Was FREEPOWER dokumentiert
Hinter der Marke steht die Freepower Electronic Co., Ltd. in Shenzhen, und sie hat tatsächlich eine eigene Website. Auf rplight.com beschreibt sich das Haus als Fabrik, die seit 2007 Weihnachtskerzen und Unterhaltungselektronik entwickelt, und nennt als Anschrift 3F 45# Lixin Road, Nanwan Street, Longgang District. Nach eigener Angabe gehen jährlich rund drei Millionen Weihnachtskerzen nach Deutschland. Als Zulassungen werden SGS, CE und RoHS genannt, auf der Startseite dagegen GS, CE und RoHS. SGS ist ein Prüfhaus, GS ist das Zeichen für geprüfte Sicherheit; die beiden Kürzel im selben Auftritt zu vertauschen, ist kein gutes Zeichen für die Sorgfalt.
Zu genau diesem Vierer-Set findet sich dort nichts. Die Modellnummer TH-13, die in den Produktdaten des Angebots steht, taucht auf der Herstellerseite nicht auf. Der Katalog kennt Weihnachtsbaumkerzen in 8,8 und 10 Zentimetern, Teelichter, wiederaufladbare Kerzen, Lichterketten und Solar-Lichterketten, aber keine Stumpenkerze mit 7,5 Zentimetern Durchmesser und zwei Mignonzellen. Der Download-Bereich der Seite besteht aus vier Schaltflächen mit chinesischen Platzhaltertexten, die alle auf dieselbe Datei zeigen, und diese Datei antwortet mit HTTP 403. Der neueste Beitrag der Website stammt vom Dezember 2017, der Urhebervermerk nennt 2016 bis 2017.
Im EU-Produktregister EPREL steht unter der Handelsmarke FREEPOWER kein einziger Eintrag. Das ist hier nicht automatisch ein Vorwurf: Die Delegierte Verordnung (EU) 2019/2015 erfasst Lichtquellen mit einem Lichtstrom zwischen 60 und 82.000 Lumen, und eine flackernde Kerzendiode liegt weit darunter. Fehlt die Registrierungspflicht, fehlt aber auch die Grundlage für jede Effizienzklasse. Genau die trägt das Angebot trotzdem, dazu später mehr.
Bleibt die Frage, worauf sich dieser Datencheck überhaupt stützt. Auf den Angebotstext, auf die Produktdatentabelle des Marktplatzes, auf zwei Produktseiten des Herstellers zu Schwesterbaureihen und auf zwei weitere Angebote derselben Marke. Für dieses Modell selbst zählen wir null Herstellerunterlagen. Eine Anleitung liegt laut Lieferumfang der Packung bei, im Netz ist sie nicht auffindbar. Wie es aussieht, wenn eine Marke wenigstens einen Registereintrag vorweist, steht in unserem Datencheck zur LaPitio Lichterkette.
Flammenlos: was diese Kerzen ersetzen und was nicht
Der ehrlichste Satz über LED-Kerzen ist eine Abgrenzung. Eine echte Kerze ersetzen sie in der Wirkung nur zum Teil. Eine Kerzenflamme liegt nach der Farbtemperaturtabelle bei rund 1500 Kelvin, also deutlich unter jeder Glühlampe mit ihren 2600 bis 3000 Kelvin. Warmweiße Leuchtdioden werden mit unter 3300 Kelvin eingeordnet, und welchen Wert diese hier haben, sagt das Angebot nicht: Es steht nur das Wort warmweiß. Wer die tiefe, gelbrote Tönung einer Flamme sucht, sieht den Unterschied sofort. Dazu fehlen Wärme, Geruch und die unregelmäßige Bewegung, die eine echte Flamme im Luftzug macht. Das Flackern wird hier elektronisch nachgebildet, in drei Stufen: schnell, langsam und aus.
Was Kerzen aus Kunststoff dafür können, kann keine Wachskerze. Sie sind die einzige Lösung dort, wo offenes Feuer ausscheidet. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer weist darauf hin, dass die Zahl der Wohnungsbrände jedes Jahr im Dezember um bis zu 50 Prozent steigt, und schildert als Beispielfall einen Adventskranz. Ein Kranz, der auch dann brennen darf, wenn niemand im Zimmer ist, ein Kinderzimmer, eine Fensterbank direkt hinter der Gardine, ein Tisch auf der Terrasse im Wind: Das sind die Orte, an denen diese Bauform ihren Sinn hat, und dort ist sie nicht das schlechtere Wachs, sondern die einzige Option.
Die Bauform passt zu diesem Zweck. 7,5 Zentimeter Durchmesser bei 10 Zentimetern Höhe ist die klassische Stumpenkerze, vier Stück ergeben einen Adventskranz ohne Zukauf. Der Kunststoff schmilzt nicht, was das Angebot zu Recht als Vorteil im Freien nennt, und es tropft nichts auf die Tischdecke. In der Datentabelle steht als Nachhaltigkeitsmerkmal, dass mindestens 95 Prozent recyceltes Material enthalten sind, zertifiziert nach Recycled Claim Standard 100. Das betrifft das Gehäuse, nicht die Elektronik.
Zwei Punkte muss man dagegenhalten. Erstens sieht eine Kunststoffkerze bei Tageslicht wie eine Kunststoffkerze aus, mattiert und ohne die Struktur von gegossenem Wachs. Auf einem Kranz, der drei Wochen im Wohnzimmer steht, fällt das auf. Zweitens gibt es keine Höhenstaffelung: Vier gleich hohe Kerzen bleiben vier gleich hohe Kerzen, während echte Kerzen im Advent unterschiedlich weit herunterbrennen. Wer diesen Effekt will, kauft ein Set mit gestaffelten Höhen; die Marke bietet solche Sets in anderen Angeboten an.
Nachgerechnet: 300 Stunden gegen 1 Watt
Zwei Zahlen desselben Angebots stehen sich im Weg. In den Angaben zum Artikel steht, die flammenlose Kerze könne 300 Stunden lang leuchten und benötige dafür zwei Mignonzellen. In der Produktdatentabelle weiter unten steht in der Zeile Wattleistung der Wert 1 Watt. Rechnen wir das gegeneinander. Zwei Alkali-Mangan-Zellen der Größe AA liegen in Reihe bei 3 Volt und tragen bei kleiner Last typischerweise 3000 Milliamperestunden. Das sind 9 Wattstunden Energieinhalt. Bei einer Leistungsaufnahme von 1 Watt reicht das für neun Stunden, nicht für 300.
Andersherum gerechnet: Wenn die 300 Stunden stimmen, darf die Kerze im Mittel höchstens 9 Wattstunden geteilt durch 300 Stunden aufnehmen, also 30 Milliwatt. Bei 3 Volt sind das 10 Milliampere. Genau in dieser Größenordnung liegt die einzige belastbare Zahl, die wir zu Kerzen dieses Hauses gefunden haben: Auf zwei Produktseiten des Herstellers steht für die Kerzen der Weihnachtsbaumbaureihe ein Maximalstrom von 9 Milliampere und ein Ruhestrom von 60 Mikroampere. Die 300 Stunden sind also plausibel, die 1 Watt sind es nicht. Zwischen beiden Angaben liegt der Faktor dreiunddreißig.
Dieselbe Zeile 1 Watt trägt eine zweite Behauptung mit sich. Das Angebot führt die Energieeffizienzklasse A, sowohl als Zusatz hinter dem Produktnamen als auch in der Zeile Energieeffizienzklasse für Leuchtmittel. Klasse A verlangt nach der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2015 mindestens 210 Lumen je Watt. Genommen bei 1 Watt hieße das, eine einzelne Plastikkerze gäbe 210 Lumen ab, ungefähr so viel wie eine 25-Watt-Glühlampe. Die Zahlen dazu stehen in unserer Lumen-Watt-Tabelle. Eine Kerze, die so hell wäre, wäre keine Dekoration mehr, sondern eine Leselampe.
Die saubere Auflösung liegt im Geltungsbereich. Die Verordnung erfasst Lichtquellen mit einem Lichtstrom zwischen 60 und 82.000 Lumen. Eine Kerzendiode mit rund 30 Milliwatt liegt weit darunter, fällt also gar nicht unter die Kennzeichnungspflicht. Es gibt für sie keine Effizienzklasse, weder A noch G, und folgerichtig steht die Marke auch in keinem Registereintrag. Die Zeile Energieeffizienzklasse A ist ein Formularfeld des Marktplatzes ohne rechtliche Grundlage. Wer sie liest, hält eine unbelegte Angabe für eine amtliche.
Acht Mignonzellen und eine Adventszeit
Der Unterhalt ist bei dieser Warengruppe die eigentliche Rechnung, und sie fällt hier freundlicher aus, als man beim Stichwort Batteriebetrieb erwartet. Jede Kerze braucht zwei Mignonzellen, das Set also acht Stück, und sie liegen ausdrücklich nicht bei. Wer das Set bestellt, muss den Kauf von acht Zellen mit einplanen, sonst steht am Adventssonntag ein dunkler Kranz auf dem Tisch. Die Fernbedienung braucht eine CR2025-Knopfzelle, und die ist enthalten.
Jetzt die Adventsrechnung. Vom ersten Advent bis Heiligabend liegen 26 Tage. Bei sechs Stunden am Tag sind das 156 Betriebsstunden je Kerze. Die 300 Stunden des Anbieters decken das also, und zwar mit Reserve: Rechnerisch reicht eine Füllung für rund 50 Tage zu sechs Stunden, also für knapp zwei Adventszeiten. Wer die Kerzen nur an den vier Adventssonntagen und an Heiligabend anzündet, kommt über Jahre mit einem Satz Zellen aus. Ein Vierer-Set mit Knopfzellen wäre an dieser Stelle deutlich teurer im Unterhalt; Mignonzellen sind hier die günstigere Bauart.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens sagt keine Quelle, unter welchen Bedingungen die 300 Stunden gelten. Die Fernbedienung kennt zwei Helligkeiten und drei Flackerarten, und zwischen heller Dauerbeleuchtung und langsamem Flackern in der dunklen Stufe liegen ohne Weiteres 50 Prozent Unterschied im Strom. Wenn die Angabe für die sparsamste Einstellung gilt, ist sie in der hellsten deutlich kleiner. Zweitens gilt der Wert für frische Zellen. Alkalizellen entladen sich nach dem Wikipedia-Artikel mit rund 0,3 Prozent je Monat bei 20 Grad, was über ein Jahr Lagerung im Kranzkarton kaum ins Gewicht fällt, über mehrere Jahre aber schon.
Rechne die Zellen als Teil des Kaufpreises. Acht Mignonzellen sind mengenmäßig doppelt so viel, wie in einem üblichen Viererpack steckt, und ein Set dieser Preisklasse liegt unter 20 Euro. Über die erwartbare Lebensdauer von einigen Jahren kommen mehrere Batteriesätze zusammen, und spätestens dann lohnt der Vergleich mit den wiederaufladbaren Kerzen, die dieselbe Marke im Sortiment führt. Wer ohnehin Akkus im Haus hat: Nickel-Metallhydrid-Zellen liefern 1,2 statt 1,5 Volt, also 2,4 statt 3 Volt in Reihe. Ob die Elektronik damit noch sauber startet, sagt keine Unterlage.
Wetterfest ohne IP-Ziffern
Das Wort Outdoor steht im Produktnamen, die Erläuterung dazu lautet: Kunststoffkerze, die im Freien nicht schmilzt, wind- und regenfest. In der Produktdatentabelle steht bei Ist wasserdicht der Wert True. Was nirgends steht, ist eine IP-Angabe. Kein IP44, kein IP65, keine einzige Ziffer. Damit fehlt genau die Information, an der sich Außentauglichkeit prüfen ließe, denn der IP-Code nach DIN EN 60529 ist die einzige normierte Auskunft darüber, wie viel Wasser ein Gehäuse abhält.
Dass es auch anders geht, zeigt derselbe Hersteller auf seiner eigenen Website. Für die Baureihe der wasserdichten Weihnachtsbaumkerzen nennt er ausdrücklich IP 65 und erläutert es mit wasser- und staubdicht. Der Hersteller weiß also, wie man eine Schutzart angibt, und tut es für ein anderes Produkt. Für dieses Set tut er es nicht. Zur Einordnung: Die zweite Kennziffer 4 steht für allseitiges Spritzwasser, die 5 für Strahlwasser aus einer Düse, die 7 für zeitweiliges Untertauchen. Das Wort wasserdicht trifft erst ab einer 7 zu. Für Wind gibt es im IP-Code überhaupt keine Ziffer, die Angabe windfest ist also nicht prüfbar. Wie eine Außenlichterkette mit ausgewiesener Schutzart dasteht, zeigt unsere Analyse der Ollny G40-Lichterkette.
Wie unzuverlässig das Feld Ist wasserdicht ist, zeigt ein Blick auf ein anderes Angebot derselben Marke. Bei den Adventskerzen mit 5 Zentimetern Durchmesser steht in derselben Tabelle bei Ist wasserdicht der Wert Falsch und zwei Zeilen darunter bei Wasserbeständigkeit der Wert Wasserfest. Ein Feld, das sich innerhalb einer Tabelle selbst widerspricht, taugt nicht als Grundlage für eine Kaufentscheidung. Praktisch heißt das: Unter einem Vordach, auf einer überdachten Terrasse oder in einer Laterne ist das Set in Ordnung. Frei im Regen, auf einer nassen Fensterbank oder dort, wo Schmelzwasser steht, ist es eine Wette.
Der Winter bringt eine zweite Größe ins Spiel, und die hat mit Wasser nichts zu tun. Alkalizellen verlieren bei Kälte deutlich an Kapazität. In einer Messreihe der Computerwoche verloren die geprüften Alkalizellen bei 0 Grad zwischen 20 und 38 Prozent, eine Mignonzelle bei kleinem Entladestrom 38 Prozent. Auf die 300 Stunden übertragen bleiben davon rund 190 bis 240 übrig, und die minimale Betriebstemperatur wird ohnehin nur mit größer als minus 20 Grad angegeben. Eine Betriebstemperatur für diese Kerzen nennt keine Quelle. Wenn deine Kerzen die Nächte draußen verbringen, plane eher mit zwei Dritteln der versprochenen Laufzeit, und rechne damit, dass das Licht in kalten Nächten früher schwächer wird.
Timer und Fernbedienung: was offenbleibt
Die Timerfunktion ist als 4- und 6-Stunden-Timer angegeben, mehr steht nirgends. Damit bleibt die praktisch wichtigste Frage offen: Ist das eine einmalige Abschaltung, oder wiederholt sich der Ablauf jeden Tag? Bei einem Tageszyklus schaltest du die Kerzen einmal um 17 Uhr ein, sie gehen um 23 Uhr aus und am nächsten Abend um 17 Uhr von allein wieder an. Das ist die Funktion, die einen Adventskranz vier Wochen lang ohne Handgriff bedient. Bei einer einmaligen Abschaltung musst du jeden Abend selbst einschalten, und der Timer spart dir nur das Ausschalten.
Für diesen Unterschied haben wir keinen Beleg gefunden. Weder das Angebot noch die Herstellerseite noch die Angebote der Schwestermodelle sagen, ob sich der Zyklus wiederholt. Die Herstellerseite beschreibt für eine ältere Baureihe einen programmierbaren Timer von 1 bis 12 Stunden, was mit den festen 4 und 6 Stunden dieses Sets nicht zusammenpasst und deshalb eine andere Elektronikgeneration betrifft. Wer die Funktion braucht, sollte vor dem Kauf beim Anbieter nachfragen; wir schreiben nicht hin, was wir nicht belegen können.
Bei der Fernbedienung ist die Lage besser. Für dieses Modell selbst steht in den Produktdaten keine Übertragungstechnik, aber zwei Angebote derselben Marke füllen die Lücke: Beim Schwestermodell mit 5 Zentimetern Durchmesser steht als Verbindungsprotokoll Infrared, und die separat angebotene FREEPOWER-Ersatzfernbedienung führt als Konnektivitätstechnologie Infrarot mit einer maximalen Reichweite von 10 Metern. Für dieses Set ist Infrarot damit sehr wahrscheinlich, aber nicht bewiesen.
Was Infrarot praktisch bedeutet, wird oft falsch erzählt. Unmittelbarer Sichtkontakt ist nicht zwingend, weil das Signal von Wänden und Decken reflektiert wird, und die Reichweite liegt bei etwa 6 bis 20 Metern. Durch geschlossene Türen, Wände und Decken kommt es dagegen nicht, und dafür bräuchte es eine Funkfernbedienung. Für den Adventskranz auf dem Wohnzimmertisch reicht Infrarot problemlos. Für Kerzen, die auf der Fensterbank stehen und die du vom Nebenzimmer aus schalten willst, reicht es nicht. Und ein Punkt, den keine Quelle beantwortet: Ob die vier Kerzen einzeln adressierbar sind oder alle gleichzeitig auf jeden Tastendruck reagieren, steht nirgends. Nach der Bauart dieser Sets ist von Letzterem auszugehen.
Unsere Einordnung
Zuerst das, was hier tatsächlich stimmt. Die Kernangabe des Angebots, 300 Stunden aus zwei Mignonzellen, hält der Rechnung stand: Sie entspricht rund 30 Milliwatt mittlerer Leistungsaufnahme, und die Herstellerseite nennt für ihre Kerzen einen Maximalstrom von 9 Milliampere. Für eine Adventszeit mit sechs Stunden am Tag reicht ein Satz Zellen mit Reserve. Der Lieferumfang aus vier Kerzen, Fernbedienung und Anleitung ist klar benannt, die CR2025-Zelle der Fernbedienung liegt bei, und die Kerzen selbst stammen von einem Hersteller, den man mit Anschrift und Telefonnummer findet. Das ist in dieser Warengruppe nicht selbstverständlich.
Dagegen stehen drei Angaben, die keiner Prüfung standhalten. Die Wattleistung von 1 Watt widerspricht der eigenen Laufzeitangabe um den Faktor dreiunddreißig. Die Energieeffizienzklasse A hat keine Grundlage, weil die Verordnung erst ab 60 Lumen greift und die Marke folgerichtig keinen einzigen Registereintrag hat. Und die Zusage wind- und regenfest kommt ohne jede IP-Ziffer, obwohl derselbe Hersteller für eine andere Baureihe ausdrücklich IP 65 angibt. Hinzu kommt eine Herstellerseite, deren jüngster Beitrag von Dezember 2017 stammt und deren Download-Bereich aus vier Platzhaltern besteht, die alle auf dieselbe nicht erreichbare Datei zeigen.
Für wen passt das Set? Für den Adventskranz im Wohnzimmer, für Kinderzimmer und Fensterbank, für Tischdekoration in Innenräumen und für den überdachten Außenbereich. Also überall dort, wo eine echte Flamme entweder verboten, unbeaufsichtigt oder schlicht unpraktisch wäre, und wo die Fernbedienung im selben Raum bleibt. In dieser Rolle ist ein Vierer-Set unter 20 Euro plus acht Mignonzellen ein sinnvoller Kauf, und die Laufzeit ist die belastbarste Zahl des ganzen Angebots.
Für wen passt es nicht? Für alle, die eine echte Kerze wirklich ersetzen wollen: Farbe, Wärme und Bewegung einer Flamme bei 1500 Kelvin bekommst du hier nicht, und welche Farbtemperatur die Dioden haben, sagt niemand. Für Standorte, an denen die Kerzen frei im Regen oder im Schnee stehen, denn ohne IP-Ziffern ist jede Aussage über Dichtheit ungedeckt und die Batterieleistung sinkt bei 0 Grad um bis zu 38 Prozent. Für alle, die den Kranz von einem anderen Zimmer aus schalten wollen, denn Infrarot geht nicht durch Wände. Und für alle, die sich auf den täglich wiederkehrenden Timer verlassen wollen, denn ob dieses Modell einen Tageszyklus fährt oder nur einmal abschaltet, konnten wir aus keiner Quelle belegen.
Wer stattdessen eine durchgehende Lichtlinie über Terrasse oder Balkon sucht, findet die passende Bauform unter Wohnlicht nach Lichtzone. Und wer wissen will, was Dekorationslicht über eine Adventszeit tatsächlich kostet, rechnet das mit der Anleitung unter LED-Stromverbrauch und Kosten nach: Bei acht Mignonzellen je Satz sind die Batterien der eigentliche Posten, nicht der Strom.
Quellen und Transparenz
Zu diesem Modell war keine Herstellerunterlage auffindbar. Was hier steht, stammt deshalb aus dem Angebotstext, aus amtlichen Registern und aus eigenen Rechnungen. Beides ist unten getrennt ausgewiesen.
Geprüfte Quellen
- Herstellerseite der Freepower Electronic Co., Ltd. in Shenzhen, Abschnitt über das Unternehmen: seit 2007 werden Weihnachtskerzen und Unterhaltungselektronik entwickelt und gefertigt, jährlich gehen nach eigener Angabe rund drei Millionen Weihnachtskerzen nach Deutschland, genannt werden Zulassungen nach SGS, CE und RoHS. Anschrift: 3F 45# Lixin Road, Nanwan Street, Longgang District, Shenzhen.
- Download-Bereich derselben Herstellerseite: vier Schaltflächen mit chinesischen Platzhaltertexten, die alle auf dieselbe Datei zeigen. Ein Datenblatt oder eine Anleitung zu einem konkreten Modell wird dort nicht angeboten.
- Produktseite des Herstellers zur Baureihe Infrared Remote Control Candle, ein Schwestermodell mit anderer Bauform: nennt in der Tabelle für die Kerze 1,5 Volt AAA/LR03, einen Maximalstrom von 9 Milliampere und einen Ruhestrom von 60 Mikroampere, für die Fernbedienung 3 Volt, 3 Milliampere und 10 Mikroampere. Angegeben werden außerdem eine Laufzeit von bis zu 200 Stunden mit einer Zelle, ein programmierbarer Timer von 1 bis 12 Stunden, fünf Dimmstufen sowie GS-, CE-, RoHS- und Patentnummern.
- Produktseite des Herstellers zur Baureihe LED Christmas Tree Candle waterproof, ebenfalls ein Schwestermodell: dort wird die Schutzart ausdrücklich mit IP 65 angegeben und mit den Worten wasser- und staubdicht erläutert. Dieselben Kennwerte von 9 Milliampere und 60 Mikroampere stehen auch hier.
- Angebot der FREEPOWER-Ersatzfernbedienung, ein eigenes Produkt derselben Marke: in den Produktdaten stehen als Konnektivitätstechnologie Infrarot, als Controllertyp Tastensteuerung und als maximale Reichweite 10 Meter. Amazon-Angebot B0CGCGYS27, nicht verlinkt
- Angebot eines Schwestermodells derselben Marke, der 4er-Adventskerzen mit Ø5 mal 10,5 Zentimetern: dort steht in den Produktdaten Verbindungsprotokoll Infrared, Spannung 3 Volt Gleichstrom und eine Leuchtdauer von über 350 Stunden mit ebenfalls zwei Mignonzellen. In derselben Tabelle steht bei Ist wasserdicht der Wert Falsch und zwei Zeilen darunter bei Wasserbeständigkeit der Wert Wasserfest. Amazon-Angebot B0CHMMVJBG, nicht verlinkt
- Wikipedia-Artikel Alkali-Mangan-Zelle: die Nennspannung beträgt 1,5 Volt, bei kleiner Last erreichen Mignonzellen typischerweise Werte von 3000 Milliamperestunden, die minimale Betriebstemperatur wird mit größer als minus 20 Grad Celsius angegeben, die Selbstentladung mit 0,3 Prozent je Monat bei 20 Grad.
- Messreihe der Computerwoche zu Alkali- und Lithiumzellen bei 0 Grad Celsius: die geprüften Alkalizellen verloren zwischen 20 und 38 Prozent ihrer Kapazität, eine Mignonzelle bei 100 Milliampere Entladestrom 38 Prozent und bei 500 Milliampere 30 Prozent. Lithiumzellen verloren bei derselben Temperatur höchstens vier Prozent.
- Wikipedia-Artikel Fernbedienung: Infrarot-Fernbedienungen senden über Leuchtdioden mit 940 Nanometern Wellenlänge und erreichen etwa 6 bis 20 Meter. Unmittelbarer Sichtkontakt ist nicht zwingend, weil das Signal von vielen Flächen reflektiert wird. Funkfernbedienungen sind nicht auf optische Sicht angewiesen und wirken auch durch Decken und Wände.
- Wikipedia-Artikel Farbtemperatur: für eine Kerze werden 1500 Kelvin genannt, für Glühlampen 2600 bis 3000 Kelvin je nach Leistung. Warmweiße Leuchtdioden werden mit unter 3300 Kelvin eingeordnet.
- Wikipedia-Artikel Schutzart zum IP-Code nach DIN EN 60529: die zweite Kennziffer 4 bedeutet Schutz gegen allseitiges Spritzwasser, 5 Schutz gegen Strahlwasser aus einer Düse von 6,3 Millimetern mit 12,5 Litern je Minute, 7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen und 8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen.
- ZVEI zum Energielabel für Lichtquellen: die Verordnung erfasst alle Lichtquellen mit einem Lichtstrom zwischen 60 und 82.000 Lumen, die Skala reicht seit dem 1. September 2021 von A bis G, und die Plus-Klassen sind entfallen.
- Übersicht der Effizienzklassen nach Verordnung (EU) 2019/2015 in Lumen je Watt: A ab 210, B ab 185, C ab 160, D ab 135, E ab 110, F ab 85, G darunter.
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer zur Adventszeit: jedes Jahr im Dezember steigt die Zahl der Wohnungsbrände um bis zu 50 Prozent, ein geschilderter Schadenfall beginnt an einem Adventskranz.
- Trefferliste des EU-Produktregisters EPREL zur Handelsmarke FREEPOWER: null Einträge. Die Marke hat dort keine einzige Lichtquelle registriert. EPREL-Suchabfrage, nur maschinell abrufbar
- Angebotsseite des besprochenen Modells (Anzeige): Quelle für die Modellnummer TH-13, die Maße 7,5 mal 7,5 mal 10 Zentimeter, den Lieferumfang aus vier Kerzen, einer Fernbedienung und einer Anleitung, die 300 Stunden Leuchtdauer, den Bedarf von zwei Mignonzellen je Kerze ohne Beipack, die enthaltene CR2025-Zelle der Fernbedienung, die Timerfunktion mit 4 und 6 Stunden, die Angaben Wattleistung 1 Watt, Ist wasserdicht True, Energieeffizienzklasse für Leuchtmittel A, Herkunftsland China und den Satz zur wind- und regenfesten Kunststoffkerze. Anzeige
Eigene Rechnung, Auslegung oder Zuordnung
- manufacturerDocCount steht auf 0. Zu genau diesem Set existiert keine Herstellerunterlage im Netz: kein Datenblatt, keine Anleitung, kein Registereintrag. Die Modellnummer TH-13 taucht auf der Herstellerseite nicht auf. Kein Gerüstsatz sollte die beiden Produktseiten zu Schwesterbaureihen als Unterlage zu diesem Modell zählen.
- Die Zuordnung der Marke FREEPOWER zur Freepower Electronic Co., Ltd. in Shenzhen stützt sich auf die Selbstbeschreibung der Website rplight.com, die dieselbe Produktpalette und dieselbe Marktausrichtung nennt. Ein Dokument, das die Marktplatzmarke mit dieser Gesellschaft verbindet, liegt uns nicht vor.
- Die Rechnung 3 Volt mal 3000 Milliamperestunden gleich 9 Wattstunden ist unsere eigene. Sie nimmt den Wikipedia-Wert für Mignonzellen bei kleiner Last als Obergrenze; bei höherer Last liegt die entnehmbare Kapazität darunter, wodurch der Widerspruch zur 1-Watt-Angabe noch größer würde.
- Die daraus abgeleiteten 30 Milliwatt mittlerer Leistungsaufnahme und die 10 Milliampere sind ebenfalls unsere Rechnung, kein Messwert. Gestützt wird die Größenordnung durch die 9 Milliampere Maximalstrom, die der Hersteller für eine andere Kerzenbaureihe angibt.
- Die 190 bis 240 Stunden bei Kälte sind unsere Übertragung des Kapazitätsverlusts von 20 bis 38 Prozent aus einer fremden Messreihe auf die Laufzeitangabe des Anbieters. Die Messreihe stammt aus dem Jahr 2010 und betrifft andere Zellen als die, die du kaufst.
- Die Adventsrechnung mit 26 Tagen gilt für eine Adventszeit, die am ersten Advent beginnt und an Heiligabend endet. Je nach Jahr sind es 22 bis 28 Tage.
- Die Aussage, dass Klasse A mindestens 210 Lumen je Watt verlangt, stammt aus einer Übersichtsdarstellung der Verordnung, nicht aus dem Normtext selbst. Der Geltungsbereich von 60 bis 82.000 Lumen ist über den ZVEI belegt.
- Die Einordnung der Fernbedienung als Infrarot stützt sich auf zwei andere Angebote derselben Marke. Für dieses Modell selbst führt die Produktdatentabelle kein Verbindungsprotokoll. Der Text sagt das ausdrücklich.
- Die Angabe 1500 Kelvin für eine Kerzenflamme stammt aus einer Übersichtstabelle und ist ein typischer Wert, kein Messwert für eine bestimmte Kerze.
- Die Zahl von bis zu 50 Prozent mehr Wohnungsbränden im Dezember stammt vom Gesamtverband der Versicherer und wird vom Institut für Schadenverhütung zitiert. Sie belegt kein Risiko dieses Produkts, sondern den Grund, warum es flammenlose Kerzen gibt.
- Der Preis wird nur als Klasse genannt. Die Kosten für acht Mignonzellen sind nicht beziffert, sondern nur als Mengenangabe eingeordnet.
- Die Kundenrezensionen auf der Angebotsseite sind gelesen, aber nicht als Quelle verwendet.
Was offen bleibt
- Ob der Timer nach dem Ablauf am nächsten Tag zur selben Zeit wieder anspringt oder nur einmalig abschaltet, sagt keine Quelle. Genau daran hängt, ob ein Adventskranz vier Wochen ohne Handgriff läuft.
- Eine IP-Schutzart wird nirgends genannt, obwohl das Produkt als Outdoor-Set geführt wird. Belegt sind nur die Worte wind- und regenfest sowie das Datenfeld Ist wasserdicht mit dem Wert True.
- Unter welchen Bedingungen die 300 Stunden gelten, ist offen. Helligkeitsstufe, Flackerart und Umgebungstemperatur nennt keine Angabe.
- Die Farbtemperatur der Kerzen in Kelvin steht nirgends. Belegt ist nur das Wort warmweiß.
- Der Lichtstrom je Kerze in Lumen ist nirgends angegeben. Ohne ihn lässt sich die genannte Effizienzklasse gar nicht prüfen.
- Die Angabe Wattleistung 1 Watt lässt sich mit der Laufzeit von 300 Stunden aus zwei Mignonzellen nicht vereinbaren. Welche der beiden Zahlen stimmt, sagt kein Dokument.
- Eine Betriebstemperatur oder eine untere Einsatzgrenze für den Winterbetrieb nennt weder das Angebot noch die Herstellerseite.
- Ob die Fernbedienung dieses Modells auf Infrarot arbeitet, ist nicht für dieses Modell belegt. Die Angabe stammt von zwei anderen Produkten derselben Marke.
- Ob sich die vier Kerzen einzeln ansteuern lassen oder alle gleichzeitig reagieren, steht in keiner Quelle.
- Wie das Batteriefach verschlossen ist und ob es eine Dichtung hat, beschreibt keine Unterlage. Für ein Set, das draußen stehen soll, ist das die entscheidende Konstruktionsfrage.
- Ob die Elektronik auch mit wiederaufladbaren Zellen mit 1,2 Volt startet, sagt niemand. In Reihe wären das 2,4 statt 3 Volt.
- Eine Anleitung liegt laut Lieferumfang der Packung bei, im Netz ist sie nicht auffindbar. Weder der Hersteller noch ein Sammelportal führt sie.
Geprüft und nicht erreichbar
- Der Download-Bereich der Herstellerseite führt vier Schaltflächen, die alle auf dieselbe Datei zeigen. Diese Datei antwortet mit HTTP 403 und lässt sich nicht öffnen.
- de.rplight.com: die deutschsprachige Fassung der Herstellerseite antwortet auf eine Kopfanfrage mit HTTP 403 und ist nur über den vollständigen Seitenabruf lesbar.
- freepower.de: die Domain löst auf, gehört aber einem anderen Betreiber und zeigt eine seit 2022 unveränderte Platzhalterseite ohne Bezug zur Marke.
- freepower.eu: die Domain leitet auf einen Verkaufsplatz für Domainnamen weiter und führt keine Marke.
- freepower.com und freepower.net: beide antworten mit einer Fehlermeldung einer Schutzsoftware statt mit Inhalten.
- freepower.shop, freepower-led.de und freepowercandle.com: kein DNS-Eintrag, die Namen lösen nicht auf.
- eu.manuals.plus: das Sammelportal verweigert den Zugriff auf die Seite zu dieser Marktplatznummer mit HTTP 403. Ob dort eine Anleitung liegt, ist deshalb ungeklärt.
- EU-Produktregister EPREL: null Einträge zur Handelsmarke FREEPOWER. Eine Registrierung besteht bei einem Lichtstrom unter 60 Lumen allerdings auch nicht.
- Die Angaben der verantwortlichen Person und der Herstellerinformationen auf der Angebotsseite ließen sich nicht laden. Dort steht nur eine Fehlermeldung des Marktplatzes.