, also gut 60 Prozent der beworbenen Zahl. Das ist kein Vorwurf an diesen Anbieter, sondern gilt für jede Powerbank, deren Kapazität in Milliamperestunden angegeben wird. Es ist nur eben eine Zahl, die niemand dazuschreibt.
Übersetzt in Handyladungen: Ein Akku mit 4500 Milliamperestunden bei 3,85 Volt trägt rund 17 Wattstunden. Rechnet man die Ladeverluste im Telefon dazu, gehen je vollständiger Ladung etwa 20 Wattstunden aus der Laterne. Aus 46 nutzbaren Wattstunden werden damit gut zwei volle Handyladungen, und danach ist die Laterne dunkel. Wer sie als Notlicht und als Ladegerät zugleich einplant, sollte diese Konkurrenz kennen: Jede Handyladung kostet ungefähr so viel Energie wie 60 Stunden auf der kleinsten warmweißen Stufe.
Die zweite fehlende Zahl ist die Ladezeit, und sie fehlt vollständig. Das Angebot wirbt mit einem USB-C-Schnellladeanschluss, mit dem die Lampe im Handumdrehen wieder einsatzbereit sei. Keine der beiden Markenseiten nennt eine Ladeleistung, eine Ladespannung, einen Ladestrom oder eine Ladedauer. Für das kleinere Schwestermodell nennt die Marke immerhin vier Stunden, für dieses Modell nichts.
Auch das lässt sich abschätzen. 54 Wattstunden brauchen bei 5 Volt und 2 Ampere, also 10 Watt, rechnerisch 5,4 Stunden, mit Ladeverlusten und der abflachenden Ladekurve am Ende eher sechseinhalb bis sieben Stunden. Liefert die Quelle nur 5 Volt und 1 Ampere, verdoppelt sich das auf elf bis dreizehn Stunden. Von Schnellladen kann man erst bei deutlich höherer Ladeleistung sprechen, und dafür bräuchte es eine Angabe zur unterstützten Ladespannung. Die gibt es nicht. Im Lieferumfang liegt nach dem Produktbild ein Kabel von USB-A auf USB-C, also gerade das Kabel, das keine höheren Ladespannungen aushandelt. Ein Netzteil liegt nicht bei.
Zur Ladestandsanzeige macht die deutsche Markenseite eine genaue Angabe, und sie ist ehrlicher, als sie klingt: Grün steht für 15 bis 100 Prozent, Rot für 5 bis 15 Prozent, unter 5 Prozent blinkt es rot. Die grüne Lampe deckt damit 85 Prozent des Ladebereichs ab und sagt dir praktisch nichts. Erst wenn nur noch ein Siebtel der Ladung übrig ist, bekommst du eine Warnung. Für eine Laterne, die auch Notstromreserve sein soll, ist das eine grobe Anzeige. Das kleinere Schwestermodell hat dafür vier Leuchtdioden.
Eine praktische Anmerkung zum Schluss dieses Abschnitts, weil sie oft gefragt wird: 54 Wattstunden liegen unter der Grenze von 100 Wattstunden, ab der Fluggesellschaften für Lithiumakkus im Handgepäck eine gesonderte Genehmigung verlangen. Die Laterne darf nach den üblichen Regeln mit ins Handgepäck, gehört dort aber ausdrücklich hin und nicht in den aufgegebenen Koffer. Das ist unsere Einordnung der allgemeinen Regel und keine Aussage des Herstellers, prüfe im Zweifel die Bedingungen deiner Fluggesellschaft.
IPX4, wetterfest und die Ziffer, die fehlt
Das Angebot beschreibt die Laterne als wetterfest und spritzwassergeschützt nach IPX4-Standard und ergänzt, sie trotze Regen und Schnee. Die deutsche Markenseite geht noch einen Schritt weiter und schreibt, die Lampe sei nach IPX4 wasserdicht. Beide Formulierungen gehen über das hinaus, was die Kennzeichnung hergibt, und der Unterschied ist im Alltag spürbar.
Eine Schutzartkennzeichnung besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Bei IPX4 steht an der ersten Stelle ein X, und das heißt: Es gibt keine deklarierte Staubschutzstufe. Nicht etwa keine Staubdichtigkeit, sondern schlicht keine geprüfte und keine angegebene. IPX4 und IP44 sind deshalb nicht dasselbe, obwohl sie in Angebotstexten oft synonym verwendet werden. Für eine Laterne, die im Sand, auf dem Waldboden oder in der Garage steht, ist das die Ziffer, die man gern hätte.
Die zweite Ziffer 4 bedeutet Schutz gegen allseitiges Spritzwasser. Das deckt Regen ab, es deckt einen Spritzer vom Grill ab, und es deckt Tau und Schnee ab. Es deckt ausdrücklich nicht ab: einen kräftigen Wasserstrahl aus einem Gartenschlauch, dafür bräuchte es eine 5 oder 6, und schon gar nicht das Untertauchen, dafür bräuchte es eine 7. Wasserdicht ist erst ab der zweiten Ziffer 7 zutreffend. Fällt diese Laterne in den Bach, ist sie kein Fall für die Garantie.
Damit gehört auch der Satz von der dauerhaften Verwendung im Garten eingeordnet. Spritzwasserschutz ist ein Schutz für den mobilen Einsatz, nicht für die dauerhafte Montage im Freien. Wer eine Leuchte fest draußen lassen will, braucht andere Maßstäbe, und wir haben sie in unserem Bereich Außenbeleuchtung zusammengestellt. Diese Laterne nimmst du abends mit hinaus und morgens wieder herein, und dafür reicht IPX4 vollkommen.
Zwei weitere Angaben aus dem Angebot verdienen eine Einordnung. Erstens die 360-Grad-Rundumbeleuchtung ohne Schattenwurf. Rundum stimmt, weil die Lichtquelle in der Mitte eines durchsichtigen Kolbens sitzt und zur Seite in alle Richtungen abstrahlt. Ohne Schattenwurf stimmt nicht: Über der Lichtquelle sitzt eine massive Haube, unter ihr ein massiver Sockel mit dem Akku, und der Käfig wirft senkrechte Streifen. Nach oben und nach unten kommt praktisch nichts. Das ist bei einer Laterne die richtige Bauform, es ist nur eben nicht schattenfrei.
Zweitens die beiden Lichtfarben. Der Seitentitel der Marke nennt 2500 Kelvin warmweiß und 5000 Kelvin kaltweiß. 2500 Kelvin liegen unterhalb einer klassischen Glühlampe und passen zu einer Retro-Laterne mit sichtbaren Leuchtfäden. 5000 Kelvin sind neutral bis tageslichtweiß und der praktische Modus für Arbeiten und Suchen. Der Unterschied ist größer, als die Zahlen vermuten lassen: In Mired gerechnet sind es 400 gegen 200, also der Faktor zwei. Warum die warme Einstellung am Abend die bessere ist, steht ausführlich unter Licht und Schlaf, und wie die Kelvin-Skala insgesamt aufgebaut ist, findest du unter Lichtfarbe und Kelvin.
Was keine Quelle beantwortet
Die größte Lücke haben wir schon benannt und wiederholen sie hier, weil sie den ganzen Datencheck trägt: Für die kaltweiße Laufzeit existieren zwei Werte desselben Anbieters, 36 und 70 Stunden, und keiner von beiden ist mit einer Helligkeit versehen. Unsere Rechnung macht die 36 zur vorsichtigeren Zahl, entscheiden kann sie den Widerspruch nicht, und warum das Angebot eine andere Zahl trägt als die Markenseite, beantwortet keine Quelle. Ebenso wenig lässt sich klären, ob die 70 Stunden versehentlich von einem anderen Modell übernommen wurden.
Die zweite Lücke betrifft die Zwischenstufen. Beide Markenseiten beschreiben stufenloses Dimmen, und stufenlos heißt: Es gibt keine Stufentabelle. Für Warmweiß kennen wir zwei Punkte, 10 und 140 Lumen, für Kaltweiß zwei, 90 und 1000 Lumen. Was zwischen diesen Punkten passiert, wie die Skala des Drehknopfs verteilt ist und ob sich die beiden Kanäle mischen lassen, sagt niemand. Ob warmes und kaltes Licht gleichzeitig leuchten können und ob dann 1140 Lumen herauskommen, steht nirgends.
Die dritte Lücke ist die Ladezeit. Sie fehlt vollständig, obwohl die Marke sie für ihr kleineres Schwestermodell angibt. Ebenso fehlen die unterstützte Ladespannung, die maximale Ladeleistung, die Ausgangsleistung des Powerbankausgangs und die Frage, ob sich die Laterne während des Ladens betreiben lässt. Bei einem Gerät mit 54 Wattstunden ist die Ladedauer keine Nebensache, sondern der Unterschied zwischen einem Abend und einer Nacht.
Weiter offen bleiben lichttechnische Grundangaben, die man bei einer Wohnraumleuchte selbstverständlich erwartet: Es gibt keinen Farbwiedergabeindex, keinen R9-Wert, keine Angabe zur Farbkonsistenz und keine Aussage zum Flimmern. Beim Flimmern ist das kein Versäumnis, denn die Flimmeranforderungen der Ökodesign-Verordnung richten sich ausdrücklich an netzbetriebene Lichtquellen, und akkubetriebene Produkte sind davon ausgenommen. Beim Farbwiedergabeindex ist es eines, denn nichts hindert einen Hersteller daran, ihn zu nennen. Bei einer Leuchte, die auch als dekoratives Licht im Wohnraum verkauft wird, ist das die Zahl, die über die Wirkung entscheidet.
Zum Akku selbst fehlt fast alles, was man für die Lebensdauer bräuchte: kein Zellhersteller, keine Zahl der Ladezyklen, keine Angabe, ob die Zellen wechselbar sind, kein Betriebstemperaturbereich und keine Angabe zum Verhalten bei Frost. Bei Lithiumzellen sinkt die entnehmbare Energie unter null Grad deutlich, und Laden unter null Grad schädigt sie. Für eine Laterne, die ausdrücklich für Schnee beworben wird, wäre genau das die relevante Angabe. Auch eine Garantiezeit wird auf der deutschen Markenseite nicht genannt.
Und schließlich die Zuordnung selbst. Die schwarze Ausführung ist auf keiner Markenseite gelistet. Beide Herstellerseiten zeigen und beschreiben ausschließlich eine Ausführung in antiker Bronze. Ob die schwarze Variante dieselbe Elektronik, denselben Akku und dieselben Lichtwerte hat, sagt keine Quelle. Wir halten es für wahrscheinlich, weil Bauform, Drehknopf, Griff, Markenschild und beiliegendes Kabel übereinstimmen und weil die Zahl 160 Stunden identisch ist, belegt ist es nicht. Wer sichergehen will, sollte vor dem Kauf die Artikelnummer 330041 oder die EAN abfragen. Weitere Einordnungen zu Akkuleuchten findest du in unserer Übersicht der Datenchecks.
Für wen diese Laterne passt und für wen nicht
Die ehrliche Beschreibung dieser Laterne lautet: rund 900 Gramm, etwa 13 Zentimeter Durchmesser und 20 Zentimeter hoch, mit 54 Wattstunden Akkuenergie, zwei Lichtfarben von 2500 und 5000 Kelvin, stufenloser Regelung über einen Drehknopf am Sockel, USB-C-Eingang, Powerbankausgang, Metallgehäuse, Bügelgriff mit Haken und Spritzwasserschutz. Sie ist ein Raumlicht für kleine Räume und ein Stimmungslicht für draußen, und sie hat genug Energie, um beides mehrere Abende lang zu sein.
Sie passt gut, wenn du eine Laterne suchst, die wirklich hell werden kann und nicht nur Atmosphäre macht. 1000 Lumen sind für diese Bauform viel, und dreieinhalb Stunden auf voller Leistung sind genug, um ein Vorzelt, eine Terrasse oder eine Küche bei Stromausfall brauchbar zu beleuchten. Sie passt, wenn du zwischen Arbeitslicht und Abendlicht wechseln willst, denn der Unterschied zwischen 2500 und 5000 Kelvin ist deutlich und der Drehknopf ist im Dunkeln ohne Hinsehen bedienbar. Sie passt, wenn dir die Reserve für das Telefon wichtig ist: Gut zwei volle Ladungen sind eine echte Absicherung, und für 54 Wattstunden ist das Gerät noch handlich. Und sie passt gut ins Regal neben der Sicherung, weil sie mit warmem Filamentlicht auch dann hübsch aussieht, wenn gerade kein Notfall ist.
Sie passt nicht, wenn du mit den 160 Stunden planst. Diese Zahl gehört zu 10 Lumen, und 10 Lumen sind Orientierungslicht. Wer damit rechnet, eine Woche lang Licht zum Lesen zu haben, wird enttäuscht. Rechne stattdessen mit den mittleren Stufen: rund 45 Stunden bei 140 Lumen warmweiß und rund 36 Stunden bei 90 Lumen kaltweiß, beides nach Herstellerangabe und beides deutlich weniger als die Zahl im Titel. Sie passt auch nicht, wenn du auf Gewicht achtest. 900 Gramm sind für eine Tour am Rucksack viel, und für diesen Zweck ist eine kleine Laterne die bessere Wahl, wie unser Datencheck zur Ledlenser ML4 Warm Light zeigt: 71 Gramm, dafür aber nur ein Zwanzigstel der Energie.
Sie passt ebenfalls nicht, wenn du eine dokumentierte Leuchte brauchst. Und das ist der eigentliche Unterschied zwischen diesen beiden Laternen, mehr noch als die Größe. Die kleine Ledlenser bringt ein Produktdatenblatt mit Versionsstand mit, eine Tabelle mit vier Helligkeitsstufen und der jeweils zugehörigen Leuchtdauer, eine benannte Messnorm, eine Artikelnummer, eine GTIN, einen Ersatzakku mit eigener Bestellnummer und einen Garantiegeber mit Anschrift. Diese Laterne bringt zwei Produktseiten mit, die sich in einer der drei beworbenen Zahlen widersprechen, kein Datenblatt, kein Handbuch, keine Messnorm, keine Ladezeit und keinen Farbwiedergabeindex. Sie ist der Marke nach greifbar, sie ist im EU-Produktregister mit 813 anderen Produkten präsent, und trotzdem gibt es zu genau diesem Gerät keine einzige Unterlage, die man ein Datenblatt nennen könnte.
Zum Energielabel gehört ein Satz, der oft für Verwirrung sorgt: Diese Laterne braucht keines. Anhang IV Nummer 2 Buchstabe c der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 nimmt Lichtquellen in batteriebetriebenen Produkten ausdrücklich vom Anwendungsbereich aus, und Anhang III Nummer 2 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2019/2020 tut dasselbe für die Ökodesign-Anforderungen. Dass die Abfrage nach der Artikelnummer im EU-Produktregister null Treffer liefert, ist deshalb kein Versäumnis des Herstellers, sondern die richtige Rechtslage. Eine Effizienzklasse lässt sich für ein Gerät ohne Leistungsaufnahme aus dem Netz auch gar nicht sinnvoll bilden.
Preislich bewegt sich die Laterne in der Einstiegs- bis unteren Mittelklasse für Akkulaternen mit Powerbankfunktion, und die Preislage im Marktplatzhandel liegt spürbar unter der im eigenen Shop der Marke. Das ist kein Qualitätsurteil, aber ein Grund, vor dem Kauf zweimal hinzusehen, ob wirklich die Ausführung mit 15000 Milliamperestunden geliefert wird und nicht das deutlich kleinere Schwestermodell mit 450 Lumen und anderem Gehäuse.
Bevor du bestellst, kläre drei Dinge. Erstens: Welche Helligkeit deckt deinen Alltag ab? Plane mit 90 bis 140 Lumen und den zugehörigen 36 bis 45 Stunden, nicht mit den 160 Stunden und nicht mit den 1000 Lumen. Zweitens: Prüfe im Angebot die Artikelnummer 330041 oder die EAN, damit du nicht bei der kleineren Retro-Laterne derselben Marke landest, die anders aussieht, halb so schwer ist und nur 450 Lumen liefert. Drittens: Lege dir ein passendes Netzteil bereit und plane für eine volle Ladung eher einen halben Tag als eine Stunde ein, denn eine Ladezeit nennt der Hersteller nicht und 54 Wattstunden brauchen an einer gewöhnlichen USB-Quelle ihre Zeit.
Quellen und Transparenz
Diese Seite entsteht aus Unterlagen, nicht aus einem eigenen Labor. Unten stehen alle Quellen, die dafür geöffnet wurden, und daneben ausdrücklich jede Aussage, die eine eigene Rechnung oder Einordnung ist.
Geprüfte Quellen
- Angebotsseite des besprochenen Modells: Quelle für den Titel mit den Worten LED Retro Campinglampe, wiederaufladbar, dimmbar, mit Powerbank und Schwarz. Die fünf Aufzählungspunkte nennen zwei Lichtmodi warmweiß und kaltweiß, stufenloses Dimmen per Drehknopf, bis zu 160 Stunden Licht im Warmweiß-Modus bei minimaler Helligkeit, bis zu 70 Stunden im Kaltweiß-Modus, eine Laufzeit von 3,5 bis 6 Stunden bei maximaler Helligkeit, eine integrierte Powerbank für Smartphone oder Tablet, einen USB-C-Schnellladeanschluss, eine Batterieanzeige in Grün und Rot, eine 360-Grad-Rundumbeleuchtung ohne Schattenwurf, einen Metallgriff mit integriertem Haken sowie Spritzwasserschutz nach IPX4. Der Text nennt keinen Lichtstrom in Lumen, keine Farbtemperatur in Kelvin, keine Akkukapazität, keine Leistungsaufnahme, keine Ladezeit, keine Artikelnummer, keine EAN, kein Gewicht und keine Maße. Der Artikel ist verfügbar, Marke Lepro. Anzeige
- Deutsche Produktseite der Marke zu dieser Laterne, Artikelnummer 330041, EAN 4894495040728. Sie nennt stufenloses Dimmen mit warmweißem Licht bis zu 140 Lumen und kaltweißem Licht bis zu 1000 Lumen, Bedienung über einen Drehknopf, eine Batterieanzeige mit Grün für 15 bis 100 Prozent, Rot für 5 bis 15 Prozent und rotem Blinken unter 5 Prozent, ein rostfreies Metallgehäuse mit stabilem Griff, die Schutzart IPX4 und eine Farbe in antiker Bronze. Zur Laufzeit steht dort wörtlich, dass bei kaltweißem Licht bis zu 36 Stunden und mit warmweißem Licht bis zu 160 Stunden zu erwarten sind. Eine Akkukapazität, eine Ladezeit, eine Leistungsaufnahme, eine Farbtemperatur in Kelvin und eine Angabe zur Laufzeit bei maximaler Helligkeit fehlen auf dieser Seite. Eine Bildbeschreibung derselben Seite nennt als Größe 140 mal 200 Millimeter.
- Englischsprachige Produktseite derselben Marke zur selben Artikelnummer 330041 und derselben EAN 4894495040728. Sie ist deutlich ausführlicher und nennt die Zahlen, die auf der deutschen Fassung und im Angebot fehlen: ein 15000-Milliamperestunden-Akkusystem aus drei Lithiumzellen der Baugröße 21700, eine Laufzeit von bis zu 160 Stunden auf der niedrigsten Stufe, eine Laufzeit von 45 Stunden bei maximaler warmweißer Helligkeit, eine Leistungsaufnahme von 15 Watt bei bis zu 1000 Lumen kaltweiß mit 5000 Kelvin, eine kleinste warmweiße Stufe von 10 Lumen mit 2500 Kelvin, einen stufenlosen Dimmknopf, stufenloses Warmweiß von 10 bis 140 Lumen und Kaltweiß von 90 bis 1000 Lumen, Schutzart IPX4, einen Entlademodus als Reservestromquelle für Mobilgeräte, ein Gewicht von 1,98 Pfund, einen Durchmesser von 5,04 Zoll und eine Höhe von 7,87 Zoll. Eine Ladezeit, eine Ladeleistung, ein Farbwiedergabeindex und eine Flimmerangabe fehlen auch hier.
- Produktseite derselben Marke zu einer zweiten, deutlich kleineren Retro-Laterne mit der Artikelnummer 330039 und der EAN 4894495040032, hier ausdrücklich als Schwestermodell benannt und nicht mit dem besprochenen Gerät zu verwechseln: drei Lichtmodi weiß, warm und warmweiß, ein Dimmbereich von 15 bis 450 Lumen, ein Schalter oben statt eines Drehknopfs am Sockel, eine Laufzeit von 50 Stunden auf der niedrigen und 3,5 Stunden auf der hohen Stufe, eine Ladezeit von 4 Stunden über USB-C, vier Leuchtdioden als Ladestandsanzeige, eine Powerbankfunktion für Notfälle, ein Gehäuse aus Metall mit Glaskolben und Drahtkorb, Maße von 5,5 mal 5,5 mal 7,4 Zoll und ein Gewicht von 0,88 Pfund. Das Gerät sieht anders aus und ist rund halb so schwer, teilt mit dem besprochenen Modell aber die Zahl 3,5 Stunden auf der hellsten Stufe.
- Impressum der deutschen Markenseite: Betreiberin ist eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hohenbrunn, mit Geschäftsführer, Handelsregisternummer beim Amtsgericht München, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, WEEE-Registriernummer und einer deutschen Servicerufnummer mit Sprechzeiten. Die Marke ist damit greifbar und kein anonymer Marktplatzverkäufer. Ein Downloadbereich für Datenblätter oder Handbücher ist im Impressum nicht genannt, verwiesen wird lediglich auf eine Seite mit Anleitungsvideos.
- Abfrage des EU-Produktregisters EPREL im Produktbereich Lichtquellen nach der Modellkennung 330041, also nach der Artikelnummer dieser Laterne: null Treffer. Für dieses Modell existiert kein Eintrag im Register, und nach der geltenden Rechtslage muss es auch keinen geben, weil Lichtquellen in batteriebetriebenen Produkten vom Anwendungsbereich ausgenommen sind. EPREL-Suchabfrage, nur maschinell abrufbar
- Abfrage desselben Registers nach der Marke dieser Laterne: 813 Datensätze im Produktbereich Lichtquellen, sämtlich eingetragen von der deutschen Gesellschaft, die auch das Impressum der Markenseite verantwortet, mit der Registrantenrolle Hersteller und dem Prüfstatus verifiziert. Die eingetragene Handelsmarke umfasst drei Schreibweisen des Markennamens. Als Kontaktanschrift ist eine irische Gesellschaft in Dublin hinterlegt. Eine Kontrollabfrage mit einer erfundenen Marke liefert null Treffer, der Filter arbeitet also und die 813 sind kein Artefakt. Die Marke meldet ihre netzbetriebenen Leuchtmittel also systematisch an, ihre Akkuleuchten sind davon aber nicht erfasst. EPREL-Suchabfrage, nur maschinell abrufbar
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2015 über die Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen, konsolidierte Fassung: Anhang IV Nummer 2 Buchstabe c nimmt Lichtquellen in batteriebetriebenen Produkten ausdrücklich vom Anwendungsbereich aus, wörtlich genannt werden unter anderem Taschenlampen, Mobiltelefone mit integriertem Licht und Spielzeug. Anhang II enthält die Klassengrenzen der Gesamtnetzlichtausbeute, nämlich A ab 210, B ab 185, C ab 160, D ab 135, E ab 110 und F ab 85 Lumen je Watt, sowie die Faktoren FTM, darunter 0,926 für ungebündelte nicht netzbetriebene Lichtquellen.
- Verordnung (EU) 2019/2020 zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen, konsolidierte Fassung: Anhang III Nummer 2 Buchstabe c nimmt Lichtquellen und separate Betriebsgeräte in batteriebetriebenen Produkten aus und zählt dazu ausdrücklich Taschenlampen, Mobiltelefone mit integriertem Licht, Spielzeug mit Lichtquellen, ausschließlich mit Batterie betriebene Schreibtischleuchten, Armbandlampen für Radfahrer und solarbetriebene Gartenleuchten auf. Die Flimmer- und Stroboskopanforderungen in Anhang II richten sich ausdrücklich an netzbetriebene Lichtquellen und gelten für batteriebetriebene Produkte deshalb nicht.
Eigene Rechnung, Auslegung oder Zuordnung
- manufacturerDocCount steht auf 2. Gezählt sind die deutsche und die englischsprachige Produktseite der Marke zur Artikelnummer 330041 mit derselben EAN. Dass es sich um dieselbe Seite in zwei Sprachen handelt, ist gewollt: Sie enthalten unterschiedliche Angaben, insbesondere Kapazität, Zellbauform, Leistungsaufnahme, Maße und Gewicht ausschließlich in der englischen Fassung, und sind deshalb zwei getrennte Quellenstände. Ein Datenblatt oder Handbuch zu diesem Gerät existiert nicht.
- Die Zuordnung des Angebots zur Artikelnummer 330041 ist unser Schluss und steht in keiner Quelle. Sie stützt sich auf die übereinstimmende Gehäuseform mit Drehknopf am Sockel, Bügelgriff und Markenschild, auf das identische beiliegende Kabel und auf die identische Angabe von 160 Stunden. Die schwarze Farbvariante ist bei der Marke nicht gelistet, das Angebot nennt weder Artikelnummer noch EAN.
- Die Umrechnung 15000 Milliamperestunden mal 3,6 Volt geteilt durch 1000 gleich 54 Wattstunden ist unsere eigene Rechnung. Der Hersteller nennt nur die Kapazität in Milliamperestunden, keine Wattstunden. Die Annahme, dass drei parallel geschaltete Zellen die Spannung einer einzelnen Zelle haben, folgt aus der genannten Bauform 21700 und der Kapazitätsangabe.
- Die mittleren Leistungsaufnahmen von 0,34 Watt, 1,20 Watt, 1,50 Watt und 0,77 Watt sind unsere Rückrechnungen aus Akkuenergie und den vom Hersteller beziehungsweise vom Angebot genannten Laufzeiten. Der Anbieter gibt keine Leistungsaufnahme je Stufe an, sondern nur 15 Watt für die hellste Stufe.
- Der abgeschätzte Grundverbrauch der Elektronik von rund 0,27 Watt und die Steigung von rund 151 Lumen je Watt sind unsere eigene Zwei-Punkt-Abschätzung aus den beiden warmweißen Herstellerangaben 10 Lumen bei 160 Stunden und 140 Lumen bei 45 Stunden. Der Hersteller nennt weder einen Grundverbrauch noch eine Lichtausbeute.
- Die Feststellung, dass die im Angebot genannten 70 Stunden für Kaltweiß rechnerisch rund 180 Lumen je Watt verlangen, ist unsere eigene Rechnung. Sie hängt an zwei Annahmen, die wir im Text ausdrücklich nennen: an der Zuordnung dieser Laufzeit zur kleinsten kaltweißen Stufe von 90 Lumen, die keine Quelle bestätigt, und an unserem abgeschätzten Grundverbrauch der Elektronik. Wir behaupten nicht, dass eine der beiden Herstellerzahlen falsch erhoben wurde, und wir nennen im Text zwei Lesarten, unter denen die 70 Stunden aufgehen.
- Die Bestätigung, dass die 36 Stunden der deutschen Markenseite zur Energiebilanz passen, ist ebenfalls unsere Rechnung: 54 Wattstunden geteilt durch 36 Stunden ergeben 1,50 Watt, daraus folgen für 90 Lumen rund 60 Lumen je Watt, was zu den 67 Lumen je Watt bei Volllast passt.
- Die Rechnung 54 Wattstunden geteilt durch 15 Watt gleich 3,6 Stunden ist unsere eigene Kontrolle der Angebotsangabe von 3,5 Stunden. Sie nutzt ausschließlich zwei Herstellerangaben und keine weitere Quelle.
- Der Vergleich mit der kleinen Ledlenser-Laterne, also 14,4 Stunden je Wattstunde gegen 3,0 Stunden je Wattstunde und ein Energieverhältnis von 19,5, ist unsere eigene Gegenüberstellung aus den jeweils veröffentlichten Herstellerangaben beider Marken. Die beiden Geräte laufen dabei bei unterschiedlichen Helligkeiten, nämlich 5 gegen 10 Lumen. Deshalb rechnen wir im Text zusätzlich auf Lumenstunden um: Dann bleibt statt des Fünffachen nur noch rund das Zweieinhalbfache, und nur dieser Rest ist der Elektronik zuzuschreiben.
- Die Umrechnung der Kapazität auf den USB-Ausgang, also 54 Wattstunden mal 85 Prozent gleich rund 46 Wattstunden und daraus rund 9200 Milliamperestunden bei 5 Volt, ist unsere eigene Rechnung mit einem angenommenen Wandlerwirkungsgrad. Der Hersteller nennt weder Wirkungsgrad noch Ausgangskapazität.
- Die Angabe von gut zwei vollständigen Handyladungen beruht auf einer angenommenen Telefonbatterie mit 4500 Milliamperestunden bei 3,85 Volt und rund 15 Prozent Ladeverlust. Sie ist eine Größenordnung und keine Herstellerangabe.
- Die geschätzte Ladedauer von sechseinhalb bis sieben Stunden bei 10 Watt beziehungsweise elf bis dreizehn Stunden bei 5 Watt ist unsere eigene Rechnung aus der Akkuenergie und angenommenen Ladeleistungen. Der Hersteller nennt zu diesem Modell keine Ladezeit und keine Ladeleistung.
- Die Einordnung, dass 54 Wattstunden unter der Grenze von 100 Wattstunden für Lithiumakkus im Handgepäck liegen, ist unsere Anwendung der allgemeinen Beförderungsregeln und keine Aussage des Herstellers. Die Bedingungen einzelner Fluggesellschaften können abweichen.
- Die Auslegung von IPX4, also fehlende erste Ziffer gleich keine deklarierte Staubschutzstufe und zweite Ziffer 4 gleich Schutz gegen allseitiges Spritzwasser, folgt der Systematik der Schutzartkennzeichnung. Die Feststellung, dass wasserdicht erst ab der zweiten Ziffer 7 zutreffend ist, gehört ebenfalls dazu und widerspricht der Formulierung auf der deutschen Markenseite.
- Die Feststellung, dass die Laterne nach oben und nach unten kaum Licht abgibt und deshalb nicht schattenfrei ist, ist unser Schluss aus der abgebildeten Bauform mit massiver Haube, massivem Sockel und Käfigstreben. Eine Lichtstärkeverteilung veröffentlicht der Hersteller nicht.
- Die Mired-Rechnung von 400 gegen 200 für 2500 und 5000 Kelvin ist reine Umrechnung aus den beiden Farbtemperaturen, die im Seitentitel der Marke stehen. Ein Messwert des Herstellers zu den tatsächlichen Farbtemperaturen liegt nicht vor.
- Die rechtliche Einordnung, dass für diese Laterne kein Energielabel und kein Registereintrag erforderlich sind, stützt sich auf Anhang IV Nummer 2 Buchstabe c der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 und Anhang III Nummer 2 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2019/2020. Die Zuordnung dieses Produkts zur Ausnahme für batteriebetriebene Produkte ist unsere eigene Subsumtion.
- Der Hinweis, dass die Nennkapazität über der tatsächlich entnehmbaren Energie liegt und dass Kälte und Alterung diese weiter senken, ist allgemeines Wissen zu Lithiumzellen und steht in keiner Unterlage zu diesem Gerät.
- Der Preis wird nur als Klasse genannt. Die Einordnung Einstiegs- bis untere Mittelklasse bezieht sich auf die Preislage von Akkulaternen mit Powerbankfunktion und auf keinen bestimmten Betrag. Die Beobachtung, dass die Preislage im Marktplatzhandel unter der im eigenen Shop der Marke liegt, nennt bewusst keine Beträge.
Was offen bleibt
- Warum das Angebot für den Kaltweiß-Modus 70 Stunden nennt und die deutsche Markenseite derselben Artikelnummer 36 Stunden, ließ sich nicht klären. Beide Angaben stammen von demselben Anbieter, und beide nennen keine zugehörige Helligkeit.
- Zu welcher Helligkeit die kaltweiße Laufzeitangabe gehört, sagt keine Quelle. Wir haben sie rechnerisch der kleinsten kaltweißen Stufe von 90 Lumen zugeordnet, weil beide Seiten von bis zu sprechen und das den sparsamsten Betriebszustand meint.
- Der Satz, die Laufzeit betrage bei maximaler Helligkeit 3,5 bis 6 Stunden, beschreibt zwei verschiedene Leistungsaufnahmen. Aus 54 Wattstunden folgen für 3,5 Stunden 15,4 Watt und für 6 Stunden 9,0 Watt. Welcher Betriebszustand mit den 6 Stunden gemeint ist, bleibt offen.
- Eine Ladezeit, eine Ladeleistung und eine unterstützte Ladespannung werden an keiner Stelle genannt, obwohl das Angebot mit einem Schnellladeanschluss wirbt. Für das kleinere Schwestermodell nennt die Marke vier Stunden, für dieses Modell nichts.
- Ob sich die Laterne während des Ladens betreiben lässt und mit welcher Leistung der Powerbankausgang liefert, sagt keine Quelle. Damit lässt sich nicht abschätzen, wie schnell ein Telefon daran geladen wird.
- Ein Farbwiedergabeindex, ein R9-Wert und eine Angabe zur Farbkonsistenz fehlen vollständig. Bei einer Leuchte, die ausdrücklich als dekorative Beleuchtung für den Wohnraum verkauft wird, wäre das die Zahl, die über die Wirkung entscheidet.
- Nach welchem Verfahren die Laufzeiten gemessen wurden, steht nirgends. Bei Laternen ist ANSI FL1 üblich, wonach die Messung beim Abfall auf zehn Prozent des Anfangslichtstroms endet. Ob dieser Anbieter so misst, ist offen, und davon hängt ab, wie hell es am Ende der genannten Zeit noch ist.
- Ob sich der warmweiße und der kaltweiße Kanal gleichzeitig betreiben lassen und ob dabei die Summe beider Lichtströme entsteht, wird nicht beschrieben. Beide Seiten sprechen von zwei Modi, ohne den Übergang zu erklären.
- Zum Akku fehlen Zellhersteller, Zahl der Ladezyklen, Angabe zur Wechselbarkeit, Betriebstemperaturbereich und jede Aussage zum Verhalten bei Frost. Bei einer Laterne, die ausdrücklich für Schnee beworben wird, ist der letzte Punkt die relevante Lücke.
- Eine Garantiezeit nennt die deutsche Markenseite nicht. Bei einem Gerät, dessen nutzbare Lebensdauer im Wesentlichen an den Zellen hängt, wäre gerade die Frist für den Akku die wichtige Angabe.
- Die schwarze Ausführung ist auf keiner Seite der Marke gelistet. Beide Herstellerseiten zeigen ausschließlich eine Ausführung in antiker Bronze. Ob die schwarze Variante dieselbe Elektronik und dieselben Lichtwerte hat, ist nicht belegt.
- Ein Datenblatt oder ein Handbuch zu dieser Laterne existiert nicht. Damit fehlen auch alle Angaben, die üblicherweise dort stehen: Abstrahlverhalten, Bedienlogik des Drehknopfs, Verhalten der Elektronik bei leerem Akku und Hinweise zur Lagerung.
Geprüft und nicht erreichbar
- Die Markenseite führt keinen Downloadbereich für Datenblätter oder Handbücher. Die Pfade für Handbücher, Downloads, Support und Service antworten sämtlich mit dem Statuscode 404. Die im Impressum genannte Seite mit Anleitungsvideos existiert zwar, enthält zu dieser Laterne aber keinen Eintrag.
- Auf beiden Produktseiten der Marke ist kein einziges PDF verlinkt. Eine Suche nach Datei-Anhängen auf der deutschen und der englischsprachigen Fassung liefert null Treffer. Damit gibt es zu diesem Gerät keine Herstellerunterlage außerhalb der beiden Produktseiten.
- Die deutsche Adresse dieser Produktseite existiert in zwei Schreibweisen. Die Fassung mit der Endung html antwortet mit einer dauerhaften Weiterleitung auf die Fassung unter dem Produktpfad. Als Quelle führen wir deshalb die Zieladresse und nicht die weiterleitende.
- Eine Suche nach der Artikelnummer 330041 im EU-Produktregister liefert null Treffer. Die Abfrage funktioniert technisch, das Modell ist schlicht nicht registrierungspflichtig, weil batteriebetriebene Produkte vom Anwendungsbereich ausgenommen sind.
- Die Programmierschnittstelle des EU-Produktregisters beantwortet Anfragen der Methode HEAD mit einer Zugriffsverweigerung. Alle Registerabfragen wurden deshalb mit vollständigen Abrufen und den beiden erforderlichen Kopfzeilen geprüft und lieferten den Statuscode 200. Dasselbe gilt für die Angebotsseite, die auf HEAD mit dem Statuscode 405 und auf einen vollständigen Abruf mit 200 antwortet.