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Datencheck Badspiegel

FORAM Badspiegel 120x70: Schutzart IP20 und ein Anschluss ohne Stecker

Die Anleitung, die im Angebot selbst verlinkt ist, nennt Schutzart IP20 und eine Lichtquelle der Energieeffizienzklasse G. Das Angebot wirbt an zwei Stellen mit A++, einer Klasse, die für Lichtquellen seit September 2021 nicht mehr existiert. Dazu kommen 15.000 gegen 35.000 Stunden Lebensdauer, 120 gegen 60 Leuchtdioden je Meter und drei verschiedene Sätze von Farbtemperaturen für dasselbe Produkt.

Stand: 10. August 2026

KI-gestützter Text redaktionell geprüft · Bilder sind echte Produktfotos, keine KI-Bilder · Details

Passt, wenn: Du willst einen großen, hinterleuchteten Spiegel über dem Waschtisch und hast hinter der geplanten Stelle bereits eine geschaltete 230-Volt-Zuleitung. Genau daran entscheidet sich dieser Kauf, denn der Spiegel hat weder Stecker noch Fassung: Der Transformator sitzt fest verbaut hinter dem Glas, und die Herstelleranleitung verlangt für den Anschluss eine Person mit den entsprechenden elektrischen Berechtigungen. Die Unterlagenlage ist für diese Warengruppe ungewöhnlich gut, sie widerspricht dem Angebot aber an mehreren Stellen. Die Anleitung nennt Schutzart IP20 und eine Lichtquelle der Energieeffizienzklasse G, während dasselbe Angebot mit der Klasse A++ wirbt, die es für Lichtquellen seit dem 1. September 2021 nicht mehr gibt. Und die Beleuchtung ist nach Angabe des Herstellers dekorativ: Für ein sauber ausgeleuchtetes Gesicht ist dieser Spiegel nicht die Bauform, die du suchst.

Was FORAM dokumentiert

FORAM ist die Firma, Artforma die Marke. Der Verkäuferstore heißt FORAM, das Bildmaterial im selben Angebot spricht durchgehend von Artforma, und beide Anleitungen tragen im Impressum die FORAM Sp. z o.o. sp. k. in Karpicko, ul. Jeziorna 3, 64-200 Wolsztyn, mit der Steuernummer NIP 923-172-93-78. Auf artforma.de tritt dieselbe Gesellschaft mit einer deutschen Anschrift in Duisburg und der Umsatzsteuer-Identnummer DE326289928 auf. Gefertigt wird nach Maß: Der Spiegel wird erst nach der Bestellung gebaut, und die 120 mal 70 Zentimeter sind eine von über hundert wählbaren Größen zwischen 50 und 200 Zentimetern Kantenlänge.

Anders als bei den meisten Angeboten dieser Warengruppe gibt es hier Unterlagen, und zwar im Angebot selbst. Unter Produktleitfäden und Dokumente liegen zwei PDF-Dateien. Die eine ist die neunseitige Bedienungs- und Montageanleitung des Spiegels mit LED-Beleuchtung, die andere die Anleitung zur optionalen Funk- und App-Steuerung. Auf artforma.com steht dieselbe Montageanleitung in einer zwölfseitigen Fassung, dazu ein eigenes Sicherheitsdokument zur Entnahme der Lichtquelle und neun weitere Anleitungen zu Touch-Schalter, Sensorschalter, LCD-Panel, Uhr, Wetterstation, SmartScreen und Bluetooth-Lautsprecher. Wir zählen davon zwei Unterlagen zum Spiegel selbst, alles andere beschreibt Zubehör, das nur bei entsprechender Bestellung mitkommt.

Was in diesen Unterlagen fehlt, ist genauso wichtig. Keine einzige nennt eine Modellbezeichnung, und keine nennt die Größe 120 mal 70 Zentimeter. Die Anleitung beschreibt eine ganze Familie unter der Überschrift LED-Hintergrundbeleuchteter Spiegel und schreibt selbst dazu, dass jeder Spiegel eigene Daten hat, die auf der Rückseite am Produkt angebracht werden. Die Werte im Datenblatt sind deshalb Bereiche und keine Angaben zu deinem Spiegel: 110 oder 230 Volt Eingangsspannung, 12 oder 24 Volt Ausgangsspannung, 18 bis 180 Watt Nennleistung, Schutzklasse 1,2. Eine Schutzklasse, die zwischen I und II offenlässt, ist bei einem Gerät im Bad keine Kleinigkeit.

Im EU-Produktregister EPREL steht unter der Handelsmarke FORAM keine einzige Lichtquelle. Die Suche liefert 188 Treffer, die ausnahmslos den Möbelketten Conforama France und Conforama España gehören und nur deshalb erscheinen, weil deren Name die Buchstabenfolge enthält. Unter Artforma steht dort ebenfalls nichts. Wie ausführlich eine Unterlagenlage aussehen kann, wenn ein Hersteller registriert, zeigt unser Datencheck zur Proventa Treppenstufenbeleuchtung.

Festanschluss an 230 Volt: hier entscheidet sich der Kauf

Der wichtigste Satz des Angebots steht in der Produktbeschreibung und lautet, dass der Spiegel in den Transformator ausgerüstet ist, 230V. Übersetzt: Hinter dem Glas sitzt ein Netzteil, aus dem Spiegel kommt ein Kabel, und an diesem Kabel ist Schluss. Es gibt keinen Stecker, keine Fassung und keinen Zwischenschalter am Kabel. Das Gerät wird fest an eine 230-Volt-Zuleitung angeschlossen, so wie eine Deckenleuchte. Die Anleitung sagt dazu in einem roten Kasten, dass der Anschluss des Spiegels von einer Person erfolgen kann, die über die entsprechenden elektrischen Berechtigungen verfügt, und auf der Sicherheitsseite unter der Überschrift Hochspannung noch einmal, dass die elektrische Installation nur vom Elektriker angeschlossen werden sollte.

Drei weitere Zeilen derselben Anleitung machen daraus eine Handlungsanweisung. Erstens: Zum Anschluss ist die Installationsklemme WAGO zu verwenden. Zweitens: Der Satz enthält keinen Klemmwürfel, das Verbindungsmaterial liegt also nicht bei. Drittens: Der Stromkreis, an den der Spiegel angeschlossen wird, sollte mit einem Fehlerstromschutzschalter ausgestattet sein. Vor dem Anschließen ist die Sicherung abzuschalten. Nach der Neufassung DIN VDE 0100-701:2025-06 braucht ohnehin jede Badsteckdose einen Fehlerstromschutzschalter mit höchstens 30 Milliampere. Wer im Bestand arbeitet, sollte das prüfen lassen, bevor der Spiegel an der Wand hängt.

Der zweite Teil des Problems ist der Schalter. Im Angebot steht wörtlich, dass bei fehlender Wahl eines Schalters aus dem Sortiment die Anwendung eines Wandschalters empfohlen wird. In der Grundausstattung sitzt also überhaupt kein Bedienelement am Spiegel. Er hängt an einem geschalteten Lichtstromkreis und geht mit dem Wandschalter an und aus. Ein Touch-Schalter, ein Sensorschalter oder die Funksteuerung sind Zubehör, das man bei der Bestellung wählt und das Aufpreis kostet. Das heißt: Du brauchst nicht irgendeine Zuleitung hinter dem Spiegel, sondern eine geschaltete. Eine Dauerstromdose neben dem Waschtisch reicht nicht, wenn du kein Bedienelement mitbestellst.

Praktisch heißt das: Miss vor der Bestellung nach, wo deine vorhandene Zuleitung aus der Wand kommt und ob sie hinter der Spiegelfläche liegt. Bei 120 mal 70 Zentimetern hast du zwar Spielraum, aber das Kabel tritt nach der Montagezeichnung mittig unten aus der Rückseite aus, und es hat eine feste Länge, die keine Unterlage nennt. Endet deine Leitung 40 Zentimeter daneben oder gar nicht im Bad, sondern nur an der Decke, dann steht vor dem Spiegel ein Wanddurchbruch. Das ist der Punkt, an dem dieser Kauf typischerweise kippt, und er hat mit Licht überhaupt nichts zu tun.

IP20 im Bad: was die Schutzbereiche verlangen

Sowohl das Angebot als auch die Herstelleranleitung nennen Schutzart IP20. Das ist eine ehrliche Angabe, und sie muss richtig gelesen werden. Der IP-Code nach DIN EN 60529 besteht aus zwei Ziffern, die nichts miteinander zu tun haben. Die erste steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung: Die 2 bedeutet geschützt gegen den Zugang mit einem Finger, Staub ist nicht abgedeckt. Die zweite steht für den Schutz gegen Wasser, und die 0 bedeutet schlicht kein Schutz. IP20 ist also ein Gerät für den trockenen Innenraum. Wie dieselbe Ziffernlogik bei einer Leuchte für draußen ausfällt, zeigt unser Datencheck zur Klighten Außenwandleuchte.

Jetzt die Norm. DIN VDE 0100-701 teilt das Bad in Schutzbereiche ein, und zwar rund um Wanne und Dusche, nicht rund um das Waschbecken. Bereich 0 ist der Innenraum der Wanne oder Duschtasse. Dort sind nur Leuchten mit Schutzkleinspannung bis 12 Volt Wechselspannung oder 30 Volt Gleichspannung erlaubt, und sie müssen mindestens IP X7 erfüllen, also zeitweiliges Untertauchen aushalten. Bereich 1 ist der Raum über Wanne und Dusche bis 2,25 Meter Höhe, bei einer Dusche ohne Wanne im Umkreis von 120 Zentimetern um den Brausekopf. Dort gilt Schutzkleinspannung und mindestens IP X4. Bereich 2 ist die 60 Zentimeter tiefe Zone, die sich an Bereich 1 anschließt, ebenfalls bis 2,25 Meter Höhe. Dort sind fest installierte Betriebsmittel zulässig, Steckdosen bis auf Rasiersteckdosen nicht, und die Schutzart muss mindestens IP X4 sein.

Außerhalb dieser Bereiche stellt die Norm keine erhöhte Anforderung an die Schutzart. Und genau dort steht in einem normal geschnittenen Bad der Spiegel über dem Waschtisch. Ein IP20-Spiegel ist deshalb kein Regelverstoß, solange der Waschtisch mindestens 60 Zentimeter vom Rand der Wanne oder der Dusche entfernt liegt. Die Neufassung von Juni 2025 hat den früheren Bereich 3 gestrichen und durch allgemeine Anforderungen außerhalb von Bereich 2 ersetzt, an dieser Logik aber nichts geändert.

Die Rechnung geht in kleinen Bädern trotzdem oft nicht auf. Wenn der Waschtisch direkt neben der Wanne steht oder die Duschabtrennung dicht daneben endet, ragt der Spiegel in Bereich 2, und dann verlangt die Norm mindestens IP X4. IP20 erfüllt das nicht, denn X4 bedeutet Schutz gegen allseitiges Spritzwasser, und die 0 an zweiter Stelle steht für gar keinen Wasserschutz. Miss also die Strecke vom Wannenrand bis zur nächsten Spiegelkante nach, bevor du bestellst. Und unabhängig von der Norm bleibt der Alltag: Spritzwasser vom Waschbecken erreicht die Unterkante eines 70 Zentimeter hohen Spiegels regelmäßig, und dort sitzt bei diesem Modell die Touchfläche.

Nachgerechnet: A++ gegen G, 15.000 gegen 35.000 Stunden

Das Angebot führt die Energieeffizienzklasse A++, einmal als Zusatz hinter dem Produktnamen und einmal in der technischen Tabelle. Diese Klasse gibt es für Lichtquellen nicht mehr. Am 1. September 2021 wurde die Skala auf A bis G umgestellt, die Plus-Klassen sind gestrichen, und die Klassen der alten und der neuen Skala sind nicht ineinander umrechenbar. Das steht so bei der Industrievereinigung ZVEI und beim Infozentrum Umweltwirtschaft Bayern. Wie die Klasse dieses Produkts nach heutigem Recht lautet, sagt der Hersteller selbst: In beiden Ausgaben der Anleitung steht der vorgeschriebene Satz, dass dieses Produkt eine Lichtquelle der Energieeffizienzklasse G enthält. G ist die unterste Klasse und bedeutet unter 85 Lumen je Watt. Zwischen A++ auf der Angebotsseite und G in der mitgelieferten Anleitung liegen keine Nuancen, sondern zwei verschiedene Aussagen über dasselbe Gerät.

Der Widerspruch geht weiter. Die technische Tabelle im Angebot nennt eine Lebensdauer von bis zu 15.000 Stunden, die Produktbeschreibung darunter bis 35.000 Stunden. Die Tabelle nennt unter der Überschrift Lichtstrom den Wert 120 je Meter ohne Einheit, die Produktbeschreibung nennt 60 Leuchtdioden je Meter. Die Tabelle nennt als Lichtfarben 3000, 4000 und 6500 Kelvin, die Produktbeschreibung nur 3000 und 7000 Kelvin, und der Herstellershop führt für dieselbe Bauform 3000, 4500 und 7000 Kelvin. Drei Quellen, drei Sätze von Farbtemperaturen, und keine davon ist mit einer Messgröße hinterlegt. Was die Zahlen praktisch bedeuten, steht unter Lichtfarbe und Kelvin.

Nachrechnen lässt sich immerhin die Leistung. Angebot und Herstellershop nennen übereinstimmend 9,6 Watt je Meter. Bei einem hinterleuchteten Spiegel läuft der LED-Streifen rundum hinter dem Glas, und der Umfang von 120 mal 70 Zentimetern beträgt 3,80 Meter. Das ergibt rund 36 Watt, und dieser Wert liegt sauber in der Spanne von 18 bis 180 Watt, die das Herstellerdatenblatt aufmacht. Bei 230 Volt sind das 0,16 Ampere, für den Stromkreis also völlig unkritisch. Läuft die Beleuchtung drei Stunden am Tag, sind das rund 40 Kilowattstunden im Jahr. Nachrechnen kannst du das unter LED-Stromverbrauch und Kosten. Diese Hochrechnung ist unsere, kein Hersteller rechnet sie vor.

Ein Wort zum Lichtstrom, weil er der einzige Wert wäre, mit dem sich Helligkeit beurteilen ließe. Der Herstellershop gibt für die Standard-LED 1020 Lumen an, für die Intensive LED 1200 und für die Philips-LED 1500, jeweils ohne klare Bezugsgröße, aber in einer Zeile, die mit Leistung der LED-Beleuchtung überschrieben ist, während die Zeile Lichtstrom eine Zahl ohne Einheit trägt. Die beiden Felder sind offensichtlich vertauscht. Solange das so steht, ist kein Lumenwert für deinen Spiegel belegt, und wir schreiben deshalb keinen in die Überschrift.

Licht zum Schminken: was ein Lichtrahmen leistet

Für die Frage, ob dieser Spiegel gutes Gesichtslicht macht, ist die Bauform entscheidend. Nach der Datentabelle im Angebot ist der Spiegel 31 Millimeter dick, und genau diese 31 Millimeter weist der Herstellershop der Baureihe AmbientLine zu. Die PremiumLine ist 39 Millimeter dick. Der Unterschied ist keine Formsache: Derselbe Shop führt als Anwendung des Spiegels AmbientLine dekorativ und verziert, als Anwendung des Spiegels PremiumLine professionelles Make-up. Und die Produktbeschreibung im Angebot sagt es in einem Satz selbst: Die Beleuchtung besitzt dekorativen Charakter.

Das deckt sich mit dem, was man auf dem Produktbild sieht. Das Licht tritt als schmales Band rundum an der Kante aus und legt sich als Schein auf die Wand hinter dem Spiegel. Ein solcher Rahmen leuchtet den Raum stimmungsvoll aus und macht den Spiegel zum Blickfang. Für das Gesicht ist er die schwächste der drei üblichen Bauformen, weil das Licht seitlich am Kopf vorbei nach hinten geht statt frontal auf die Haut.

Was für das Gesicht funktioniert, beschreibt licht.de klar: zwei baugleiche Leuchten rechts und links neben dem Spiegel, bei großen Flächen zusätzlich eine Leuchte oberhalb. Sie leuchten Gesicht und Körper gleichmäßig ohne Schatten aus. Gerichtete Strahler am Spiegel sollen vermieden werden, weil ihr Licht blendet. Ein Lichtband allein oben erzeugt harte Schatten unter Augenbrauen, Nase und Kinn, also genau dort, wo beim Rasieren und beim Auftragen von Make-up hingesehen wird. Ein umlaufender Rahmen ist besser als ein reines Oberlicht, weil er auch senkrechte Anteile hat. Bei 120 Zentimetern Breite stehen diese senkrechten Bänder aber weit auseinander, und wer mittig vor einem Doppelwaschtisch steht, hat sie 30 bis 60 Zentimeter neben dem Gesicht statt direkt daneben.

Der zweite Punkt ist die Farbwiedergabe, und hier hört die Prüfung schnell auf. licht.de nennt für das Bad mindestens Ra 80 und als optimalen Wert einen Farbwiedergabeindex von mehr als 90, damit Make-up-Farben natürlich wiedergegeben werden. Weder das Angebot noch die Anleitung noch der Herstellershop nennen einen CRI- oder Ra-Wert, weder für die Standard-LED noch für die teureren Varianten. Es gibt auch keinen EPREL-Eintrag, aus dem er sich ablesen ließe. Damit ist das Kriterium, das über brauchbares Schminklicht entscheidet, für dieses Produkt schlicht nicht dokumentiert.

Aufhängen, Heizmatte und was keine Quelle beantwortet

Die Montage beschreibt die Anleitung Schritt für Schritt: Abstand der beiden aufgeklebten Aufhängungen messen, zwei Punkte anzeichnen, mit einem 6-Millimeter-Bohrer bohren, Dübel setzen, L-Haken so weit eindrehen, dass der Spiegel 30 Millimeter von der Wand entfernt bleibt, dann einhängen. Zwei Hinweise sind wichtig. Erstens empfiehlt der Hersteller die Wandmontage mit zwei Personen, denn eine Scheibe von 120 mal 70 Zentimetern mit 4 Millimetern Glasstärke bringt allein an Glas rund achteinhalb Kilogramm auf die Waage, gerechnet mit der üblichen Dichte von Kalk-Natron-Glas. Zweitens sind für Gipskartonwände Molly- oder Schneckendübel nötig, und die liegen ausdrücklich nicht bei. Dieselbe Frage nach vorhandener Zuleitung und tragfähiger Befestigung entscheidet auch bei einer Deckenleuchte, siehe unsere Analyse der YIFMOO LED-Deckenleuchte.

Die Heizmatte gegen Beschlag ist ein eigenes Kapitel. Sie ist Zubehör, sie wird laut Produktbeschreibung mittig auf die Spiegelscheibe geklebt, und sie hält ausdrücklich nicht den ganzen Spiegel frei, sondern nur ein abgegrenztes Feld. Wie groß dieses Feld ist, sagen die Quellen unterschiedlich: Die Produktbeschreibung nennt 35 mal 45 Zentimeter, das Bildmaterial im selben Angebot 40 mal 30 Zentimeter, der Herstellershop eine Spanne von mindestens 20 mal 30 bis höchstens 40 mal 60 Zentimetern. Auf einer Fläche von 120 mal 70 Zentimetern bleibt in jedem Fall der weitaus größte Teil beschlagen. Und weil die Matte mittig sitzt, steht sie über einem außermittig gesetzten Waschbecken an der falschen Stelle.

Damit zu den Lücken. Erstens nennt keine Unterlage die Kabellänge, die aus dem Spiegel kommt. Zweitens nennt keine die Leistungsaufnahme genau dieser Größe, sondern nur die Spanne 18 bis 180 Watt. Drittens bleibt offen, ob Schutzklasse I oder II gilt, denn das Datenblatt schreibt 1,2. Viertens fehlt jeder Farbwiedergabeindex. Fünftens fehlt ein belastbarer Lumenwert, weil die Felder Lichtstrom und Leistung im Datenblatt des Herstellershops vertauscht sind. Sechstens gibt es kein Gewicht, weder für den Spiegel noch für die Verpackung.

Der siebte Punkt ist der interessanteste. Die Anleitung schreibt, die Lichtquelle sei durch eine Elektrofachkraft auswechselbar und das separate Steuergerät durch eine Elektrofachkraft austauschbar. Das eigene Sicherheitsdokument desselben Herstellers beschreibt den Ausbau dann so: Leitungen im Kabelkanal durchtrennen und den LED-Streifen mit einem scharfen Werkzeug vom Rahmen abziehen. Das ist eine Anleitung zur zerstörenden Demontage für das Recycling, kein Wechsel eines Leuchtmittels. Praktisch heißt das: Ist der Streifen nach Jahren hinüber, tauschst du den Spiegel und nicht die Lichtquelle. Wie ein Hersteller mit veröffentlichtem Datenblatt dieselbe Frage beantwortet, zeigt unser Datencheck zum EGLO Bottazzo Panel.

Unsere Einordnung

Fangen wir mit dem an, was für diesen Spiegel spricht. Es gibt echte Herstellerunterlagen, sie liegen im Angebot, sie sind auf Deutsch, und sie nennen Zahlen. Der Hersteller ist als polnische Gesellschaft mit Anschrift, Steuernummer und erreichbarer Website greifbar. Die Fertigung nach Maß ist keine Marketingfloskel, sondern erklärt, warum es über hundert Größen gibt. Und die Schutzart IP20 wird offen genannt statt hinter dem Wort wasserdicht versteckt. Das ist mehr Ehrlichkeit, als wir in dieser Preisklasse üblicherweise finden.

Dagegen steht ein Angebot, das sich in vier Punkten selbst widerspricht: A++ gegen die Klasse G in der eigenen Anleitung, 15.000 gegen 35.000 Stunden, 120 gegen 60 Leuchtdioden je Meter und drei verschiedene Sätze von Farbtemperaturen. Der Werbewert dieser Zahlen ist bekannt, ihr Informationswert ist null. Die Klasse A++ ist dabei kein Rundungsfehler: Sie existiert für Lichtquellen seit dem 1. September 2021 nicht mehr, und wer sie liest, hält ein Gerät der untersten Klasse für ein besonders sparsames.

Bleibt die Empfehlung, und sie hängt an genau zwei Fragen. Erste Frage: Hast du hinter der geplanten Stelle bereits eine geschaltete 230-Volt-Zuleitung, und liegt der Stromkreis auf einem Fehlerstromschutzschalter? Dann ist der Anschluss eine halbe Stunde Arbeit für eine Elektrofachkraft, WAGO-Klemmen kosten wenig, und der Rest ist Bohren und Einhängen. Lautet die Antwort nein, plane Schlitz, Dose und Handwerker mit ein, bevor du den Preis mit anderen Spiegeln vergleichst. Zweite Frage: Wie weit ist die nächste Spiegelkante vom Rand der Wanne oder der Dusche entfernt? Unter 60 Zentimetern liegt der Spiegel in Bereich 2, und dort verlangt die Norm mindestens IP X4. IP20 ist dann die falsche Zusage.

Und zur Lichtqualität ganz klar: Das ist ein Dekorationsspiegel, und der Hersteller sagt das selbst. Wenn du einen großen, ruhigen Lichtrahmen über dem Waschtisch willst, der abends den Raum trägt und morgens grob Licht macht, bekommst du für unter 200 Euro viel Fläche. Wenn du dich täglich vor diesem Spiegel schminkst oder rasierst, such nach zwei Leuchten links und rechts auf Augenhöhe und nach einem genannten Farbwiedergabeindex von mindestens 90. Beides bietet dieses Modell nicht, und beim CRI sagt keine einzige Quelle überhaupt etwas.

Wer statt eines beleuchteten Spiegels eine eigene Leuchte über den vorhandenen Spiegel setzen will, findet die Kaufhürden in drei weiteren Einordnungen: bei der NIORSUN Spiegelleuchte mit 60 Zentimetern, der SEBSON Aufsatzleuchte mit 78 Zentimetern und der Yafido Leuchte mit 40 Zentimetern und fünf Farbtemperaturen. Bei allen dreien endet das Kabel ohne Stecker, die Frage nach Zuleitung und Schutzbereich stellt sich also genauso.

Quellen und Transparenz

Diese Seite entsteht aus Unterlagen, nicht aus einem eigenen Labor. Unten stehen alle Quellen, die dafür geöffnet wurden, und daneben ausdrücklich jede Aussage, die eine eigene Rechnung oder Einordnung ist.

Geprüfte Quellen

Eigene Rechnung, Auslegung oder Zuordnung

  • manufacturerDocCount 2 zählt die Bedienungs- und Montageanleitung des LED-Spiegels und das Sicherheitsdokument zur Entnahme der Lichtquelle. Die Anleitung liegt in zwei Ausgaben vor, einer neunseitigen im Angebot und einer zwölfseitigen auf artforma.com; beide tragen dasselbe Datenblatt und werden als ein Dokument gezählt. Die neun Zubehöranleitungen zu Touch-Schalter, Sensorschalter, DUAL MPL, LCD-Panel, Uhr, Wetterstation, SmartScreen, Bluetooth-Lautsprecher und Funksteuerung sind gelesen, beschreiben aber Ausstattung, die nur bei entsprechender Bestellung mitkommt.
  • Keine der Herstellerunterlagen nennt eine Modellbezeichnung oder die Größe 120 mal 70 Zentimeter. Die Zuordnung stützt sich auf die Marke FORAM im Verkäuferstore, das Impressum der Foram Sp. z o.o. sp. k. in beiden Anleitungen und die Tatsache, dass eine Ausgabe der Anleitung direkt im Angebot hinterlegt ist. Kein Gerüstsatz sollte daraus ein modellgenaues Datenblatt machen.
  • Die Zuordnung der Baureihe AmbientLine stützt sich auf zwei Angaben: die Spiegeldicke von 31 Millimetern in der Tabelle des Angebots und die Zeile Farbe: Ambient Line in den Produktdaten. Der Herstellershop weist 31 Millimeter der AmbientLine und 39 Millimeter der PremiumLine zu. Belegt ist die Bauform damit gut, aber nicht durch ein Herstellerdokument zu diesem Modell.
  • Die Rechnung 3,80 Meter Umfang mal 9,6 Watt je Meter gleich rund 36 Watt ist unsere eigene Hochrechnung. Sie setzt voraus, dass der LED-Streifen umlaufend hinter dem Glas sitzt. Keine Unterlage bestätigt das für diese Größe, das Produktbild und die Bauart legen es nahe.
  • Die rund achteinhalb Kilogramm Glasgewicht sind unsere Rechnung aus 1,20 mal 0,70 Meter, 4 Millimetern Glasstärke und einer angenommenen Dichte von 2500 Kilogramm je Kubikmeter. Rahmen, Streifen und Netzteil kommen dazu und sind nicht dokumentiert.
  • Die Aussage, dass die Felder Lichtstrom und Leistung der LED-Beleuchtung im Datenblatt des Herstellershops vertauscht sind, ist unsere Auslegung. Sie stützt sich darauf, dass in der Zeile Lichtstrom eine Zahl ohne Einheit steht und in der Zeile Leistung Lumenwerte stehen. Ein Hersteller bestätigt das nirgends.
  • Die Einordnung von IP20 als zulässig oder unzulässig hängt allein vom Einbauort ab. Wir sagen ausdrücklich, dass ein Spiegel über dem Waschtisch in der Regel außerhalb der Schutzbereiche liegt und IP20 dort keine Normverletzung ist. Kein Kategoriebaustein sollte daraus machen, IP20 sei im Bad grundsätzlich zulässig oder grundsätzlich unzulässig.
  • Zur DIN VDE 0100-701 liegt uns kein Normtext vor. Die Bereichsmaße und Schutzarten stammen aus zwei Fachquellen, licht.de und Baunetz Wissen, sowie aus einem Fachbeitrag zur Neufassung vom Juni 2025. Bei Bereich 1 nennt licht.de mindestens IP X4, Baunetz Wissen IP X5; wir nennen den strengeren Wert nicht als Pflicht, sondern folgen der Untergrenze IP X4.
  • Die Farbtemperatur- und Lumenangaben stammen von der Produktseite eines baugleichen rechteckigen Spiegels im Herstellershop, nicht von einer Seite zu diesem Marktplatzangebot. Sie sind als Angaben zur Baureihe zu lesen.
  • Der Preis wird nur als Klasse genannt. Das Modell wird nach Maß gefertigt, und jede gewählte Zusatzausstattung verändert den Preis, weshalb eine Zahl hier ohnehin nichts aussagt.
  • Die Kundenrezensionen auf der Angebotsseite sind gelesen, aber nicht als Quelle verwendet. Weder ihre Zusammenfassung noch einzelne Erfahrungsberichte stehen im Text.

Was offen bleibt

  • Die Länge des Anschlusskabels nennt keine Unterlage. Weder die Anleitung noch der Herstellershop noch das Angebot geben an, wie viel Kabel aus der Rückseite kommt.
  • Die Leistungsaufnahme genau dieser Größe ist nicht dokumentiert. Das Datenblatt nennt nur die Spanne 18 bis 180 Watt für die gesamte Produktfamilie.
  • Ob Schutzklasse I oder Schutzklasse II gilt, bleibt offen. Das Datenblatt trägt an dieser Stelle die Angabe 1,2.
  • Ein Farbwiedergabeindex wird nirgends genannt, weder für die Standard-LED noch für die Aufpreisvarianten. Damit fehlt das entscheidende Kriterium für Licht am Spiegel.
  • Der Lichtstrom des Spiegels ist nicht belegt. Im Datenblatt des Herstellershops sind die Felder Lichtstrom und Leistung der LED-Beleuchtung offensichtlich vertauscht.
  • Die Farbtemperatur ist dreifach unterschiedlich angegeben: 3000/4000/6500 Kelvin in der Tabelle, 3000 und 7000 Kelvin in der Produktbeschreibung, 3000/4500/7000 Kelvin im Herstellershop.
  • Die Lebensdauer der Leuchtdioden steht im selben Angebot einmal mit bis zu 15.000 und einmal mit bis zu 35.000 Stunden.
  • Die Zahl der Leuchtdioden je Meter widerspricht sich: 120 je Meter in der Tabelle, 60 je Meter in der Produktbeschreibung.
  • Ob die Lichtquelle wirklich wechselbar ist, bleibt ungeklärt. Das Datenblatt sagt ja, das Sicherheitsdokument desselben Herstellers beschreibt nur das Durchtrennen der Leitungen und das Abziehen des Streifens mit einem scharfen Werkzeug.
  • Das Gewicht des fertigen Spiegels nennt keine Quelle. Die rund achteinhalb Kilogramm sind unsere Rechnung aus Fläche, Glasstärke und der üblichen Dichte von Kalk-Natron-Glas.
  • Die vom Hersteller beheizte Fläche gegen Beschlag wird mit 35 mal 45 Zentimetern, mit 40 mal 30 Zentimetern und mit einer Spanne von 20 mal 30 bis 40 mal 60 Zentimetern angegeben.
  • Zur Position des Kabelaustritts gibt es nur eine Montagezeichnung ohne Bemaßung. Ein Maß, an dem sich die Dose planen ließe, nennt keine Unterlage.

Geprüft und nicht erreichbar

  • artforma.eu: Die Anleitungsseite antwortet mit HTTP 301 und verweist auf die Adresse artforma.comhome/daforam/public_html/instructionsforcustomers/de. Dieser Hostname existiert nicht, die Weiterleitung läuft ins Leere.
  • www.artforma.com/instructionsforcustomers/de: liefert nach der Weiterleitung HTTP 404. Erreichbar ist der Anleitungsbereich nur unter dem Pfad /de/bedienungsanleitung/led-spiegel.
  • foram.eu: Die Domain leitet auf einen Verkaufsplatz für Domainnamen weiter und führt keine Marke.
  • foram.de: Die Domain löst auf, zeigt aber seit Mai 2018 unverändert eine Wartungsseite mit dem Satz, die Internetseite werde zur Zeit bearbeitet.
  • foram.pl und foram.com: kein DNS-Eintrag, die Namen lösen nicht auf.
  • EU-Produktregister EPREL: Unter der Handelsmarke Artforma steht kein einziger Eintrag, unter FORAM nur Treffer der Möbelkette Conforama. Ein Eintrag zu diesem Spiegel oder zu seinem LED-Streifen war nicht auffindbar.
  • Die Angaben der verantwortlichen Person und der Herstellerinformationen auf der Angebotsseite ließen sich nicht laden. An dieser Stelle steht nur eine Fehlermeldung des Marktplatzes.