Was die Unterlagen belegen
Steinel führt den Strahler unter der Artikelnummer 030070 und der EAN 4007841030070 und stellt dazu eine Produktseite, ein Datenblatt und eine Bedienungsanleitung bereit. Belegt sind 2124 Lumen bei 19,3 Watt, also eine Gesamtprodukt-Effizienz von 110 Lumen pro Watt, dazu 3000 Kelvin warmweiß und eine Farbabweichung von SDCM 3. Den Farbwiedergabeindex nennt die Anleitung mit Ra 82, das Datenblatt gibt die Spanne 80 bis 89 an. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, die Abdeckung aus opalem Kunststoff, die Maße betragen 161 mal 180 mal 240 Millimeter. Beim Gewicht weichen die Quellen leicht ab: Die Produktseite nennt 0,614 Kilogramm, die Anleitung 0,620 Kilogramm, das Angebot 0,630 Kilogramm. Das Datenblatt führt überhaupt kein Gewicht. Den Erfassungswinkel nennen Datenblatt und Anleitung übereinstimmend mit 180 Grad, der Sensor deckt also die gesamte Wandseite ab. Schutzart IP44 und Schutzklasse II stehen in beiden Herstellerdokumenten identisch, ebenso die Umgebungstemperatur von minus 20 bis plus 40 Grad und die Herstellergarantie von fünf Jahren. Die Standby-Leistung des Sensors gibt Steinel mit 0,50 Watt an, den Netzstrom mit 113 Milliampere und den Leistungsfaktor mit 0,74. Datenblatt und Anleitung führen beides nebeneinander: 50.000 Stunden nach L70B10 und das Kühlsystem HCMC aus hochwärmeleitendem Magnesium-Composite. Dass das eine das andere bewirkt, behauptet nur der Angebotstext. Die Anleitung weist das Gerät außerdem als Produkt mit einer Lichtquelle der Energieeffizienzklasse E aus. Eingestellt wird das Gerät über zwei Potentiometer an der Unterseite, eine Vernetzung ist bei dieser Variante nicht vorgesehen.
Die entscheidende Zahl steht nicht im Angebot
Das Angebot wirbt mit einer maximalen Reichweite von 10 Metern. Das Datenblatt trennt dagegen sauber: Tangential, also quer zum Sensor, sind es 10 Meter Radius und damit 157 Quadratmeter Erfassungsfläche. Radial, wenn du also direkt auf die Leuchte zugehst, nennt Steinel 5 Meter Radius und 39 Quadratmeter. Die Erfassungsgrafik im Datenblatt zeigt beide Werte nebeneinander und nennt als möglichen Montagebereich 1,80 bis 4,00 Meter bei einer optimalen Höhe von 2 Metern. Für die Praxis heißt das: Der Strahler gehört seitlich zur Gehrichtung und nicht frontal an das Ende einer Zufahrt. Genau das schreibt auch die Anleitung, die sicherste Bewegungserfassung entstehe bei seitlicher Montage ohne Sichthindernisse wie Bäume oder Mauern. Der Sensor selbst lässt sich horizontal um 180 Grad schwenken und vertikal um 90 Grad kippen, das LED-Panel um 180 Grad in beide Richtungen. Ein Unterkriechschutz ist vorhanden, und über den beiliegenden Abdeckaufkleber lassen sich einzelne Linsensegmente abdecken, um die Reichweite gezielt einzuschränken und Fehlschaltungen an bekannten Störstellen auszuschließen.
Wo Datenblatt und Anleitung sich widersprechen
Bei zwei Einstellwerten sagen die Herstellerquellen nicht dasselbe. Die Datentabelle im Datenblatt nennt eine Zeiteinstellung von 5 Sekunden bis 35 Minuten und eine Dämmerungseinstellung von 2 bis 1000 Lux. Die Symbolleiste auf derselben Seite desselben Datenblatts nennt dagegen 8 Sekunden bis 35 Minuten und 2 bis 2000 Lux. Die Bedienungsanleitung bestätigt die zweite Variante und ergänzt die Werkseinstellungen: 8 Sekunden Nachlaufzeit und 2000 Lux, also Tagbetrieb. Das Amazon-Angebot folgt der Anleitung. Auch bei der Lebensdauer stehen zwei Zahlen nebeneinander: 50.000 Stunden im Datenblatt und eine mittlere Bemessungslebensdauer von mehr als 60.000 Stunden nach L70B50 bei 25 Grad in der Anleitung. Praktisch sind diese Unterschiede klein, für die Erwartungshaltung aber wichtig. Verlass dich beim Einstellen auf das Papier, das dem Gerät beiliegt, und nicht auf eine Zahl aus einem Angebotstext. Nicht beantwortet wird in beiden Dokumenten, wie viel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt, wie stark die Leuchte blendet und wie viel Streulicht Richtung Nachbargrundstück fällt.
Anschluss, Grenzen und das Lebensende
Der Strahler hängt an einer festen Zuleitung mit 220 bis 240 Volt und 50 bis 60 Hertz. Weil er in Schutzklasse II ausgeführt ist, muss der Schutzleiter laut Anleitung nicht angeschlossen werden, verbunden werden nur Außenleiter und Neutralleiter. Steinel schreibt ausdrücklich, dass es sich bei der Installation um eine Arbeit an der Netzspannung handelt und dass sie fachgerecht nach den länderspezifischen Installationsvorschriften auszuführen ist. Für Deutschland nennt der Hersteller die VDE 0100. Diese Arbeit gehört deshalb in die Hand einer Elektrofachkraft. Zwei weitere Hinweise tauchen in Angebotstexten selten auf: Zwischen Strahler und WLAN-Router oder Access Point sollen mindestens 3 Meter Abstand liegen, und die Leuchte darf nicht auf leicht entflammbaren Oberflächen montiert werden. Steinel nennt das Gerät außerdem ausdrücklich nicht dimmbar und ohne Grundlichtfunktion. Und es gilt der harte Satz aus der Anleitung: Die Lichtquelle ist nicht ersetzbar, das Betriebsgerät ist nicht austauschbar. Am Ende der Lebensdauer wird also der komplette Strahler ersetzt. Für Einbruchmeldeanlagen ist er laut Hersteller nicht geeignet, weil die dafür nötige Sabotagesicherheit fehlt. Als Ursachen für ungewollte Schaltvorgänge nennt die Anleitung Wind in Bäumen und Sträuchern, Tiere im Erfassungsbereich, Autos auf der Straße sowie plötzliche Temperaturwechsel durch Witterung oder Abluft aus Ventilatoren und offenen Fenstern.
Abgrenzung zu den Schwestermodellen
Die Bedienungsanleitung deckt vier Varianten ab, und die Unterschiede sind größer, als die ähnlichen Namen vermuten lassen. Das XLED home 2 S liefert 1550 Lumen bei 13,7 Watt und ist mit 218 Millimetern niedriger. Das XLED home 2 SC bringt ebenfalls 1550 Lumen bei 13,8 Watt, lässt sich aber über Bluetooth und die Steinel Connect App einstellen, kennt einen Dauerlichtbetrieb und eine Zeiteinstellung von 5 Sekunden bis 60 Minuten. Das XLED home 2 ohne Zusatz hat gar keinen Bewegungsmelder. Nur die hier besprochene Ausführung XL S erreicht 2124 Lumen bei 19,3 Watt. Wer bereits den XLED ONE S kennt, sollte nicht von derselben Baureihe ausgehen: Jenes Modell hat ein Aluminiumgehäuse mit Glasabdeckung, Schutzklasse I und 2050 Lumen und wird bei uns separat eingeordnet.
Unsere Einordnung
Der XLED home 2 XL S ist gut dokumentiert und für einen klar umrissenen Zweck gebaut: viel warmweißes Licht auf Zuruf, fest montiert, ohne App und ohne Dimmer. Die Enttäuschung entsteht fast immer an derselben Stelle, nämlich an der Reichweite, weil die beworbenen 10 Meter nur quer gelten. Plane deshalb zuerst die Montageposition und erst danach die Helligkeit. Für Terrassen, auf denen dauerhaft gemütliches Licht brennen soll, ist das Gerät die falsche Wahl, weil eine Grundlichtfunktion fehlt. Und wer heute schon weiß, dass er später per App eingreifen möchte, greift besser gleich zur SC-Variante, statt ein Gerät zu kaufen, das sich nur über zwei Drehregler an der Unterseite einstellen lässt.
Weiterlesen: Steinel XLED ONE S im direkten Vergleich, Steinel L 12 S als Wandleuchte mit E27-Fassung, EGLO Grottazzolina mit integriertem Sensor, Solarleuchten als kabellose Alternative und unsere Quellenregeln.