Start/Datenchecks/Ledlenser ML4 Warm Light, Akku-Laterne mit 300 Lumen im Boost und 40 Stunden auf der kleinsten Stufe

Datencheck Akku-Laternen

Ledlenser ML4 Warm Light: die 300 Lumen und die 40 Stunden gehören zu zwei verschiedenen Stufen

Der Angebotstitel stellt 300 Lumen und bis 40 Stunden nebeneinander. Im Ledlenser-Datenblatt stehen beide Zahlen in derselben Tabelle, aber in verschiedenen Spalten: 300 Lumen im Boost ganz ohne Laufzeitangabe, 40 Stunden bei 5 Lumen. Aus 750 Milliamperestunden und 3,7 Volt ergeben sich 2,77 Wattstunden, und damit reicht es bei echten 300 Lumen rechnerisch für etwa eine Stunde. Registrierpflicht im EU-Energielabel besteht hier ausdrücklich nicht.

Stand: 26. August 2026

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Passt, wenn: Du suchst eine kleine Laterne, die im Zelt, auf dem Balkon, im Gartenhaus oder bei Stromausfall ein paar Stunden lang ein angenehmes Licht macht, und du liest im Angebot zwei Zahlen: 300 Lumen und bis 40 Stunden. Beide Zahlen stehen so auch im Datenblatt des Herstellers, nur eben in zwei verschiedenen Spalten derselben Tabelle. Die 300 Lumen gelten für den Boost, und für den Boost nennt Ledlenser überhaupt keine Laufzeit. Die 40 Stunden gelten für Low Power mit 5 Lumen, also für 1,7 Prozent der beworbenen Helligkeit. Dazwischen liegen zwei Stufen, die du im Angebot nicht siehst: 150 Lumen für 2,2 Stunden und 50 Lumen für 7 Stunden. Wer das weiß, bekommt eine sehr gut dokumentierte 71-Gramm-Laterne mit warmweißem Licht, wechselbarem Akku und AA-Notbetrieb. Wer es nicht weiß, rechnet mit einer Laterne, die es so nicht gibt.

Was Ledlenser an Unterlagen liefert

Das ist der angenehme Teil dieses Datenchecks: Es gibt Unterlagen, und sie sind gut. Ledlenser ist ein Hersteller aus Solingen, führt für jede Ausführung eine eigene Artikelnummer und veröffentlicht dazu ein Produktdatenblatt mit Versionsstand. Für dieses Modell zählen wir drei Herstellerunterlagen, die wirklich die ML4 Warm Light beschreiben: das deutschsprachige Produktdatenblatt in der Version v200529, das englischsprachige Product Data Sheet derselben Version und die offizielle deutsche Produktseite zur Artikelnummer 502231. Artikelnummer, GTIN und Zubehörliste stehen dabei in beiden Datenblättern; das englische Blatt hat zusätzlich einen längeren Beschreibungstext, das deutsche dafür eine deutschsprachige Fußnote. Die drei Quellen sind in allen Tabellenwerten deckungsgleich; die Abweichungen, die es gibt, stehen im Beschreibungstext des englischen Blattes, und darauf kommen wir im vierten Abschnitt zurück. Die Produktseite bietet außerdem eine Konformitätserklärung und die Kurzanleitung ML4_QUG zum Herunterladen, die für die ganze ML4-Reihe gilt und deshalb nicht als eigenes Datenblatt dieser Ausführung zählt.

Die Kennungen, mit denen du beim Kauf arbeiten kannst, lauten: Artikelnummer 502231, GTIN-13 4058205022125, Farbe schwarz, Verpackung Window Box. Diese Nummer ist wichtiger, als sie aussieht, denn die ML-Reihe von Ledlenser hat mehrere Ausführungen, die im Handel gern durcheinandergeraten. Die kaltweißere ML4 trägt die 502053 und die GTIN 4058205017886, die große ML6 Connect Warm Light trägt die 502201. Wenn auf einer Händlerseite eine dieser Nummern nicht steht, kannst du nicht sicher wissen, welche Ausführung im Karton liegt.

Bemerkenswert ist, wie der Angebotstext entstanden ist. Die fünf Aufzählungspunkte des Angebots sind Wort für Wort die fünf Aufzählungspunkte aus dem deutschen Ledlenser-Datenblatt, von der modernsten Linsentechnologie über das Magnetic Charge System und die Dual Power Technology bis zum Karabinerverschluss und dem Rotlicht. Das ist ehrlicher als das, was wir sonst auf Marktplätzen finden, denn es sind Herstellersätze und keine Händlererfindungen. Nur enthalten diese fünf Sätze zusammen keine einzige Zahl. Alle Zahlen, die du im Angebot siehst, stehen ausschließlich im Produkttitel, und es sind genau zwei: 300 Lumen und bis 40 Stunden.

Bleibt die Frage nach dem Energielabel, die bei Leuchten sonst der Knackpunkt ist. Im EU-Produktregister EPREL ist die Ledlenser GmbH und Co. KG als Lieferant eingetragen, mit dem Prüfstatus verifiziert und der Rolle Hersteller. Das Unternehmen hat dort aber nur einen einzigen Lichtquellen-Datensatz, und das ist ein Einbaumodul namens AT10C CCT LED Module mit 2725 Lumen und 22,8 Watt. Nach der Modellkennung 502231 sucht man im Register vergeblich, und das ist kein Mangel, sondern die richtige Rechtslage: Anhang IV Nummer 2 Buchstabe c der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 nimmt Lichtquellen in batteriebetriebenen Produkten ausdrücklich aus, und Anhang III Nummer 2 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2019/2020 nimmt Lichtquellen und separate Betriebsgeräte in batteriebetriebenen Produkten aus und zählt dazu ausdrücklich Taschenlampen, Mobiltelefone mit integriertem Licht, Spielzeug mit Lichtquellen, ausschließlich mit Batterie betriebene Schreibtischleuchten, Armbandlampen für Radfahrer und solarbetriebene Gartenleuchten auf. Eine Laterne ist in dieser Liste nicht namentlich genannt; dass sie als batteriebetriebenes Produkt unter dieselbe Ausnahme fällt, ist unsere Einordnung, gestützt darauf, dass die Verordnung batteriebetrieben als Betrieb allein aus einer im Produkt enthaltenen Gleichstromquelle ohne Netzanschluss definiert. Nach dieser Lesart braucht die Laterne kein Energielabel, keine Effizienzklasse und keinen Registereintrag, und das Fehlen ist kein Versäumnis.

Damit du siehst, wie ein registrierter Ledlenser-Datensatz aussieht, eine kurze Gegenrechnung am Einbaumodul: 2725 Lumen geteilt durch 22,8 Watt ergibt 119,5 Lumen je Watt. Weil der Datensatz zugleich als ungebündelt und in der Zeile Netzanschluss als NMLS geführt wird, also nicht unmittelbar netzbetrieben ist, wird mit dem Faktor 0,926 multipliziert; für gebündelte oder netzbetriebene Lichtquellen gelten andere Faktoren. 119,5 mal 0,926 ergibt 110,7 Lumen je Watt, und die Klasse E beginnt bei 110. Das ausgewiesene E stimmt also exakt. Für die ML4 Warm Light lässt sich eine solche Klasse gar nicht bilden, weil ihr die Bezugsgröße fehlt: Sie hat keine Leistungsaufnahme im Ein-Zustand aus dem Netz, sondern nur einen Akku mit einer bestimmten Energiemenge.

300 Lumen und 40 Stunden gehören zu zwei verschiedenen Stufen

Der Produkttitel des Angebots stellt zwei Zahlen nebeneinander: 300 Lumen und bis 40 Stunden Laufzeit. Beide Zahlen sind für sich genommen korrekt, beide stehen so im Herstellerdatenblatt. Sie stehen dort nur nicht in derselben Spalte. Die Lichtwerte-Tabelle des Datenblatts hat vier Spalten, und die sehen so aus:

StufeLichtstromLeuchtdauer
Boost300 Lumenkeine Angabe
Power150 Lumen2,2 Stunden
Mid Power50 Lumen7 Stunden
Low Power5 Lumen40 Stunden

Die beworbenen 300 Lumen gehören zum Boost, und in der Zeile Leuchtdauer steht für den Boost nichts. Nicht wenig, sondern gar nichts. Die beworbenen 40 Stunden gehören zu Low Power mit 5 Lumen, also zu 1,7 Prozent der Helligkeit, mit der das Angebot wirbt. Zwischen diesen beiden Extremen liegen zwei Stufen, die im Angebotstitel überhaupt nicht vorkommen: 150 Lumen für 2,2 Stunden und 50 Lumen für 7 Stunden. Wer nur den Titel liest, kennt zwei Zahlen, von denen keine eine brauchbare Alltagsstufe beschreibt.

Warum der Boost keine Laufzeit hat, erklärt Ledlenser selbst in der ersten Fußnote des Datenblatts. Gemessen wird nach ANSI FL1, und ohne ausdrückliche Angabe beziehen sich Lichtstromwerte auf die höchste, Laufzeitwerte auf die niedrigste Stufe. Zum Boost heißt es wörtlich, er lasse sich mehrfach, aber nur für kurze Zeit nutzen. Der Boost ist also gar nicht als Dauerstufe gedacht, sondern als kurzer Schub, den die Smart Light Technology nach einiger Zeit wieder zurückregelt. Wie lange dieser Schub anhält, bevor die Elektronik herunterschaltet, steht in keiner der drei Unterlagen.

Der zweite Punkt an ANSI FL1 wird noch seltener verstanden. Die Laufzeit nach dieser Norm läuft nicht, bis das Licht ausgeht, sondern bis der Lichtstrom auf zehn Prozent des Anfangswertes gefallen ist. Diese Zehn-Prozent-Grenze steht nicht im Datenblatt; sie gehört zu der Norm, auf die Ledlenser in seiner Fußnote verweist, und die Übertragung auf diese Tabelle ist unsere Auslegung. Die 2,2 Stunden auf der Power-Stufe bedeuten also nicht 2,2 Stunden mit 150 Lumen, sondern 2,2 Stunden, bis nur noch etwa 15 Lumen übrig sind. Auf der Low-Power-Stufe endet die Messung entsprechend bei einem halben Lumen. Für dich heißt das: Die ehrliche Lesart der Zahlen ist nicht so viel Zeit bei dieser Helligkeit, sondern so viel Zeit, bis kaum noch etwas kommt.

Und schließlich die Toleranz. Im Datenblatt des Schwestermodells ML4 schreibt Ledlenser in derselben Fußnote, es handele sich um Durchschnittswerte und technisch bedingt seien Abweichungen von plus minus 15 Prozent möglich. Überträgt man das auf die Warm-Light-Ausführung, liegen die 300 Lumen zwischen 255 und 345 Lumen und die 40 Stunden zwischen 34 und 46 Stunden. Das ist eine faire, in der Branche übliche Angabe, aber sie macht aus der Zahl im Titel eine Größenordnung und keine Zusage.

Nachgerechnet: was 2,77 Wattstunden hergeben

Jetzt die Rechnung, um die es bei jeder Akku-Leuchte eigentlich geht. Das Datenblatt nennt einen Li-Ion-Akku der Baugröße 14500 mit 750 Milliamperestunden und 3,7 Volt Zellspannung. Milliamperestunden mal Volt geteilt durch 1000 ergibt Wattstunden: 750 mal 3,7 geteilt durch 1000 sind 2,775 Wattstunden. Ledlenser gibt im Blatt 2,77 Wattstunden an, unsere Rechnung trifft die Herstellerangabe also auf zwei Nachkommastellen. Das ist die gesamte Energie, die in dieser Laterne steckt, und alles Weitere ist eine Division.

Teilt man die 2,77 Wattstunden durch die angegebenen Laufzeiten, bekommt man die mittlere Leistungsaufnahme je Stufe. Für Power sind das 2,77 geteilt durch 2,2, also 1,26 Watt. Für Mid Power 2,77 geteilt durch 7, also 0,40 Watt. Für Low Power 2,77 geteilt durch 40, also 0,069 Watt, knapp 70 Milliwatt. Rechnet man daraus die Lichtausbeute, ergeben sich 119 Lumen je Watt auf der Power-Stufe, 126 Lumen je Watt bei Mid Power und 72 Lumen je Watt bei Low Power. Alle drei Werte liegen in einem Bereich, den eine warmweiße Mittelleistungs-LED mit Farbwiedergabeindex 80 tatsächlich erreichen kann. Die Zahlen des Datenblatts sind also untereinander stimmig, und das ist mehr, als wir bei den meisten Angeboten sagen können. Eine Einschränkung gehört zu dieser Rechnung: Sie setzt den Anfangslichtstrom über die ganze Laufzeit an, obwohl die Helligkeit nach ANSI FL1 bis zum Ende auf zehn Prozent fallen darf. Die drei Werte sind deshalb als Obergrenze zu lesen, nicht als gemessene Lichtausbeute.

Interessant wird es beim Boost, weil dort die Laufzeit fehlt. Nimmt man die 119 Lumen je Watt der Power-Stufe und rechnet damit die 300 Lumen hoch, kommt man auf 2,52 Watt und damit auf 2,77 geteilt durch 2,52, also etwa 1,1 Stunden. Weil eine LED bei höherem Strom aber weniger effizient arbeitet, ist der realistische Wert eher niedriger: Bei 100 Lumen je Watt wären es 3,0 Watt und damit rund 0,9 Stunden. Unsere Einordnung lautet deshalb: Selbst wenn der Boost nicht heruntergeregelt würde, reichten 2,77 Wattstunden für etwa eine Stunde bei 300 Lumen. Zwischen dieser einen Stunde und den beworbenen 40 Stunden liegt der Faktor 40, und genau dieser Faktor ist der Kern dieses Datenchecks.

Damit die Zahlen anschaulich werden, hier die Übersetzung in Beleuchtungsstärke. Verteilt man 300 Lumen rechnerisch über die Grundfläche eines Vier-Personen-Zeltes von etwa 2,5 mal 2,5 Metern, also 6,25 Quadratmeter, stehen rund 48 Lux zur Verfügung. Das ist eine reine Division ohne Abzüge für Wirkungsgrad, Abstrahlrichtung und Reflexion, also ebenfalls eine Obergrenze. Das ist stimmungsvoll und reicht zum Kartenspielen, aber es ist weit entfernt von den 500 Lux, die man am Schreibtisch ansetzt. Auf der 5-Lumen-Stufe, für die die 40 Stunden gelten, bleibt weniger als ein Lux übrig. Das ist Orientierungslicht, mit dem du den Reißverschluss findest und niemanden weckst, und es ist genau dafür gedacht. Wie sich Lumen, Fläche und Lux zueinander verhalten, steht ausführlich in unserer Übersicht zu Lumen pro Raum.

Eine letzte Zahl für die Stromausfall-Rechnung. 2,77 Wattstunden sind sehr wenig Energie. Eine gewöhnliche Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden bei 3,7 Volt trägt rund 37 Wattstunden, also das Dreizehnfache. Wenn du eine Laterne suchst, die einen mehrtägigen Ausfall auf brauchbarer Helligkeit übersteht, ist die Energiemenge dieser Laterne dafür schlicht zu klein. Sie ist ein Zusatzlicht, kein Notstromkonzept. Was sie retten kann, ist die AA-Option, und dazu kommen wir im fünften Abschnitt.

ML4, ML4 Warm Light und ML6: welche Zahl zu welchem Modell gehört

Ledlenser führt die ML-Reihe in mehreren Ausführungen, und die Verwechslungsgefahr ist real, weil zwei davon äußerlich identisch sind. Die ML4 mit der Artikelnummer 502053 und die ML4 Warm Light mit der Artikelnummer 502231 haben dasselbe Gehäuse mit 97 Millimetern Länge, 34,5 Millimetern Kopfdurchmesser und 71 Gramm Gewicht, dieselbe Schutzart IP66, dieselben neun Power LED und denselben Akku mit 750 Milliamperestunden. Unterschiedlich sind zwei Dinge: die Farbtemperatur und die Laufzeiten.

MerkmalML4 (502053)ML4 Warm Light (502231)
Farbtemperatur3700 bis 4200 Kelvin2500 bis 3000 Kelvin
Boost300 Lumen, keine Laufzeit300 Lumen, keine Laufzeit
Power150 Lumen, 2,5 Stunden150 Lumen, 2,2 Stunden
Mid Power50 Lumen, 8 Stunden50 Lumen, 7 Stunden
Low Power5 Lumen, 45 Stunden5 Lumen, 40 Stunden

Die warme Ausführung läuft auf jeder Stufe rund elf bis dreizehn Prozent kürzer als die neutralere: 2,2 statt 2,5 Stunden, 7 statt 8 Stunden, 40 statt 45 Stunden. Das ist physikalisch erwartbar: Eine LED mit 2500 bis 3000 Kelvin erreicht ihre Lichtfarbe über eine dickere Leuchtstoffschicht, die einen Teil der blauen Primärstrahlung umwandelt und dabei Verluste erzeugt. Der Preis für das gemütlichere Licht sind also fünf Stunden weniger auf der kleinsten Stufe. Welche Lichtfarbe wofür taugt, ordnen wir in unserer Kelvin-Übersicht ein, und warum am Abend die warme Variante die bessere Wahl ist, steht unter Licht und Schlaf.

Und hier liegt der auffälligste Widerspruch, den wir in den Herstellerunterlagen gefunden haben. Im Beschreibungstext des englischsprachigen Datenblatts zur ML4 Warm Light steht die Formulierung, das Gerät liefere blendfreies Licht bis 300 Lumen und eine Laufzeit von bis zu 45 Stunden. Die Tabelle auf derselben Seite desselben Dokuments nennt aber 40 Stunden. Derselbe Beschreibungstext beziffert die Bauhöhe nebenbei mit 94 Millimetern, während die Tabelle direkt darunter 97 Millimeter ausweist; auch das deutsche Blatt und die Produktseite nennen 97. 45 Stunden ist der Wert der kaltweißeren ML4, und offensichtlich ist der Werbetext beim Anlegen des neuen Modells mitgewandert, ohne dass die Zahl angepasst wurde. Der deutsche Angebotstitel bei diesem Händler nennt 40 Stunden und ist damit ausnahmsweise korrekter als der englische Fließtext des Herstellers. Wenn du also in einem Angebot 45 Stunden neben dem Wort warmweiß liest, ist das der falsche Wert.

Die dritte Verwechslung betrifft die Baugröße. Die ML6 Connect Warm Light mit der Artikelnummer 502201 ist eine andere Klasse: 750 Lumen im Boost, ein 18650er Akku mit 3000 Milliamperestunden, Steuerung über die Ledlenser-Connect-App und eine mitgelieferte Fernbedienung, und ausdrücklich eine Powerbank-Funktion mit USB-Ausgang. Die ML4 hat das alles nicht. Sie hat keinen USB-Ausgang, keine App, keine Fernbedienung und keine Möglichkeit, ein Telefon zu laden. Wenn du in einer Suchergebnisliste eine ML-Laterne mit Powerbank-Hinweis siehst, gehört dieser Hinweis zur ML6 und nicht zu diesem Modell. Rechnerisch ist das auch einleuchtend: 3000 Milliamperestunden bei 3,7 Volt sind 11,1 Wattstunden, also das Vierfache dessen, was in der ML4 steckt, und erst damit lässt sich sinnvoll etwas weitergeben.

Warm Light, blendfrei, IP66 und der Akku: was tatsächlich belegt ist

Zuerst das Wort Warm Light. Es ist hier kein Werbebegriff ohne Inhalt, sondern eine belegte Zahl: Das Datenblatt nennt einen Farbtemperaturbereich von 2500 bis 3000 Kelvin und einen Farbwiedergabeindex von 80. 2500 Kelvin liegen unterhalb einer klassischen Glühlampe, 3000 Kelvin entsprechen warmweißem Wohnlicht. Dass Ledlenser einen Bereich und keinen Einzelwert nennt, ist ehrlich, denn LEDs streuen fertigungsbedingt. Ein Farbwiedergabeindex von 80 ist für eine Outdoor-Leuchte üblich und für Hautfarben ausreichend, aber kein Wert, mit dem man Farben beurteilen sollte. Der R9-Wert, also die Wiedergabe von gesättigtem Rot, steht in keiner Unterlage.

Dann das Wort blendfrei. Dahinter steht bei Ledlenser die Micro Prism Technology, im Datenblatt beschrieben als Optik aus Reflektor plus einer Linse aus PMMA, kombiniert mit neun Power LED statt einer einzelnen hellen. Das ist eine plausible Bauart gegen Blendung, weil sich der Lichtstrom auf neun Emitter und eine streuende Fläche verteilt statt aus einem gleißenden Punkt zu kommen. Belegt ist damit aber nur die Bauart. Eine Blendungskennzahl gibt es nicht: kein UGR-Wert, keine Leuchtdichte in Candela je Quadratmeter, keine Angabe zum Abstrahlwinkel. Blendfrei ist hier eine Konstruktionsbeschreibung des Herstellers und keine gemessene Größe. Was Blendung im Alltag ausmacht, haben wir unter augenschonendem Licht aufgeschrieben.

Die Schutzart lautet IP66, und die beiden Ziffern muss man getrennt lesen. Die erste Ziffer 6 heißt staubdicht, also vollständiger Schutz gegen das Eindringen von Staub. Die zweite Ziffer 6 heißt Schutz gegen starkes Strahlwasser, also gegen einen kräftigen Wasserstrahl aus einer Düse. Was IP66 ausdrücklich nicht bedeutet, ist wasserdicht im Sinne von Untertauchen: Dafür bräuchte es mindestens eine 7 an zweiter Stelle. Regen, Sprühnebel, ein umgekipptes Getränk und ein Gartenschlauch sind unproblematisch, ein Sturz in den See ist es nicht. Dazu kommen eine geprüfte Fallhöhe von 2 Metern und ein Arbeitstemperaturbereich von -20 bis +40 Grad Celsius. Für die dauerhafte Montage draußen gelten trotzdem andere Maßstäbe, die wir in der Außenbeleuchtung einordnen.

Beim Akku ist die Lage erfreulich klar. Verbaut ist eine Li-Ion-Zelle der Baugröße 14500 mit 750 Milliamperestunden und 3,7 Volt, und sie ist wechselbar: Die Bodenkappe lässt sich abschrauben, und Ledlenser führt den Ersatzakku unter der Zubehörnummer 500985, eine Ladestation samt Akku unter 500986. Das ist der entscheidende Unterschied zu Laternen mit fest verklebter Zelle, denn 14500 ist die Baugröße einer AA-Batterie. Genau darauf beruht die Dual Power Technology: Statt des Akkus passt eine AA-Alkaline mit 1,5 Volt oder eine AA-NiMH mit 1,2 Volt in dasselbe Fach. Das Angebot nennt das 1xAA Batteriebetrieb möglich, und diese Angabe ist durch das Datenblatt gedeckt, das AA Alkaline 1,5 V und AA NiMH 1,2 V als nutzbare Batterien führt.

Geladen wird über das Magnetic Charge System. Im Lieferumfang liegen laut Datenblatt der Akku und ein Magnetladekabel, laut deutscher Produktseite ein Charging Cable USB-A to Magnetic. Ein Netzteil liegt nicht bei: Ledlenser führt ein USB-Netzteil samt Adapterkabel als Zubehör unter der Nummer 0389 und einen USB-Kfz-Lader unter 0380. Du brauchst also eine vorhandene USB-A-Quelle. Die Ladezeit gibt der Hersteller mit 150 Minuten an, also 2,5 Stunden. Gerechnet auf die 2,77 Wattstunden entspricht das einer mittleren Ladeleistung von gut 1,1 Watt, an 5 Volt also etwa 0,22 Ampere zuzüglich Verlusten. Das ist ein sehr geringer Strom, an dem sich fast jede USB-Quelle nicht stört. Ein magnetischer Kontakt hat außerdem einen praktischen Vorteil, den das Angebot zu Recht nennt: Es gibt keine offene Buchse, die Staub oder Wasser aufnehmen könnte, was zur Schutzart IP66 passt. Der Nachteil ist ebenso deutlich: Verlierst du das Kabel, brauchst du Ersatz vom Hersteller, denn ein Standardkabel passt nicht.

Ein Punkt zur Garantie gehört dazu, weil er oft übersehen wird. Ledlenser nennt im Datenblatt der ML4 fünf Jahre ab Kaufdatum und sieben Jahre bei Online-Registrierung, für die Funktion von Akkus aber eine abweichende Frist von 24 Monaten. Die lange Garantie gilt also der Lampe, nicht der Zelle. Bei einer Laterne, deren nutzbare Lebensdauer im Wesentlichen an der Zelle hängt, ist das der wichtigere Satz. Immerhin: Weil der Akku wechselbar und in der Standardbaugröße 14500 ausgeführt ist, ist ein Zellentausch nach ein paar Jahren kein Drama, sondern eine Bestellung.

Was keine Quelle beantwortet

Die Unterlagenlage ist gut, aber sie hat Löcher, und die größten liegen ausgerechnet bei der Zahl, mit der geworben wird. Für den Boost mit 300 Lumen nennt keine der drei Herstellerunterlagen eine Laufzeit. Es steht auch nirgends, wie lange der Boost anliegt, bevor die Smart Light Technology zurückregelt, auf welche Stufe sie dann zurückregelt und ob sie danach wieder in den Boost zurückkehrt. Die Fußnote sagt nur, der Boost lasse sich mehrfach, aber nur kurz nutzen. Was kurz heißt, bleibt offen. Unsere Größenordnung von etwa einer Stunde bei durchgehenden 300 Lumen ist eine eigene Rechnung aus Akkuenergie und rückgerechneter Lichtausbeute, kein Herstellerwert.

Die zweite Lücke betrifft das Rotlicht. Es steht in den Features des Datenblatts und im Angebotstext, aber es taucht in der Lichtwerte-Tabelle nicht auf. Es gibt keine Lumenzahl, keine Wellenlänge in Nanometern und keine Laufzeit. Zu den Stufen sagt der Hersteller dagegen durchaus etwas, nur eben an anderer Stelle: Der Beschreibungstext des englischen Datenblatts nennt für das Rotlicht Low, Mid und Blink, und die Kurzanleitung ML4_QUG, die Ledlenser auf der Produktseite zum Herunterladen anbietet, zeigt im Bedienschema einen Rotmodus mit zwei Helligkeitsstufen und einer Blinkstufe. Beide Angaben sind Funktionsnamen, keine Messwerte. Wenn du das Rotlicht wegen der Nachtsichtfähigkeit kaufst, etwa beim Angeln oder in der Sternwarte, bekommst du dazu also weiterhin keine belastbare Zahl.

Die dritte und praktisch wichtigste Lücke ist der AA-Betrieb. Die Dual Power Technology steht in jeder Unterlage, aber es gibt keine einzige Laufzeitangabe dafür. Wie lange leuchtet die ML4 Warm Light mit einer AA-Alkaline auf Low Power, wie lange auf Power, und funktioniert der Boost mit 1,5 Volt überhaupt in voller Höhe? Nichts davon steht irgendwo. Eine grobe eigene Einordnung: Eine gute AA-Alkaline trägt bei kleinem Entladestrom etwa 2,5 bis 3 Wattstunden, eine AA-NiMH mit 2000 Milliamperestunden bei 1,2 Volt rund 2,4 Wattstunden. Auf den kleinen Stufen dürfte die Laufzeit also in derselben Größenordnung liegen wie mit dem Akku, auf den hohen Stufen wegen des höheren Stroms und des dann nötigen Aufwärtswandlers deutlich schlechter. Das ist eine Abschätzung von uns und ausdrücklich keine Herstellerangabe.

Weiter offen bleiben: die Zahl der Ladezyklen, die der mitgelieferte Akku aushält, die maximale Ladeleistung des Magnetkabels, die Frage, ob sich die Laterne während des Ladens betreiben lässt, und ob die Laufzeiten in der Tabelle mit dem beiliegenden Akku oder mit einer Batterie gemessen wurden. Auch zur Lichtverteilung schweigen die Unterlagen: Es gibt keinen Abstrahlwinkel, keine Leuchtdichte und keine Angabe, wie viel Licht nach unten und wie viel zur Seite geht. Bei einer Laterne, die man aufhängt, wäre genau das interessant. Flimmerwerte wie Pst LM oder SVM fehlen ebenfalls, allerdings mit gutem Grund: Diese Kennzahlen stammen aus der Ökodesign-Verordnung für netzbetriebene Lichtquellen, und batteriebetriebene Produkte sind davon ausgenommen. Niemand ist verpflichtet, sie zu erheben.

Zwei Warnhinweise zu Quellen, denen du im Netz begegnen wirst. Erstens kursieren auf Anleitungsportalen Abschriften der ML4-Kurzanleitung, in denen steht, andere Batterien als die 14500 seien nicht zulässig. Das widerspricht sowohl dem Ledlenser-Datenblatt, das AA Alkaline und AA NiMH ausdrücklich als nutzbare Batterien führt, als auch der Originalkurzanleitung ML4_QUG auf der Herstellerseite, die das Einlegen einer 1,5-Volt-AA-Zelle bebildert. Nimm im Zweifel das Original vom Hersteller und nicht die Abschrift. Zweitens findet man bei Händlern die Kombination 45 Stunden maximal und 2,5 Stunden minimal für dieses Modell. Beide Zahlen gehören zur kaltweißeren ML4 und passen nicht zur Warm-Light-Ausführung, deren Tabelle 40 und 2,2 Stunden nennt.

Für wen die ML4 Warm Light passt und für wen nicht

Die ehrliche Beschreibung dieser Laterne lautet: 71 Gramm, warmweiß, mit einer Energiemenge von 2,77 Wattstunden, wechselbarer Zelle und einem sehr sparsamen 5-Lumen-Modus, der 40 Stunden durchhält. Sie ist ein Nahbereichslicht, kein Raumlicht. Alles, was du in Armlänge tust, kann sie beleuchten. Einen Raum ausleuchten kann sie nicht, und sie behauptet es in ihren eigenen Unterlagen auch nicht.

Sie passt gut, wenn du im Zelt, im Vorzelt oder im Dachzelt Licht zum Umziehen, Kramen und Lesen brauchst und dafür Stufen zwischen 5 und 50 Lumen ausreichen. Sie passt, wenn Gewicht zählt: 71 Gramm mit Karabiner sind auf einer Tour ein Argument, das keine Powerstation schlägt. Sie passt, wenn du ein warmes, wenig blendendes Licht am Abend willst, weil 2500 bis 3000 Kelvin und neun verteilte LEDs deutlich angenehmer sind als eine kalte Punktlichtquelle. Sie passt, wenn du eine kleine, robuste Lampe an einer festen Stelle deponieren willst, im Sicherungskasten, im Auto, im Gartenhaus oder im Keller, denn IP66, 2 Meter Fallhöhe und der Betrieb bis -20 Grad Celsius machen sie unempfindlich. Und sie passt besonders gut, wenn dir der AA-Notbetrieb wichtig ist: Wenn der Akku leer ist und keine Steckdose in Reichweite, hältst du mit einer Standardbatterie aus jedem Supermarkt weiter Licht. Das können die wenigsten Akku-Laternen.

Sie passt nicht, wenn du eine Laterne suchst, die einen Raum füllt. Für einen Gartentisch, eine Terrasse oder ein Wohnzimmer bei Stromausfall sind 300 Lumen die absolute Untergrenze, und diese 300 Lumen stehen dir eben nicht stundenlang zur Verfügung, sondern nach unserer Rechnung etwa eine Stunde lang, und auch das nur, wenn die Elektronik nicht vorher zurückregelt. Sie passt nicht, wenn du ein Notlicht für mehrere Tage brauchst: 2,77 Wattstunden sind ein Dreizehntel dessen, was in einer gewöhnlichen 10.000er-Powerbank steckt. Sie passt nicht, wenn du dein Telefon damit laden willst, denn einen USB-Ausgang hat sie nicht. Dafür gibt es in derselben Reihe die ML6 mit 750 Lumen, 3000 Milliamperestunden und Powerbank-Funktion. Und sie passt nicht, wenn du sie dauerhaft im Freien montieren willst: Sie ist mobil gedacht, IP66 schützt gegen Strahlwasser, aber nicht gegen Untertauchen, und für feste Installationen sind andere Bauarten zuständig.

Preislich bewegt sich die Laterne in der oberen Einstiegsklasse, also deutlich über einer namenlosen Campinglaterne mit demselben Lumenversprechen und deutlich unter einer großen Akku-Leuchte. Was du für den Aufschlag bekommst, ist nicht mehr Licht, sondern eine nachprüfbare Datenlage: eine Artikelnummer, ein Datenblatt mit Versionsstand, Laufzeiten je Stufe, ein Ersatzakku mit eigener Bestellnummer und eine Garantie mit benanntem Garantiegeber in Solingen. Bei diesem Produkttyp ist das mehr wert als eine höhere Zahl im Titel, denn Lumenangaben ohne Stufe und ohne Messnorm sagen nichts.

Bevor du bestellst, kläre drei Dinge. Erstens: Welche Stufe deckt deinen Alltag ab, 5, 50 oder 150 Lumen? Rechne mit der mittleren Stufe, nicht mit dem Boost, sonst kaufst du an deinem Bedarf vorbei. Zweitens: Prüfe im Angebot die Artikelnummer 502231 oder die GTIN 4058205022125, damit du wirklich die warme und nicht die neutrale Ausführung bekommst, denn beide sehen gleich aus und tragen fast denselben Namen. Drittens: Lege dir eine passende AA-Batterie dazu und merke dir, wo das Magnetladekabel liegt, denn ein Ersatz dafür kommt nur vom Hersteller. Wenn du danach immer noch mehr Licht brauchst, hilft dir unser Licht-Planer beim Abschätzen, und die Umrechnung von Watt auf Lumen findest du in der Lumen-Watt-Tabelle.

Wie sich dieselbe Aufgabe bei einer Marke ohne Datenblatt darstellt, zeigt der Datencheck zur Lepro Retro-Campinglaterne: Dort steht ein Akku mit 54 Wattstunden gegen die 2,77 Wattstunden dieser Leuchte, also fast das Zwanzigfache, und trotzdem lässt sich eine der beiden beworbenen Laufzeiten mit den eigenen Zahlen des Anbieters nicht in Einklang bringen. Der Unterschied liegt nicht an der Bauform, sondern daran, dass Ledlenser eine Stufentabelle mit Messnorm veröffentlicht und die andere Marke nicht.

Quellen und Transparenz

Diese Seite entsteht aus Unterlagen, nicht aus einem eigenen Labor. Unten stehen alle Quellen, die dafür geöffnet wurden, und daneben ausdrücklich jede Aussage, die eine eigene Rechnung oder Einordnung ist.

Geprüfte Quellen

Eigene Rechnung, Auslegung oder Zuordnung

  • Die Umrechnung 750 Milliamperestunden mal 3,7 Volt geteilt durch 1000 gleich 2,775 Wattstunden ist unsere eigene Rechnung. Sie bestätigt die Herstellerangabe von 2,77 Wattstunden, ersetzt sie aber nicht.
  • Die mittleren Leistungsaufnahmen von 1,26 Watt, 0,40 Watt und 0,069 Watt sowie die daraus abgeleiteten 119, 126 und 72 Lumen je Watt sind eigene Rückrechnungen aus Akkuenergie und Herstellerlaufzeiten. Ledlenser gibt keine Leistungsaufnahme je Stufe an.
  • Die Angabe, dass 2,77 Wattstunden bei durchgehenden 300 Lumen für etwa eine Stunde reichen, ist eine eigene Abschätzung auf Basis von 100 bis 119 Lumen je Watt. Der Hersteller nennt für den Boost gar keine Laufzeit.
  • Die Umrechnung von 300 Lumen in rund 48 Lux auf 6,25 Quadratmetern ist eine eigene Modellrechnung ohne Abzüge für Wirkungsgrad, Abstrahlrichtung und Raumreflexion.
  • Die Erklärung, dass die warme Ausführung wegen der dickeren Leuchtstoffschicht rund elf bis dreizehn Prozent kürzer läuft als die neutrale, ist unsere Auslegung des Laufzeitunterschieds zwischen 502231 und 502053. Ledlenser nennt keinen Grund.
  • Die Einordnung, dass eine AA-Alkaline etwa 2,5 bis 3 Wattstunden und eine AA-NiMH mit 2000 Milliamperestunden rund 2,4 Wattstunden trägt, ist eine allgemeine Abschätzung von uns und steht in keiner Unterlage zu diesem Produkt.
  • Die Aussage, dass die 40 Stunden nach ANSI FL1 bis zum Abfall auf zehn Prozent des Anfangslichtstroms gemessen werden, ist unsere Auslegung der Norm, auf die Ledlenser in Fußnote 1 verweist. Der Grenzwert selbst steht nicht im Datenblatt.
  • Die rechtliche Einordnung, dass für diese Laterne keine EPREL-Registrierung und kein Energielabel erforderlich sind, stützt sich auf Anhang IV Nummer 2 Buchstabe c der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 und Anhang III Nummer 2 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2019/2020. Die Zuordnung dieses Produkts zur Ausnahme für batteriebetriebene Produkte ist unsere eigene Subsumtion.
  • Die Ladeleistung von gut 1,1 Watt beziehungsweise etwa 0,22 Ampere an 5 Volt ist aus 2,77 Wattstunden und 150 Minuten Ladezeit gerechnet und nicht vom Hersteller angegeben.
  • Die Rückrechnung der Lichtausbeuten setzt den Anfangslichtstrom über die gesamte Laufzeit an, obwohl die Helligkeit nach ANSI FL1 bis auf zehn Prozent fallen darf. Die Werte 119, 126 und 72 Lumen je Watt sind deshalb Obergrenzen.
  • Die Kurzanleitung ML4_QUG steht auf der offiziellen Produktseite zum Herunterladen. Sie gilt für die ML4-Reihe insgesamt und nicht speziell für die Warm-Light-Ausführung; wir zählen sie deshalb nicht zu den drei Unterlagen, die dieses Modell mit Zahlen beschreiben, verwenden sie aber für die Bedienung und die Batteriefrage.

Was offen bleibt

  • Für den Boost mit 300 Lumen nennt keine der drei Herstellerunterlagen eine Laufzeit. Auch die Frage, nach welcher Zeit die Smart Light Technology zurückregelt und auf welche Stufe, bleibt unbeantwortet. Unsere Größenordnung von etwa einer Stunde ist eine eigene Rechnung aus 2,77 Wattstunden und rückgerechneter Lichtausbeute.
  • Zum Rotlicht gibt es keine Lumenzahl, keine Wellenlänge und keine Laufzeit. Die Stufen sind dagegen belegt: Der Beschreibungstext des englischen Datenblatts nennt Low, Mid und Blink, die Kurzanleitung ML4_QUG zeigt zwei Helligkeitsstufen und eine Blinkstufe. Messwerte sind das nicht.
  • Für den AA-Betrieb existiert keine einzige Laufzeitangabe, obwohl die Dual Power Technology in jeder Unterlage beworben wird. Ob der Boost mit einer 1,5-Volt-Zelle die vollen 300 Lumen erreicht, steht nirgends.
  • Die Zahl der Ladezyklen des mitgelieferten 14500er Akkus, die maximale Ladeleistung des Magnetkabels und die Frage, ob sich die Laterne während des Ladens betreiben lässt, sind in keiner Quelle beantwortet.
  • Zur Lichtverteilung fehlt jede Angabe: kein Abstrahlwinkel, keine Leuchtdichte, keine Aufteilung zwischen Licht nach unten und Licht zur Seite. Bei einer Laterne, die man aufhängt, wäre genau das die interessante Größe.
  • Es bleibt offen, ob die Laufzeiten der Tabelle mit dem beiliegenden Akku oder mit einer Batterie gemessen wurden. Die Fußnote zu ANSI FL1 nennt die Messbedingung nicht.
  • Flimmerkennzahlen wie Pst LM und SVM sowie ein R9-Wert fehlen. Das ist hier kein Versäumnis: Diese Größen stammen aus der Ökodesign-Verordnung für netzbetriebene Lichtquellen, von der batteriebetriebene Produkte ausgenommen sind.

Geprüft und nicht erreichbar

  • ledlenser.de und www.ledlenser.de lösen auf, leiten aber beide per 301 auf ledlenser.com/de/ weiter und führen selbst keine Produktinhalte.
  • Der Pfad ledlenser.com/de/produkt/laterne-ml4-warm-light-502231/ antwortet mit einer 301-Weiterleitung auf eine Detailadresse aus einer Zeichenkette ohne Modellnamen. Die stabile deutsche Produktadresse liegt unter dem Pfad /de-de/ und wird deshalb als Quelle geführt.
  • Die Registerabfrage nach der Modellkennung 502231 im EU-Produktregister EPREL liefert null Treffer. Die Abfrage funktioniert technisch, das Modell ist schlicht nicht registrierungspflichtig.
  • Auf Anleitungsportalen liegen Abschriften der ML4-Kurzanleitung, die behaupten, AA-Batterien seien nicht kompatibel. Das widerspricht dem Herstellerdatenblatt, die Abschriften sind keine Herstellerquelle und wurden nicht verwendet.